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Erfolgreiche Petition der DDH-M zur Schulversorgung für Kinder mit Typ-1-Diabetes in Berlin

deutschediabeteshilfeMedizinische Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Typ-1-Diabetes in Berlin wird künftig wieder von dafür qualifizierten Schulhelferinnen und Schulhelfern geleistet.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie teilte mit, dass die medizinische Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Typ-1-Diabetes in Berlin künftig wieder von dafür qualifizierten Schulhelferinnen und Schulhelfern geleistet werden kann. Die medizinische Unterstützung besteht im Messen der Blutwerte und der Berechnung des Mahlzeiten-Insulins bei Grundschülern, die das noch nicht allein können. Nach einer Änderung der Sonderpädagogik-Verordnung im Jahr 2019 war diese Leistung nicht mehr vorgesehen.

Wirksam wurde die Änderung zum Jahresbeginn 2020. Die DDH-M wandte sich daraufhin mit einer Petition an das Abgeordnetenhaus von Berlin. In einer ersten Reaktion stellte die Verwaltung dar, dass die soziale Betreuung für Kinder mit Typ-1-Diabetes weiterhin gewährleistet ist, es gehe „nur“ um die medizinische Leistung des Messens und Berechnens.

Knackpunkt dabei ist, wer diese Leistung bezahlt. Für die soziale Betreuung durch die Schulhelfer ist die Senatsverwaltung verantwortlich, für die medizinischen Leistungen die jeweiligen Krankenkassen. Demnach müsste ein spezialisierter Pflegedienst in die Schule kommen und die Insulingabe veranlassen. Die eigens dafür ausgebildeten Schulhelfer, die auch die Beziehungspersonen sind, dürfen nicht helfen.

Die DDH-M blieb dran und erfuhr aus Gesprächen mit der Senatsverwaltung von Berlin, dass diese das Anliegen der Petition verstanden hat und es unterstützt. Zunächst konnte die Senatsverwaltung für einige Kinder eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen als Einzelfallentscheidung erreichen. Ziel ihrer Verhandlungen mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen war jedoch eine generelle Kostenerstattung für ärztlich verordnete medizinische Leistungen durch die Kassen, auch wenn diese nicht durch einen Pflegedienst erbracht werden.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Ich freue mich sehr, dass wir hier in mehreren Gesprächen eine Einigung erzielen konnten. Für Familien von Schülerinnen und Schülern mit Diabetes-Erkrankung bedeutet das eine große Erleichterung. Denn in Berlin wäre es für sie sehr schwer geworden, einen Pflegedienst zu finden, der die Diabetes-Versorgung in der Schule übernimmt.“
Durch die Vereinbarung entfällt für die Sorgeberechtigten die aufwändige und oft ergebnislose Suche nach einem Pflegedienst. Die notwendige Versorgung der betroffenen Schülerinnen und Schüler kann im Rahmen der ergänzenden Pflege und Hilfe während der Zeit des Schulbesuchs aus einer Hand geleistet werden.

Judith Krämer, Vorsitzende der DDH-M: „Sehr oft müssen Elternteile ihre Arbeit aufgeben oder verkürzt arbeiten, um ihrem Kind mit Typ-1-Diabetes den Besuch der Regelschule zu ermöglichen. Ich freue mich umso mehr, dass wir mit unserer Petition Erfolg hatten und Berlin zu der bewährten Praxis zurückkehrt. Das Schulhelfer-Modell ist bundesweit vorbildlich. Die DDH-M setzt sich gemeinsam mit anderen Diabetes-Organisationen dafür ein, dass Kinder mit Diabetes in allen Bundesländern gleich gute Chancen auf Bildung und Inklusion haben. Von diesem Ziel sind wir leider noch weit entfernt.“

Quellverweis: Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) e. V. vom 27.10.2021

