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Diabetes-Kids Elternblog: Schule macht mich fertig! Dabei bin ich es doch gar nicht, die zur Schule geht.

Juni: Genau genommen ist es Ende Juni. Und super ganz genau genommen, noch 31 Tage bis zu den großen Sommerferien. Himmel, ich wünschte es wäre schon so weit! Ich bin urlaubsreif! Die Schule macht mich fertig! Dabei bin ich es doch gar nicht, die zur Schule geht. Und trotzdem füllt sie gefühlte 80 % des Alltags aus. Wer zum Teufel ist nur dafür verantwortlich, dass Schule fern von dem Biorhythmus unser Kinder anfangen muss! Unser Sohn, das ist unser Diabetiker im Team, lässt nichts liegen. Egal was es ist, wenn man es nur essen kann. Aber morgens um die Zeit, da sind die Augen am Frühstückstisch noch so fest verschlossen. Da funktioniert die Informationsübertragung von den Augen zum Gehirn und Mund einfach noch nicht. Und wenn unser Filous von der Schule zurückkommt, ist es nicht ratsam, ihn noch vor Ablauf einer Stunde an die ausstehenden Hausaufgaben zu erinnern. Besonders ungeliebt sind die, die einem das Wochenende versauen. Unsere Tochter kann das nicht verstehen. Noch nicht. Aber der Tag der Ernüchterung wird auch für sie bald kommen.

Eine kurze Momentaufnahme: Unsere Tochter liegt gerade in ihrem Zimmer und lernt FREIWILLIG das Alphabet! Sie kann es kaum erwarten in die Schule zu kommen und möchte ständig neue Worte schreiben oder Buchstaben raten. Ihr ständiger Begleiter ist ein kleiner Schreibblock und Bleistift. Darauf wird alles notiert. An meinem Schreibtisch hat sie ein Aufenthaltsverbot erwirkt, nachdem sie mir auf wichtige Unterlagen ihren Namen geschrieben hatte. Unter anderem auf der Klassenarbeit unseres Sohnes, die ich noch zu unterschreiben hatte. Auf der Rückseite strahlte ein tolles Bild von ihrem Bruder. (Wenn es in diesem Haus einen Mangel gibt, dann sicherlich nicht an Schreibtischen! Ich frag mich, warum sie ausgerechnet immer an meinem sitzen will.)

Unser Sohn sitzt derweil hinter mir. UNFREIWILLIG! Sein Seufzen und Jammern, zuweilen auch Fluchen, kann ich seit ca. zehn Minuten nicht mehr hören, denn ich habe mir Kopfhörer aufgesetzt und höre beim Tippen James Blunt. Das beruhigt ungemein. Man wird fast euphorisch dabei. Fast, denn ...

Zwanzig Minuten später könnte ich eine Tasse Kaffee vertragen. Mein Blutdruck rät allerdings dringend davon ab. Inzwischen ist unser Sohn fast am Ende. Nicht am Ende der Hausaufgaben, sondern seiner Frustrationstoleranzgrenze!

So oder ähnlich wird es sicher in jeden zweiten Haushalt mit schulpflichtigen Kindern zugehen. Zumindest würde mich das etwas trösten, denn die Genies, die ihren Eltern ja so viel Freude bereiten, habe ich schon zur Genüge in meinem Umfeld. Nie schlechte Noten. Immer unterwegs, zum Reiten, zum Geige- oder Gitarrenunterricht. Unser Sohn ist ein ganz normales Kind. Er ist nicht im Mindesten an Musik interessiert. Mal mehr, mal weniger motiviert. Dafür sorgen Fräulein Vorpubertät und Mister Diabetes.

Oh, weil ich gerade Mister Diabetes erwähne, also der ist ja gerade so richtig am Austicken! Ich könnte ihn nehmen und gegen die Wand klatschen! Keine Ahnung, was ihn gerade so dermaßen die Stimmung vermiest. Ist es die lange Weile, wenn unser Sohn selig schläft, was ihn Tango tanzen lässt? Oder trifft ihm vielleicht gar keine Schuld? Fräulein Vorpubertät wohnt noch nicht lange bei uns. Vielleicht ist es wie im realen Leben. SIE gibt den Ton an und ER spurtet los. Er hat keine Ahnung warum, weil er keinen direkten Befehl erhalten hat. Er weiß nur, wenn er nicht tut, was sie will, dann ist Rom offen! Nicht auszudenken, was passiert, wenn aus dem Fräulein eine Frau wird. Frau von und zu Pubertät.

Bitte, bitte, lass die Zeit stillstehen! Ich, wir sind noch nicht so weit.

Tags: Elternblog, Blog

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