Sommertreff 2026 in Duderstadt: Vier Tage, die bleiben - Bericht zum Diabetes-Kids Sommertreff 2026
Vom 27. bis 30. August 2026 fand unser drittes Diabetes-Kids Sommertreff im Ferienparadies Pferdeberg in Duderstadt statt. Es war wieder ein voller Erfolg! Hier ein Bericht dazu von Tina Parlow
Nach der großartigen Resonanz auf unseren Sommertreff im vergangenen Jahr war schnell klar: 2026 darf es etwas mehr sein. Aus drei Tagen wurden vier. Vom 27. bis 30. August trafen sich Familien mit Typ-1-Diabetes im Ferienparadies Pferdeberg in Duderstadt. Eltern, Kinder, Jugendliche und unser engagiertes Team kamen zusammen, um ein paar Tage zu erleben, die nicht vom Diabetes bestimmt werden, sondern von Gemeinschaft, Freude, Mut und ganz vielen besonderen Begegnungen.

Schon bei der Ankunft war dieses besondere Gefühl wieder da. Bekannte Gesichter wurden herzlich
begrüßt, Umarmungen verteilt und die ersten Gespräche dort weitergeführt, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört hatten. Neue Familien kamen dazu und wurden sofort aufgenommen. Denn genau das ist das Besondere an dieser Gemeinschaft: Man muss nicht lange erklären. Viele Sorgen, Herausforderungen und kleine Alltagskämpfe kennt das Gegenüber selbst. Während die Kinder ihre Sensoren, Pumpen und Katheter ganz selbstverständlich zeigten, wurde schnell klar: Hier muss sich niemand verstecken. Hier gehört das einfach dazu. Und irgendwie fühlt es sich genau deshalb so gut an.
Am ersten Abend ging es direkt richtig los. Bei unserer großen Vorstellungsrunde durfte sich wirklich jeder vorstellen: jedes Kind, jede Mama, jeder Papa und natürlich auch unsere Crew. Uns war wichtig, dass diese Tage nicht einfach nur ein schönes Wochenende werden. Es sollten Erinnerungen entstehen, von denen die Kinder und Jugendlichen vielleicht auch später noch zehren können. Erinnerungen, die Mut machen, wenn der Diabetes mal wieder besonders nervt. Danach hieß es bei Andrea: „Wer wird Diabetes Champion?“ Die Kinder und Jugendlichen lernten sich bei verschiedenen kleinen Aktionen kennen und kamen schnell miteinander ins Gespräch. Während die Kinder bei der Karaoke ordentlich Gas gaben, saßen die Eltern draußen zusammen und nutzten die Gelegenheit, sich ebenfalls kennenzulernen. Schließlich gehört zu einem Sommertreff auch ein bisschen Elternsozialleben. Und das wurde im Laufe der Tage noch sehr wichtig.
Am Freitagmorgen ging es nach einem frühen Frühstück mit unserem Kinderprogramm weiter. Nora brachte mit ihrem Spaß- und Tanzkurs Bewegung ins Haus und sorgte dafür, dass die Kinder ordentlich Energie loswerden konnten. Am Freitagnachmittag wurde es dann wirklich mutig. Unsere erste Katheter Challenge stand an. Andrea und Sandra hatten sich etwas Besonderes „ausgedacht“. Für die erste Probe gab es ausschließlich Katheter mit Stahlnadeln. Und damit standen plötzlich auch die beiden selbst vor ihrer eigenen Herausforderung. Denn die Stahlnadeln waren für Andrea und Sandra alles andere als angenehm. Trotzdem ließen sie sich ihre Angst nicht anmerken. Sie gingen tatsächlich durch ihre eigene Angst und stellten sich der Situation mit Bravour. Genau das machte diesen Moment so besonders. Denn Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, etwas zu tun, obwohl die Angst da ist. Gemeinsam mit den Kindern wurde ausprobiert, gelacht und sich gegenseitig ermutigt. Es ging nicht darum, Angst einfach wegzumachen. Es ging darum, zu erleben: Ich kann etwas ausprobieren, auch wenn ich vorher Respekt davor habe. Ich kann mich einer Herausforderung stellen. Und ich muss dabei nicht allein sein.
Während die Kinder ihre Mutprobe meisterten, bekamen die Eltern anschließend ihre eigene kleine Auszeit. Bei der ersten Tiefenentspannung wurde es ganz still. Endlich einmal Augen schließen, tief durchatmen und für einen Moment nichts organisieren, nichts berechnen und nichts im Griff haben müssen. Und genau in dieser Ruhe durfte auch etwas herauskommen, was im Alltag oft keinen Platz hat. Bei einigen Eltern flossen kleine Tränen. Nicht aus Traurigkeit allein, sondern weil so vieles, was im täglichen Funktionieren zurückgehalten werden muss, für einen Moment einfach da sein durfte. Auch dafür gab es Raum. Raum zum Durchatmen. Raum zum Loslassen. Raum für die eigenen Gefühle. Denn Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes funktionieren jeden Tag. Sie rechnen, planen, kontrollieren, reagieren und sind immer irgendwie auf Empfang. In diesen Stunden durfte einfach einmal nur der Mensch da sein.
