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diabetesDE fordert „Nährwertampel“ für verpackte Lebensmittel

Berlin – In Deutschland sind zwei von drei Männern und jede zweite Frau übergewichtig oder adipös. Hinzu kommen etwa 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche, die zu dick sind. Übergewicht ist der entscheidende Risikofaktor, um chronische Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 zu entwickeln. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind bereits an Diabetes erkrankt. Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung am 7. März  fordert diabetesDE eine verständliche und verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung auf allen verpackten Nahrungsmitteln.

 

Dieses Jahr entscheidet das Europäische Parlament über die Verordnung zur Information der Verbraucher über Lebensmittel. diabetesDE setzt sich gemeinsam mit den Partnern Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesärztekammer, Berufverband der Kinder- und Jugendärzte, GKV-Spitzenverband und Deutsche Herzstiftung, dafür ein, Angaben zu Nährwerten europaweit für alle verpackten Lebensmittel vorzuschreiben. „Die Angaben müssen gut sichtbar auf der Vorderseite aller Lebensmittelverpackungen als farblich gekennzeichnete ‚Nährwertampel’  angegeben sein, so dass jedem Verbraucher schnell klar wird, was er zu sich nimmt“, betont Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von diabetesDE. Diese Kennzeichnung stelle eine klare und leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Nahrungsmitteln dar: Rot für Lebensmittel mit hohem Anteil an Nährstoffen wie beispielsweise Fett, gelb für solche mit mittlerem und grün für jene mit geringem Anteil.

Ausführliche Nährwerttabellen auf der Rückseite der Lebensmittel sollten die Ampelkennzeichnung ergänzen und die sogenannten „Big Eight“ jedes Nahrungsmittels aufschlüsseln, so Garlichs: „Es ist angesichts der hohen Zahl übergewichtiger Menschen unverständlich, warum die Lebensmittel-Ampel und Nährwertangaben bis heute keine Pflicht sind. Dieses einfache Instrument könnte mit dazu beitragen, Übergewicht, Krankheiten und auch enorme Kosten für unser Gesundheitssystem einzudämmen. “

Diabetes Typ 2 gehört in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen. Das liegt an der hohen Zahl der übergewichtigen Menschen. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) geht davon aus, dass ein Body-Mass-Index unter 30 das Risiko für Diabetes sowie weitere chronische Erkrankungen wie vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) und Herz-Kreislauferkrankungen um mehr als die Hälfte vermindert. Damit ließe sich auch die Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich reduzieren.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung hilft, Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen vorzubeugen. Dafür ist eine verständliche Nährwertkennzeichnung ein unverzichtbarer Baustein. Auf vielen verpackten Lebensmitteln fehlen jedoch immer noch  genaue Angaben über den Anteil von Nährstoffen wie zum Beispiel Eiweiß, Zucker, Fetten, gesättigten Fettsäuren, Salzen und Ballaststoffen. Auch der Brennwert müsste genannt werden sowie die Gesamtmenge an Kohlenhydraten pro 100 Gramm. Nur so ist es Menschen mit Diabetes möglich, ihr Insulin korrekt zu dosieren und ihre Ernährung zuverlässig zu planen.

Nicht nur Experten setzen sich für die Lebensmittelkennzeichnung ein. Auch die Bürger wünschen sich mehr Klarheit. Mehrere Umfragen, unter anderem eine 2009 von Emnid durchgeführte, ergaben eine deutliche Zustimmung von Verbrauchern für eine Lebensmittelkennzeichnung. Vergleichbare Ergebnisse gibt es auch aus anderen europäischen Ländern, darunter Großbritannien.

Mehr Infos unter:
http://www.diabetesde.org/ueber_uns/gesundheitspolitik/forderungen/

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Pressemeldung von DiabetesDE vom 5. März 2010

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