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CGM Systeme

G-BA macht den Weg frei - CGM-Systeme sind künftig Kassenleistung

Berlin, 16. Juni 2016– Die kontinuierliche interstitielle Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten (rtCGM) wird für Diabetikerinnen und Diabetiker, die einer intensivierten Insulinbehandlung bedürfen, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Den Beschluss zur Aufnahme in die vertragsärztliche Versorgung fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin. Mit der rtCGM können die Blutglukoseselbstmessungen verringert und die Stoffwechsellage langfristig verbessert werden, ohne dass dabei das Risiko schwerer Unterzuckerungen in Kauf genommen werden muss. Dies gilt insbesondere dann, wenn die festgelegten individuellen Therapieziele zur Stoffwechseleinstellung ohne die Nutzung der rtCGM nicht erreicht werden können.

„Mit Hilfe der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung kann die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern, die auf eine intensivierte Insulintherapie angewiesen sind, deutlich verbessert werden. Selbst häufige Blutglukoseselbstmessungen mittels Teststreifen reichen manchmal nicht aus, gefährliche Unter- oder Überzuckerungen zu vermeiden. Eine gute individuelle Blutzuckereinstellung ist bei Diabetes aber immens wichtig, da nur so schwere Begleit- und Folgeerkrankungen vermieden oder verzögert werden können“, sagte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung.

Bei der rtCGM wird mittels eines fadenförmigen Sensors kontinuierlich der Glukosegehalt in der interstitiellen Flüssigkeit des Unterhautfettgewebes – beispielsweise am Bauch – gemessen und an ein kleines, tragbares Empfangsgerät gesendet. Auf dem Display des Empfangsgerätes kann die Diabetikerin oder der Diabetiker jederzeit den aktuellen Glukosewert sowie den diesbezüglichen Trend ablesen und entsprechend rechtzeitig durch Nahrungsaufnahme oder Insulingabe einer Stoffwechselentgleisung entgegensteuern.

Die Anwendung der rtCGM in der vertragsärztlichen Versorgung hat der G-BA mit bestimmten qualitätssichernden Vorgaben verbunden. Festgelegt ist, welche Fachärzte zur Durchführung berechtigt sind, die Dokumentation des individuellen Therapieziels und des Behandlungsverlaufs sowie die Schulung der Patientinnen und Patienten. Festgelegt ist zudem, dass die einsetzbaren Messgeräte als rtCGM zugelassen sein müssen und über eine Alarmfunktion mit individuell einstellbaren Glukosegrenzwerten verfügen. Werden beim Einsatz des Gerätes personenbezogene Daten verwendet, muss sichergestellt sein, dass hierauf kein Zugriff durch Dritte, insbesondere durch Hersteller, möglich ist.

Mit Schreiben vom 14. Juli 2011 hatte der GKV-Spitzenverband die Bewertung der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung mit Real-Time-Messegeräten beantragt. Der G-BA nahm den Antrag mit Beschluss vom 10. November 2011 an und leitete das Beratungsverfahren ein.

Bei seiner Entscheidungsfindung berücksichtigte der G-BA die anlässlich der Veröffentlichung des Beratungsthemas eingegangenen ersten fachlichen Einschätzungen, denAbschlussberichtdes Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sowie die im gesetzlich vorgesehenen Stellungnahmeverfahren eingebrachten Argumente. Stellungnahmeberechtigt waren wissenschaftliche Fachgesellschaften, betroffene Medizinproduktehersteller und die Bundesärztekammer.

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Beschlusstext und Tragende Gründe werden in Kürze auf den Internetseiten des G-BA veröffentlicht.

Hintergrund – Methodenbewertung

Der G-BA ist vom Gesetzgeber beauftragt zu entscheiden, auf welche medizinischen oder medizinisch-technischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gesetzlich Krankenversicherte Anspruch haben. Im Rahmen eines strukturierten Bewertungsverfahrens überprüft der G-BA deshalb, ob Methoden oder Leistungen für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse in der vertragsärztlichen und/oder stationären Versorgung erforderlich sind.

Quellverweis: Pressemeldung des GBA vom 16.6.2016

Tags: CGM System, Kontinuierliche Blutzuckermessung, Rechtliches, Krankenkasse, Finanzielles, Technik

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Cheffchen antwortete auf das Thema: #102301 12 Sep 2016 21:47
Hallo @Fine83,

gar nicht.
Denn eine befürwortung vom DiaDoc brauchst schon bzw ein Gutachten.
oder suchst die ein anderen Doc für das Gutachten, soll es schon so gegeben haben.

Cheffchen
Fine83 antwortete auf das Thema: #102290 12 Sep 2016 19:44
wie beantragt man so ein Gerät, wenn die Ärzte diesen nicht empfehlen, bzw nicht unterstützen?
Taina antwortete auf das Thema: #102285 12 Sep 2016 13:06
Hallo
Unseren Antrag haben wir letzte Woche zur Hilfsmittelstelle unserer KK geschickt....Posteingang am 9.9.!
Lt unserer KK hat sie maximal 3 Wochen Zeit uns "zu antworten"!
Bin schon gespannt.....
Loopiene antwortete auf das Thema: #102280 12 Sep 2016 10:12
Ich kann euch nur den CGM Stammtisch am 28.9.16 in Berlin im Medicover Mitte am Hausvoigteiplatz 3-4, 3.Etage ab 19Uhr zu diesem Thema empfehlen.
Da sind Fachleute vertreten, die euch zu Fragen zu Anträgen und Co beraten können.
Christoph antwortete auf das Thema: #102271 11 Sep 2016 20:40
Hallo zusammen,

mit Datum vom 06.09.2016 ist die Bekanntmachung des Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses ja nun im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit gültig geworden - hat schon jemand eine Reaktion zu dem Thema von seiner Krankenkasse?

Die TK sagt telefonisch sinngemäß, dass sie noch ein paar Tage brauchen um sich zu sortieren..

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