Danach wurde beim Tischtennistournier mit Kati Korn und Rieke fleißig um Punkte gekämpft. Aus einer gemütlichen Runde wurde schnell ein kleines Turnier und man konnte feststellen: Auch Eltern haben durchaus sportlichen Ehrgeiz.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war das Gespräch mit Andrea Finke. Als Kinderdiabetologin brachte sie viele aktuelle Themen mit und nahm sich Zeit für die Fragen der Familien. Besonders die Entwicklungen rund um Loop-Technologien und die vielen Veränderungen im Diabetesbereich beschäftigten die Eltern. Es wurde gefragt, diskutiert und manches auch einfach gemeinsam eingeordnet. Parallel dazu hatte unsere Junior Crew eine ganz besondere Runde mit den Kindern und Jugendlichen vorbereitet. Unter dem Motto „Was nervt mich am Diabetes?“ durften sie offen aussprechen, was ihnen im Alltag schwerfällt. Ängste, Sorgen, Ungerechtigkeiten, Erwartungen der Eltern und all die Dinge, die man vielleicht nicht immer laut sagt, kamen auf den Tisch. Die Jugendlichen schrieben ihre Gedanken teilweise anonym auf, damit auch wirklich alles gesagt werden konnte. Später durften die Eltern diese Punkte hören. Das war für viele ein sehr bewegender Moment. Manche Tränen flossen und vielleicht wurde bei dem einen oder anderen Elternteil auch etwas neu verstanden. Nicht immer geht es darum, sofort eine Lösung zu finden oder etwas zu erklären. Manchmal ist das Wichtigste einfach zuzuhören.
Für die Kinder gab es zwischendurch noch eine besondere Begegnung mit Kati Korn. Neben dem Tischtennisspielen las sie später aus ihrem Diabetes Mutmachbuch vor und zeigte damit ganz nebenbei: Man kann mit Diabetes seinen eigenen Weg gehen, Träume haben, Abenteuer erleben und sich vom Diabetes nicht das Leben vorschreiben lassen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind solche Vorbilder unglaublich wichtig.
Am Samstagmorgen war schon beim Frühstück deutlich zu spüren, dass ein großes Highlight bevorstand. Die Hausmesse wartete und unsere Sponsoren und Unterstützer hatten einiges mitgebracht. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Abbott, Dexcom, Insulet, MiniMed, mylife Diabetes Care und Roche bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre eine solche Familienfreizeit in dieser Form nicht möglich. Die Unternehmen stellten ihre Produkte und technischen Entwicklungen vor, erklärten, beantworteten Fragen und kamen direkt mit den Familien ins Gespräch.
Und dann ging unsere Katheter Challenge in die zweite Runde. Diesmal wurde es ganz besonders. Zwei Männer stellten sich der Herausforderung und man sah ihnen deutlich an: So ganz geheuer war ihnen das Ganze nicht. Und plötzlich waren die Kinder diejenigen, die Mut machten. Was dann passierte, war einfach großartig. Die Kinder trösteten die Männer, machten ihnen Mut und begleiteten sie bei ihrem ersten Versuch mit einer Selbstverständlichkeit, die wirklich beeindruckte. Fast schon professionell standen sie ihnen zur Seite. Da wurden plötzlich die Rollen vertauscht. Diejenigen, die sonst selbst getröstet und unterstützt werden müssen, waren auf einmal diejenigen, die anderen Sicherheit gaben. Und genau darin lag etwas unglaublich Schönes. Die Kinder kennen ihre eigene Angst. Sie wissen, wie sich ein Katheter anfühlt. Sie wissen, wie unangenehm eine solche Situation sein kann. Und genau deshalb konnten sie so gut verstehen, was die beiden Männer gerade brauchten. Es wurde gelacht, ermutigt und gemeinsam die Angst ausgehalten. Ein Moment voller Empathie, Mut und gegenseitigem Vertrauen.
Am Nachmittag wartete die große Rallye auf die Kinder. Unsere Crew und Junior Crew hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt und eine abwechslungsreiche Rallye vorbereitet. Während die Kinder unterwegs waren, konnten die Eltern noch einmal durchatmen. Bei einer Tiefenentspannung hieß es: Augen zu, loslassen und einfach einmal nichts müssen. Als kleine Erinnerung an diese besonderen Tage bekam jeder Teilnehmer anschließend einen „Erinnerungskristall“.
Später wurde es etwas ernster. Wir sprachen über Depression, Pubertät, Sexualität und Alkohol. Themen, die gerade für Familien mit Jugendlichen wichtig sind, aber nicht immer leicht angesprochen werden. Gemeinsam ging es darum, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen, Veränderungen ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen, wenn es notwendig ist. Und natürlich durfte auch beim Thema Sexualität ein bisschen gelacht werden. Denn eines ist sicher: Diabetes macht auch beim Verlieben keine Pause. Manchmal entscheidet der Blutzucker sogar kurzerhand, die Hauptrolle zu übernehmen. Wir sprachen offen darüber, was es für Jugendliche und ihre Partner bedeutet, wenn Diabetes auch in intimen Situationen präsent ist und wie beispielsweise Unterzuckerungen beim Sex berücksichtigt werden können. Offen, ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger.
