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CGM Systeme

Neuer Libre Duo Sensor von Abbott: Glukose und Ketone mit einem Sensor im Blick

LibreDuoFür Familien mit einem Kind mit Typ-1-Diabetes gehört die kontinuierliche Glukosemessung längst zum Alltag. Ein CGM-Sensor zeigt, wie sich der Glukosewert entwickelt, warnt vor Unter- oder Überzuckerungen und hilft dabei, Entscheidungen im Alltag besser zu treffen. Was CGM-Systeme bisher aber nicht konnten: Ketone kontinuierlich messen.

Genau hier setzt eine neue Entwicklung von Abbott an. Das Unternehmen hat für seine neue Libre Duo Sensortechnologie die CE-Kennzeichnung erhalten. Die Systeme Libre Duo und Libre Duo 10 Day sollen künftig mit einem einzigen Sensor sowohl Glukosewerte als auch Ketonwerte kontinuierlich erfassen — laut Abbott sogar jede Minute. Abbott plant eine Einführung in ausgewählten europäischen Ländern noch im Laufe dieses Jahres; ob und wann das System in Deutschland konkret verfügbar und erstattungsfähig sein wird, ist derzeit noch nicht sicher veröffentlicht.

Warum ist die Ketonmessung so wichtig?

Ketone entstehen, wenn dem Körper zu wenig wirksames Insulin zur Verfügung steht und er beginnt, Fett als Energiequelle abzubauen. Das kann zum Beispiel bei Infekten, Erbrechen, vergessenen Insulindosen, Pumpen- oder Katheterproblemen oder sehr hohen Glukosewerten passieren.

Steigen Ketone stark an, kann daraus eine diabetische Ketoazidose, kurz DKA, entstehen. Das ist ein ernstzunehmender medizinischer Notfall. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes ist es deshalb wichtig, Ketone frühzeitig zu erkennen und nach dem mit dem Diabetesteam besprochenen Notfallplan zu handeln.

Bisher werden Ketone meist mit Blutketonstreifen oder Urinteststreifen gemessen. Das funktioniert, ist aber immer nur eine Momentaufnahme. Außerdem wird im Alltag oft nicht oder zu spät gemessen — etwa weil keine Teststreifen griffbereit sind, das Kind krank ist, es nachts passiert oder die Symptome zunächst wie ein normaler Infekt wirken. Internationale Expertinnen und Experten sehen in der kontinuierlichen Ketonmessung deshalb eine mögliche wichtige Ergänzung, um das Risiko einer Ketoazidose früher zu erkennen.

Was ist das Besondere am Libre Duo?

Der neue Sensor kombiniert zwei Messungen in einem System: die bekannte kontinuierliche Glukosemessung und zusätzlich die kontinuierliche Messung von Ketonen. Für Familien könnte das bedeuten: Nicht nur der Zuckerwert ist sichtbar, sondern auch ein möglicher Ketonanstieg im Hintergrund.

Das ist besonders deshalb interessant, weil Glukose und Ketone nicht immer parallel ansteigen. In bestimmten Situationen können Ketone bereits relevant steigen, obwohl der Glukosewert noch nicht dramatisch hoch erscheint. Genau diese Entwicklung kann im Alltag leicht übersehen werden.

Abbott beschreibt zwei Varianten: Libre Duo mit bis zu 15 Tagen Tragedauer für Erwachsene ab 18 Jahren und Libre Duo 10 Day mit bis zu 10 Tagen Tragedauer für Menschen ab 2 Jahren. Damit wäre die 10-Tage-Variante grundsätzlich auch für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Die Daten sollen in das Libre-Ökosystem eingebunden werden, sodass Werte mit Betreuungspersonen und medizinischem Fachpersonal geteilt werden können. Außerdem arbeitet Abbott an Verbindungen zu automatisierten Insulinabgabesystemen, also Pumpen- und AID-Systemen.

Was bedeutet das für Familien mit Typ-1-Diabetes?

Für Familien könnte ein solcher Sensor vor allem in Risikosituationen hilfreich sein: bei Infekten, Übelkeit oder Erbrechen, bei unerklärlich hohen Werten, bei Verdacht auf Katheterprobleme, nach vergessenen Insulindosen oder wenn Kinder und Jugendliche sich nicht gut ausdrücken können, wie es ihnen geht.

Ein kontinuierlicher Ketonwert ersetzt aber nicht den gesunden Menschenverstand und auch nicht den Notfallplan des Diabetesteams. Wenn ein Kind krank wirkt, erbricht, Bauchschmerzen hat, auffällig müde ist oder die Werte nicht plausibel erscheinen, sollte immer nach den bekannten Sick-Day-Regeln gehandelt werden. Dazu gehören je nach Situation zusätzliche Flüssigkeit, Korrekturinsulin, Ketonmessung und gegebenenfalls ärztliche Hilfe.

Wichtig ist auch: Neue Technik kann Sicherheit geben, sie kann aber auch neue Fragen aufwerfen. Welche Ketonwerte sind harmlos? Ab wann muss gehandelt werden? Welche Alarme sind sinnvoll, ohne Familien unnötig zu verunsichern? Genau deshalb betonen Fachleute, dass klare Grenzwerte, gute Schulung und verständliche Handlungsempfehlungen entscheidend sind.

Ein spannender Schritt — aber noch kein Grund zur Hektik

Aus Sicht von Diabetes-Kids ist Libre Duo eine sehr spannende Entwicklung. Für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes könnte die Kombination aus Glukose- und Ketonmessung in einem Sensor langfristig ein echter Sicherheitsgewinn sein — insbesondere bei Krankheit, Pumpentherapie oder anderen Situationen mit erhöhtem Ketoazidose-Risiko.

Gleichzeitig gilt: Noch ist offen, wann das System in Deutschland verfügbar sein wird, für welche Gruppen es verordnet werden kann und ob die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Familien sollten deshalb nicht voreilig handeln, sondern die weitere Entwicklung abwarten und das Thema bei Interesse mit ihrem Diabetesteam besprechen.

Diabetes-Kids wird die Entwicklung weiter beobachten und berichten, sobald es konkrete Informationen zur Verfügbarkeit in Deutschland, zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sowie zur möglichen Kostenübernahme gibt.

Quellverweis: Pressemeldungen von Abbott

CGM System, Blutzuckermessung, Freestyle Libre, Abbott, Ketoazidose

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