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#LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!

Auf Diabetes-Kongressen und in Fachpublikationen begegnet man ständig „schlecht eingestellten Diabetikern“, denen es an „Therapietreue mangelt“ und die deshalb „einer Lebensstilintervention zugeführt werden müssen“. An dieser Sprache muss sich dringend etwas ändern, findet die Bloggerin, Journalistin und Patientin Antje Thiel.

Mehr dazu und Quellverweis in einem tollen Artikel von Antje Thiel im Ärzteblatt vom Jan. 2020

Tags: Diabetologe, Blog, Kinderdiabetologen


nieov antwortete auf das Thema: #113093 19 Jan 2020 09:42
War ich früher ein Raucher oder ein Mensch mit Zigarettenabhängigkeit? Bin ich ein Sportler oder ein Mensch mit der Affinität sich zu bewegen? Bin ich ein Arbeitnehmer oder ein Mensch, der einer Arbeit nachgeht?

Ich frag ja nur ;)
Ekkehard antwortete auf das Thema: #113089 18 Jan 2020 16:14
@Sheila
Wenn ein Arzt sich so äußert wie von dir beschrieben, dann hilft eine gekünstelt aufgesetzte Bezeichnungsänderung des Diabetikers auch nicht.
Auch ich habei mch nebenbei jahrelang nicht ausreichend um meinen Diabetes gekümmert. Das wurde erst mit der T1-Manifestation meiner Tochter wieder anders. Und wer mir in dieser Situation (also während meiner gedankenlosen verantwortungslosen Zeit des Umgangs mit meiner chronischen Krankheit) mangelnde Therapietreue vorwirft, der hat einfach Recht und wertet mich nicht ab und diskriminiert mich auch nicht.
Aber heutzutage wird einem aus Gründen der Political Correctness in vielen Bereichen der Mund verboten.
Gerade bei einer chronischen Krankheit finde ich es aber um so wichtiger, Tacheles zu reden und nicht Heititeiti zu machen.
austria antwortete auf das Thema: #113087 18 Jan 2020 11:50
Na ich denke, ekkehard bringt es gut auf den punkt. Ich verstehe an der ganzen diskussion nicht: jeder ist doch in seinem persönlichen umfeld selbst gefordert, oder auch nicht, wie es jeder möchte, dem kind einen namen zu geben. Macht das jeder, ist doch schon viel erreicht. Wissenschaftliche abhandlungen, ärzteberichte ... wer bitte schön, außer den betroffenen liest denn sowas, natürlich, paar andere ärzte? Und warum in aller welt ist das wort DIABETIKER abwertend? ... Nur weil es zur zeit "in" ist, alles neu zu benennen, bzw alles möglichst so zu umschreiben, dass es keiner mehr versteht??

Und das ziel, dem kind einen neuen namen zu geben, ist mir auch nicht ganz klar ... wie ich aus vielen kommentaren herauslese, fühlen sich - vor allem, wie mir scheint - eltern in ihrer unterstützungsarbeit nicht wertgeschätzt, nicht verstanden und finden es schrecklich, dass gott und die welt nicht genauestens über alle feinheiten der ... und jetzt hänge ich schon ... krankheit? Beeinträchtgung? Diabetes? Kind mit diabetes? Mensch mit diabetes??? Bescheid weiß. Ich darf mich outen: ich hatte bis zur erkrankung meines sohnes keine ahnung von der ganzen thematik - wozu auch? Trotzdem würde ich mich nicht als ignorant bezeichnen und mein wissen wäre nicht größer gewesen, wären diabetiker menschen mit diabetes gewesen.

Und vielleicht abschließend: alles zu zerreden, machts nicht immer besser, ... und: mein einleitungssatz, wenns nötig ist: mein sohn ist diabetiker ...+ variabler erklärung. ... ich werds beibehalte! Schönes wochenende!
Sheila antwortete auf das Thema: #113086 18 Jan 2020 11:39
Hallo Ekkehard,

wenn Du alles für gute Werte tust, es aber aus welchen Gründen auch immer (zeitweise) nicht schaffst und Dein Arzt unter vorgehaltener Hand in Berichten oder sonst wo erzählt, was für ein Therapieversager Du bist, dass Du Dich nicht anstrengst etc., dann fände ich das zumindest nicht so schön. Das betrifft jetzt nicht mich oder uns, aber wenn es so wäre, würde es mich tatsächlich sehr traurig machen.
Und wie oben schon andere geschrieben haben, weiß ich, dass manche Ärzte ihren Patienten sehr arrogant und überheblich gegenüberstehen und das ganze nicht emphatisch als Partnerschaft sehen.
Denn am Ende bist Du nur der dämliche Patient, der Kosten verursacht und die ärztlichen Ratschläge nicht befolgt. Biste selbst schuld dran.
Aber das hängt wohl von der jeweiligen Person ab, wie sie denkt und ob sie emphatisch ist oder nicht.
LG
Ekkehard antwortete auf das Thema: #113084 18 Jan 2020 08:05
Herrje, man kann aber auch empfindlich sein.
Ich bin Diabetiker und muss mich nicht umständlich "Mensch mit Diabetes" nennen lassen und ich habe auch mal schlechte Werte.
Denn zu hohe oder niedrige Werte sind nun mal schlecht für mich. Schlecht für meine Gesundheit, meine Konzentration, mein Wohlfühlen.
Diese ganze völlig überflüssige und nun von dieser Dame auch noch auf diesen Bereich ausgedehnte Political Correctness geht mir beim Genderismus schon auf die Nerven und hier ganz genauso.
Ich fühle mich keineswegs als Diabetiker diskriminiert und meiner schlechten Werte bin ich mir bewusst und versuche sie zu verbessern, was jeder vernünftige Diabetiker tun sollte. Manchmal gelingt es nicht. So what. Aber deshalb muss ich nicht politisch korrekt darum herum reden.

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