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Infos zum GdB und Pflegegeld

Pflegegrade bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes

diabetesdeWenn ein Familienmitglied an Diabetes erkrankt ist, kann es sich lohnen, einen Pflegegrad anerkennen zu lassen, zum Beispiel bei einem Kind oder auch bei den älter werdenden Eltern. Menschen sind pflegebedürftig, wenn sie gesundheitlich in ihrer Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten eingeschränkt sind und deswegen Hilfe anderer Menschen benötigen und wenn die Beeinträchtigungen, gesundheitliche Belastungen oder Anforderungen nicht alleine ausgeglichen oder bewältigt werden können.

Pflegegrade sind in fünf Grade eingeteilt; je höher der Pflegegrad, umso höher die finanzielle Unterstützung. Ab Pflegegrad 1 werden 125 € für Pflegesachleistungen bezahlt, ab Pflegegrad 2 besteht Anspruch auf Pflegegeld oder Sachleistungen, bis hin zu Pflegegrad 5, bei dem Menschen mit schwersten Behinderungen umfassende Unterstützung erhalten.

Nach dem formlosen Antrag an die Krankenkasse erfolgt im Hause des Betroffenen eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Es muss dabei bewiesen werden, dass eine Mehrarbeit anfällt, die bei einem gesunden Menschen im gleichen Alter nicht notwendig ist. Idealerweise sollten Sie ein Tagebuch führen, in dem Blutzuckermessungen bis hin zur Fingerkuppenpflege, zeitlicher Aufwand und alle weiteren Details dokumentiert sind.

2017 wurden bei Kinder mit Typ-1-Diabetes 80 % der Anträge anerkannt. Weitere Infos erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse sowie auf der Website des MDK: www.pflegebegutachtung.de.

Quellverweis: Diabetes-News ad hoc von DiabetesDE vom 8.3.2019
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Tags: DiabetesDE, Pflegegeld, Behinderung, Politik, Finanzielles

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Sandra2016 antwortete auf das Thema: #111394 26 Apr 2019 16:11
P.s. Gerade fand ich noch einen zweiten Passus an anderer Stelle im Fließtext des Gutachtens, der auf die Nahrungsaufnahme eingeht und der vorhergehenden Formulierung teils widerspricht (--> nämlich auf mehr nötige Interventionen pro Tag hindeutet). Hier heißt es nun: "Bei schwankenden BZ-Werten (...) ist auf eine Einhaltung der Nahrungsmenge besonders zu achten. Aufgrund des Alters sind Aufforderungen dazu erforderlich."
Sandra2016 antwortete auf das Thema: #111393 26 Apr 2019 15:52
Wir bekamen bei unserem Kind (damals 6 Jahre, HH, Diabetes u.a.) zunächst nur PG1, nach Widerspruch (persönliche Neubegutachtung) PG2. Im zweiten Gutachten wertete der MDK unter 4.5.16 die Diät als "überwiegend selbstständig" mit der Notiz: "Erinnerung/Einhaltung der Nahrungsaufnahme ist aufgrund des Alters max. 1 x täglich erforderlich. Das Essen wird durch die Eltern bereitgestellt."
Es ist natürlich nicht so, dass wir durchschnittlich nur "max. 1 x täglich" erinnern, sondern wir müssen häufiger mit TZ/schnellen KE intervenieren wenn der BZ absinkt, müssen ans Essen oder Essensbeginn (wenn z.B. Bolus schon abgegeben) erinnern, etc., aber wir haben hier nicht nochmals Widerspruch eingelegt und es gut sein lassen, da uns im zweiten Durchgang zumindest andere wichtige/angemessene Punkte zuerkannt wurden, die insgesamt zu PG2 führten.
Für angemessen halte ich bei Kindern in diesem Alter (und zumal bei Vierjährigen) die Wertung "überwiegend unselbstständig", da ja eine Überwachung erforderlich ist (Auswiegen, Bereitstellen, Schauen, dass alles gegessen wurde, ggf. KE ersetzen wenn nicht aufgegessen wurde usw.).
Ich hoffe, das hilft!
MatHar antwortete auf das Thema: #111329 10 Apr 2019 22:08
Hallo,
an einigen Stellen im Forum ist von Eltern zu lesen, die für ihr Kind einen Pflegegrad 2 erhalten haben.

Wir selbst haben im ersten Durchlauf (1. MDK-Termin - unsere Tochter war damals gerade 3 Jahre alt geworden, - Widerspruch, 2. MDK-Termin) keinen Pflegegrad erhalten und Klage beim Sozialgericht eingereicht. Gleichzeitig haben wir einen Neuantrag gestellt, woraufhin wir nach dem 1. (bzw. insgesamt 3.) Begutachtungstermin Pflegegrad 1 erhalten haben. Auch hier sind wir in Widerspruch gegangen. Jedoch wurde das Ergebnis Pflegegrad 1 nach dem 2. (bzw. insgesamt 4.) MDK-Termin bestätigt/aufrechterhalten. Unsere Tochter war zu diesem Zeitpunkt 4 Jahre alt. Nun werden wir wieder nur die Klage als letzte Möglichkeit haben, dass der Widerspruchsausschuss der Pflegekasse sehr wahrscheinlich zu keinem anderen Ergebnis kommen wird.

Zur Vorbereitung der Klagebegründung haben wir uns jetzt an ein gemeinnütziges Sozialzentrum hier in der Nähe gewandt. Nach Prüfung der letzten 2 Gutachten und unseres Widerspruchs, wurde uns gesagt, dass man nicht nachvollziehen könne, warum der Punkt "4.5.16 Einhalten einer Diät und anderer krankheits- oder therapiebedingter Verhaltensvorschriften" als "entfällt/nicht erforderlich" gewertet wird.

Nun meine Bitte an alle mitlesenden Eltern, welche einen Pflegegrad 2 für ihr "nur" Diabetes Typ 1 Kind erhalten haben: Bitte antwortet auf diesen Beitrag, wie der Punkt 4.5.16 bei euch im Gutachten, aufgrund dessen ihr den Pflegegrad 2 erhalten habt, gewertet wurde und welche Begründung angeführt wurde. Gebt auch das Alter eures Kindes zum Begutachtungszeitpunkt und euer Bundesland mit an.
Es würde uns sehr helfen und ich bedanke mich für Unterstützung!

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