Tags: Schule, DDH, Betreuung, Politik


Kalino antwortete auf das Thema: #117040 23 Nov 2021 22:20
Hi Steffi,
das hört sich ja toll an! Wie viele Schulhelferstunden wurden euch denn bewilligt?
Herzliche Grüße!
Steffi.Maya antwortete auf das Thema: #117032 23 Nov 2021 18:49
Hallo, unsre Kleine ist dieses Jahr neu in der Schule (F'hain). Damals nach der Einschulungsuntersuchung hatten wir einen Termin mit dem SIBUZ, die haben den Bedarf ermittelt. Zusammen dann mit der Schule wurde mit uns ein Schulhelfer organisiert. Die Kosten bezahlen Amt UND Krankenkasse gemeinsam. Er und alle Lehrer, die um das Kind sind, haben eine Schulung in Diabeteszentrum gemacht. Wir als Eltern haben auch intensiv mit angelernt. Der Schulhelfer ist den ganzen Tag da und verfolgt den BZ. In BZ Unregelmäßigkeiten kann er neben dem Kind sein, ist aber in der Schule unterwegs. Wir sind so glücklich, das alles so klappt.
AnKa82 antwortete auf das Thema: #117014 20 Nov 2021 19:29
Hallo @Kalino, 
es ist schön, dass die Schulhelfer den Kindern mit Diabetes Typ1 unterstützend beiseite stehen sollen.  Leider ist die Umsetzung in der Praxis trotzdem oft schwierig. Der Weg vom Antrag über die Schule bis zur Bewilligung dauert trotzdem etwas Zeit und man ist dann doch als Eltern immer am Anfang mit im Boot. 
An welche Schule geht denn dein Kind? Wir wohnen selber in der Ecke. Wir wurden mehrere Jahre vom Pflegedienst Wilske unterstützt. Soweit ich weiß, ist es sehr mühselig überhaupt einen Pflegedienst für die Schule zu bekommen, aber wenn man nicht wenigstens eine pädagogische Fachkraft (Integrationserzieher/in) hat, die sich bereit erklärt die Versorgung mit zu übernehmen, geht es eigentlich nicht anders. 
Bei uns ist es so gewesen, dass unsere Tochter (Diagnose Anfang 1. Klasse mittlerweile geht sie in die 6.Klasse) in der 4. Klasse immer mehr selbstständig übernehmen konnte. Wir hatten/haben über die Dexcom App die Werte immer auf dem Schirm und konnten sie vor Sport oder zum Frühstück/ Mittagessen telefonisch supporten. Drücke euch die Daumen, dass ihr eine gute Lösung und Versorgung findet.
Cheffchen antwortete auf das Thema: #117010 20 Nov 2021 00:42
Hallo @Kalino,
das mit dem Schulhelfer ist ganz einfach, mit ihm reden, denn von nicht darf kann keine rede sein, denn genau das gehört zu seinen Aufgaben (In Berlin, Hamburger, Rheinland-Pfalz usw.).
Das Können ist ein anderes Thema, da zu einfach zur Schulung ins SPZ schicken.
Das System ist nicht neu, genau so wenig die Schulhelfer, die sind ja schon immer da, es wurde nur die Abrechnung selber geregelt, da einige Ämter sich etwas angestellt haben.

Cheffchen
Kalino antwortete auf das Thema: #116994 15 Nov 2021 10:33
Hallo allerseits,
hat jemand von euch Erfahrung mit diesem Thema? 
Wir haben ein Grundschulkind, 1. Klasse, Prenzlauer Berg in Berlin. 
Schulhelferin (10 Stunden/Woche) kann/darf aktuell kein Insulin abgeben. Gibt es Erfahrungen, wie man Schulhelfer 'bekommt', die Insulin abgeben können (per Pumpe)? Das "neue" System der Schulhilfe (siehe Artikel) soll das zwar garantieren, allerdings stellt sich die Frage, wo plötzlich all diese Schulhelfer herkommen sollen, die ausreichend geschult sind...
Oder hat jemand von euch in dieser Region einen Pflegedienst, der ein Grundschulkind in Berlin versorgt? (ABMed Kids wurde uns empfohlen, sie bedienen aber den Prenzlauer Berg nicht)
Oder hat jemand Ideen für Alternativlösungen in Berlin (private Pflegekraft o.ä.)? 
Herzliche Grüße und Danke!

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