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Diabetes-Kids Elternblog: Schulbegleitung – The next Level

Schulbegleitung – The next Level


Mein drittes Jahr als Schulbegleitung geht zu Ende. Die Hälfte davon war durch die Pandemie geprägt. Es war eine verrückte und kräftezehrende Zeit, aber auch eine große Chance, Teil von etwas Besonderen zu sein.


IMG 20210706 WA0028Es scheint so, als hätte ich meine Berufung gefunden. Dabei dachte ich 20 Jahre lang, dass Zahnarzthelferin mein Nonplusultra sei. Heute schaue ich mit anderen Augen darauf. Als Prophylaxeassistentin hatte ich zwar einen verantwortungsvollen Beruf, aber letztendlich standen Dokumentation, Abrechnung und Hygienestandards mehr im Vordergrund als der Mensch selbst. Als Schulbegleitung steht das Kind mit seiner Familie an oberster Stelle und mein Auftrag ist es, dafür Sorge zu tragen, dass es am Schulalltag teilhaben kann. Ohne hervorgehoben oder zurückgesetzt zu werden. Dafür ist oft Fingerspitzengefühl gefragt und eine gute Beobachtungsgabe.

Der Umgang mit Diabetes war kein Problem für mich, denn mit Typ 1 kannte ich mich aus. Dafür war es für mich absolutes Neuland, wie es hinter der Tür eines Klassenzimmers zuging. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass so ein Schulalltag, auch wenn es gerne so dargestellt wird, eben nicht einfach so mit Diabetes läuft und dass es nicht mit: „Dann muss der Lehrer halt ab und zu mal drauf schauen und hin und wieder daran erinnern.“, abgetan ist. Als ich die Stelle antrat, war ich wie viele Eltern der Meinung, es könne ja nicht so schlimm sein. War es auch nicht, sondern schlimmer, als ich es mir in den buntesten Farben hätte ausmalen können. Heute sehe ich das viel entspannter, aber am Anfang war das schon ein kleiner Kulturschock.

 Winzig und schutzbedürftig, so war mein erster Eindruck, als sie aufgeregt in ihr Klassenzimmer kamen. Klarer Anfängerfehler! Klein ja, aber bereit die Welt zu erobern! Dabei stürzten sie regelmäßig über alle möglichen Dinge. Am meisten fielen sie Schulranzen zum Opfer, die plötzlich aus dem Nichts auftauchten und sich ihnen in den Weg stellten. Turnbeutel sind ebenfalls ganz hinterlistige Biester! Sie umschlingen Kinderfüße und reißen sie zu Boden. Außerdem sind Erstklässler immer auf der Suche. Es gibt nichts, was nicht auf wundersame Weise verschwindet. Mein Eindruck in den ersten Monaten war, dass es in jedem Klassenzimmer einen unsichtbaren Dieb gab, der mit Vorliebe Stifte klaute oder unermüdlich Arbeitsblätter versteckte. Selbst in der Umkleide der Turnhalle musste so ein Wicht leben.

Neben verschwindenden Sachen galt es für mich noch viele andere Hürden zu nehmen. Die Einfachste war rein optischer Natur. Es dauerte nur ein paar Tage, um die Kleiderordnung der Lehrkräfte zu durchschauen, sie halbwegs umzusetzen klappte erst ein Klassenfoto später.

Es gibt keine Ausbildung zur Schulbegleitung, was ich immer noch schade finde, denn eigentlich drückt man als medizinische Schulbegleitung in doppelter Hinsicht die Schulbank. Als Teil der Klasse und noch in eigener Sache. Schließlich wollte ich nicht als Störfaktor wahrgenommen werden. An meinen ersten Arbeitstag hatte ich mehr Respekt vor den Lehrern als vor denen, die sie unterrichten sollten. Zu meinem Glück entpuppte sich die Klassenlehrerin nicht als menschenfressende Person und wir fanden schnell einen Draht zueinander.

Allerdings wurde mir bewusst, dass wenn ich in diesem Mikrokosmos bestehen wollte, dann durfte ich mich nicht nur auf meinen Bereich konzentrieren. Ich war von Pädagogen umzingelt und eins war klar, dass ich analysiert und eventuell für unwürdig erachtet werden könnte, ohne es an diversen Gesichtszügen zu bemerken. Hier sind Lehrkräfte außerordentlich gut trainiert. Ihre Mimik unterliegt anderen physikalischen Gesetzen. Wenn ich nicht einverstanden bin oder etwas nicht verstehe, dann sieht man mir das außerordentlich gut an. Es fehlte mir an einer soliden Grundlage, damit ich umsetzen konnte, wozu ich da war. Wenn ich schon zum zweiten Mal in meinem Leben die erste Klasse absitzen musste, konnte es nicht schaden, tiefer in die Materie vorzudringen.

