Werde unser Facebook Fan

                                     

Neues aus Forschung

Fr1da-Folgeprojekt: Typ 1 Diabetes im Frühstadium behandeln

fride2(Neuherberg, 10. November 2015).Weltweit großes Aufsehen erregte die bayernweite Pilotstudie Fr1da zur Früherkennung von Typ 1 Diabetes. Jetzt soll es für Kinder mit einem frühen Stadium des Typ 1 Diabetes eine neue Behandlungsmöglichkeit geben, um das Auftreten der klinisch-symptomatischen Erkrankung zu verhindern. Ähnlich einer Desensibilisierung soll in der Fr1da-Insulin-Interventions-Studie durch eine orale Einnahme von Insulinpulver die Entwicklung einer schützenden, regulativen Immunantwort gefördert  werden. Das Angebot desInstituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, richtet sich an Kinder im Alter  von zwei bis zwölf Jahren, bei denen mehrere für Typ 1 Diabetes spezifische Inselautoantikörper im Blut nachgewiesen wurden. Neu ist, dass die Teilnahme keinerlei genetische Vorbelastung voraussetzt. 

Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit den höchsten Erkrankungszahlen für Typ 1 Diabetes: Derzeit erkranken etwa vier von 1000 Personen oder 0,4 Prozent. Das bestätigen nun auch die ersten Ergebnisse der bayernweitenFr1da-Studie:Typ 1 Diabetes im Frühstadium wurde bisher bei 87 Kindern beziehungsweise 0,37 Prozent der bisherigen Studienteilnehmer diagnostiziert. DieFr1da-Studie (www.fr1da-studie.de) wurde durch dasInstitut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, mit der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml als Schirmherrin zu Beginn dieses Jahres initiiert. Bisher nahmen bereits rund 25.000 Kinder teil. Jede zweite Kinderarztpraxis in Bayern bietet den Bluttest an.

Behandlung des Typ 1 Diabetes im Frühstadium

Durch den Nachweis mehrerer Inselautoantikörper lässt sich Typ 1 Diabetes erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. In diesem Frühstadium der Erkrankung lässt sich der Autoimmunprozess möglicherweise noch stoppen: Durch orale Gabe von Insulinpulver soll die Entwicklung einer schützenden regulativen Immunantwort – ähnlich der Desensibilisierung bei einer Allergiebehandlung – gefördert werden. Das mit der Nahrung aufgenommene Insulin hat, im Gegensatz zu gespritztem Insulin, keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Stattdessen soll es das Immunsystem trainieren, eine Toleranz gegen das körpereigene Hormon Insulin zu entwickeln. „Bei gesunden Kindern mit einem hohen genetischen Erkrankungsrisiko für Typ 1 Diabetes gab es in derPre-POINT-StudieAnzeichen dafür, dass eine Behandlung mit oralem Insulin eine regulative Immunantwort hervorrufen könnte“, so Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorindes Instituts für Diabetesforschung. „Ob sich dieser positive Effekt auch bei Kindern im Frühstadium der Erkrankung auslösen lässt, soll die neueFr1da-Insulin-Interventions-Studieprüfen.“

Erste bevölkerungsweite Typ 1 Diabetes-Präventionsstudie

Die neue Interventionsstudie richtet sich an Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren, bei denen bereits mehrere Diabetes-Autoantikörper im Blut nachweisbar sind und bei denen daher ein Frühstadium des Typ 1 Diabetes vorliegt. Eine Teilnahme – und das ist neu – setzt weder voraus, dass bereits ein Familienmitglied an Typ 1 Diabetes erkrankt ist, noch dass bestimmte genetische Faktoren vorliegen. Bislang konnten amInstitut für Diabetesforschungnämlich nur Kinder und Erwachsene präventiv behandelt werden, die Verwandte mit Typ 1 Diabetes haben. Ziegler sieht in dem neuen Design derFr1da-Insulin-Interventions-Studieeine Errungenschaft: „Wir sind sehr froh, dass wir denjenigen Kindern, bei denen der Typ 1 Diabetes in einem frühen asymptomatischen Stadium diagnostiziert wurde, nun auch eine präventive Behandlungsoption anbieten können. Damit birgt die Früherkennung die Chance, einen Schritt weiter auf dem Weg zur Heilung des Typ 1 Diabetes zu gehen“. 

Anmeldung und Informationen:
Institut für Diabetesforschung
Helmholtz Zentrum München
Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Tel.: 0800 – 4 64 88 35 (kostenfrei)
E-Mail:diabetes.frueherkennung@helmholtz-muenchen.de
www.typ1diabetes-verhindern.de

Quellverweis: Meldung des Helmholtz Zentrums München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) vom 10.11.2015

Tags: Forschung, Fr1da Studie, Symptome, Helmholz Zentrum, Prävention, Anzeichen, Diagnose, Organisationen

Drucken E-Mail

Login