In einer weiteren Gesprächsrunde ging es um Diabetes im ganz normalen Alltag. Schule, Kindergarten, Klassenfahrten, Ferien und all die Situationen, in denen Eltern ihre Kinder irgendwann loslassen müssen. Was braucht es? Wo gibt es Schwierigkeiten? Wie können Kinder selbstständiger werden und gleichzeitig sicher bleiben? Es wurde ausgetauscht, gelacht, diskutiert und natürlich auch die eine oder andere Geschichte aus dem echten Leben erzählt.
Am Spätnachmittag wurde es noch einmal richtig bunt. Bei der Kinderdisco wurden die Glowsticks ausgepackt und die Kinder tanzten, als gäbe es keinen nächsten Blutzuckerwert. Die Eltern konnten währenddessen bei einem Saunaaufguss entspannen. Später trafen sich alle am Lagerfeuer. Es gab
Stockbrot, Gespräche, Lachen und diese besonderen Momente, in denen man plötzlich merkt, wie eng Menschen in nur wenigen Tagen zusammenwachsen können. Und weil es der letzte gemeinsame Abend war, zog es anschließend viele Eltern noch gemeinsam an die Bar. Man hatte schließlich noch einiges zu besprechen. Oder einfach keine Lust, schon schlafen zu gehen.
Am Sonntag lag bereits ein bisschen Abschiedsstimmung in der Luft. Nach dem Frühstück gab es noch eine interessante Einheit zum Thema Ernährung. Dabei ging es darum, Portionsgrößen besser einzuschätzen und auch ohne Küchenwaage möglichst sicher zu berechnen. Ein Thema, das im Alltag immer wieder eine Rolle spielt und bei dem kleine Tricks oft eine große Hilfe sein können. Dann kam die Abschlussrunde.
Vier Tage, die bleiben. Vier Tage voller Begegnungen, Gespräche, Lachen, Tränen, Mutproben, neuer Freundschaften und gemeinsamer Erinnerungen lagen hinter uns. Einige Familien hatten sich erst vor wenigen Tagen kennengelernt und gingen nun mit dem Gefühl nach Hause, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Natürlich fiel der Abschied schwer. Aber wir wissen inzwischen: Es ist kein endgültiges Tschüss.
Ein ganz besonderer Dank geht an Michael, der diesen Sommertreff überhaupt möglich gemacht hat. Ebenso danken wir unserer gesamten Crew und Junior Crew von Herzen. Ihr habt organisiert, begleitet, motiviert, zugehört, getröstet, gelacht und dafür gesorgt, dass aus einem Treffen ein echtes gemeinsames Erlebnis wurde. Danke auch an das Ferienparadies Pferdeberg für die tolle Unterkunft und die herzliche Betreuung.
Und natürlich geht unser größter Dank an alle Familien, die dabei waren. Ihr habt diesen Sommertreff zu dem gemacht, was er war. Vier Tage, in denen der Diabetes zwar immer dabei war, aber nicht bestimmen durfte, was möglich ist.
Wir haben gelacht. Wir haben Mut gemacht. Wir haben zugehört. Wir haben uns gegenseitig getragen.
Und wir haben wieder einmal gespürt:
Wir schaffen das. Gemeinsam.
Wir sehen uns wieder.
Spätestens beim nächsten Eltern Zoom und hoffentlich auch beim Sommertreff 2027 in Duderstadt.
Unser Team vor Ort

Aufgrund der überwältigend positiven Resonanz vor Ort haben wir sofort beschlossen, dieses Event im nächsten Jahr zu wiederholen.
Der nächste Sommertreff wird also vom 24.-27. Juni 2027 (4 Tage) stattfinden.
Die Anmeldung wird in Kürze unter https://www.diabetes-kids.de/sommertreff-2027 möglich sein.
Hier noch der Diabetes-Kids Sommertreff 2026 Song:
Download
Kommentar von Diabetes-Kids:
Ganz herzlich bedanken möchten wir uns:
- Bei Tina Parlow für diesen schönen Bericht
- Bei unserer unfassbar tollen Crew, die mit ihrem großen ehrenamtlichen Einsatz dieses Event erst möglich gemacht haben.
- Bei Kathi Korn, die auf dem Treffen ihr Mutmachbuch vorgestellt hat und mit den Kids ein Rundlauf Tischtennis Tournier veranstaltet hat.
- Beim Ferienparadies Pferdeberg,das uns bestens versorgt und beherbergt hat.
- Und nicht zuletzt auch bei unseren Sponsoren Dexcom, Minimed, Mediq Diabetes , myliufe Diabetes Care, Insulet und Abbott Diabetes Care.
Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal
Eure Familie Bertsch /
Susann, Carolin, Dominic, Marius, Tanja, Matilda, Louis und Michael
www.Diabetes-Kids.de
Unsere Platin Sponsoren und Kooperationspartner:
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Aussteller |
Veranstaltungen, Diabetes-Kids Event, Sommertreff
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