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Forschungsansätze zur Heilung von Diabetes

Translation: Nächster Schritt zur Prävention von Typ 1 Diabetes

Ein Team aus Wissenschaftlern am Helmholtz Zentrum München konnte in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) im präklinischen Modell zeigen, dass durch die Behandlung mit bestimmten Insulin-Peptiden eine Immuntoleranz gegenüber Insulin hervorgerufen werden kann. Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse sind möglicherweise der Schritt zu einer verbesserten Prävention von Typ 1 Diabetes.

In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung spezieller Varianten von Insulin-Peptiden (Teilstücke, aus denen Insulin zusammengesetzt ist) auf das Immunsystem. „Konkret wollten wir herausfinden, ob wir die schützenden regulatorischen T-Zellen dazu bringen können, eine Toleranz des Körpers gegenüber Insulin zu erzeugen, wenn wir sie mit unseren neuartigen Peptiden in Kontakt bringen“, erklärt Gruppen- und Studienleiterin Dr. Carolin Daniel.

Die Studie basiert auf den Ergebnissen, die Daniel bereits vor einigen Jahren am Dana Farber Cancer Institute und der Harvard Medical School im US-amerikanischen Boston erarbeitet hatte. Dort konnte sie zeigen, dass die von ihr optimierten Insulin-Peptide (Mimetope) deutlich effizienter in der Lage sind, eine Immuntoleranz gegenüber Insulin durch regulatorische T-Zellen auszulösen, als ihre natürlichen Gegenstücke (Epitope). Bei jungen Mäusen führte die Gabe von Insulin-Mimetopen in niedriger Dosierung dazu, dass die Entwicklung von Typ 1 Diabetes komplett verhindert werden konnte.

In der nun veröffentlichten Studie wurde der nächste Schritt gemacht: In einem sogenannten humanisierten Mausmodell, dessen Immunsystem dem des Menschen sehr ähnlich ist, konnten die Wissenschaftler die Ergebnisse bestätigen. Hierzu werden Mausmodelle verwendet wie das HLADQ8 NOD/scid-IL2rgnull Mausmodell, denen ein eigenes murines Immunsystem fehlt. Diese Mausmodelle werden beispielsweise mit humanen hämatopoetischen Stammzellen rekonstituiert und ermöglichen dann die Entwicklung eines humanen Immunsystems zur Untersuchung relevanter Prozesse in vivo. „In der Tat konnten wir zeigen, dass der neue Impfstoff effizient die regulatorischen T-Zellen stimuliert, die den Angriff des Immunsystems auf die Insulin produzierenden Zellen bremsen“, so Erstautorin Isabelle Serr, die im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Studie beteiligt war.

Auf lange Sicht wollen Daniel und ihre Gruppe die Methode für die präventive Behandlung von Kindern mit hohem Risiko für Typ 1 Diabetes weiterentwickeln und die neue Therapie klinisch testen.

Originalpublikation: Serr, I. et al. (2016). Type 1 diabetes vaccine candidates promote human Foxp3+Treg induction in humanized mice, Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms10991

Quellverweis: Meldung Helmholtz Zentrum München/Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) vom 27.6.2016

Tags: Heilung, Forschung, Studien, Stammzellen, Inselzellen

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