Von der Klassenlehrerin bekam ich Bücher ausgeliehen. In Zeiträumen, in denen nicht viel zu tun war, lass ich mich durch Fachliteratur. Nebenher: zuhören, beobachten, merken, beobachten, vergleichen und Rückschlüsse ziehen. Gab es einen tieferen Sinn, warum man dies und jenes so erklärte? Warum bei dem Schüler so und dort anders? Zuhören, merken und später nachfragen. Mit den Wochen kamen immer mehr Aha-Effekte dazu und durch mein wachsendes Hintergrundwissen konnte ich besser auf alltägliche Situationen eingehen und somit nicht nur mein Begleitkind, sondern auch die anderen Kinder angemessen unterstützen. Es war eine Win-win-Situation. Schon irre, dass ich und der Rest der Welt keine Ahnung davon hatte, was auf uns zurollte und ich ganz schnell in einer Form über mich hinauswachsen musste, die so nicht vorgesehen war.


 Das 2. Schuljahr



IMG 20200316 WA0011Am ersten Schultag der Zweitklässler kamen mir alle einen halben Kopf größer vor. Wahnsinn, wie die gewachsen waren und nicht nur an Größe. Einige wirkten nicht mehr so quirlig. Bis zu den Winterferien lief der Alltag noch so ab, wie er uns heute fern und fast schon fremd erscheint. Ohne Abstandsgebot, ohne Masken, ohne die ständigen Sorgen. Ein Leben ohne Pandemie. Das änderte sich zum Jahreswechsel, als COVID-19 die Grenzen überwand und sich über die Welt zu verbreiten begann.

Im Januar sah ich morgens vor dem Sportunterricht, wie die Klassenlehrerin ausgehungert Müsli futterte und hätte ihr die frohe Botschaft schon so vorhersagen können. Mir war an ihr bereits eine ungewöhnliche Reizbarkeit aufgefallen. So wurde meine Rolle im Februar 2020 als Schulbegleitung in eine vollkommen andere Bahn katapultiert, denn schwangere Lehrkräfte durften zu diesem Zeitpunkt – damals wehrte man sich noch, es Pandemie zu nennen - nicht mehr arbeiten. Über Nacht wurde ich zum Verbindungselement zwischen ihr, der Klasse und den unzähligen Vertretungen, die dann kamen.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, führte ich täglich Protokoll, was in welchem Fach gemacht wurde und was an Fragen von den Kindern kam. Gefühlt hatte die Hälfte der Klasse Bauchweh, die andere Hälfte Beulen und Schrammen. Die Vertretungslehrer brauchten immer mal wieder Auskunft, wie der Stand der Dinge war. Nach dem Unterricht leitete ich sämtliche Fragen, Probleme an die Klassenlehrerin weiter und was ich regeln konnte, leitete sie wieder an mich zurück. In der Zeit wurde ich auch gut mit dem Monstrum von Kopierer bekannt, der neben dem Sekretariat steht. Während die Kinder an ihren Füllerführerschein arbeiteten, machte ich meine Lizenz zum Drucken. Beidseitig und in allen möglichen Formaten. Mit oder ohne Farbe. Gelocht oder geklammert. Klammer oben oder unten und was weiß der Geier.

Im März 2020 war es schon fast eine Erlösung, als der erste Lockdown kam. Doch das der so lange gehen würde, hätte zu dem Zeitpunkt kaum einer gedacht und auch was noch alles folgen würde.

Bis zu den Sommerferien war es fast eine unbeschwerte Zeit, wenn auch mit tagtäglichen noch nie da gewesenen Herausforderungen. Schließlich kämpfte ich wie Millionen anderer Eltern mit Homeschooling und den überforderten Lehrern meiner Kinder. Wie immer saß ich zwischen den Stühlen und war hin und hergerissen. Einerseits sah ich ja selbst, was es bedeutete, den Unterricht unter diesen schwierigen Bedingungen aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig hätte ich an so manch einem Tag den Mathematiklehrer meines Sohnes steinigen können.

So endete mein 2. Schuljahr als Schulbegleitung. Aber schlimmer geht immer, denn nach Homeschooling kommt Notbetreuung.


Das 3. Schuljahr


Zertifikat

Schon wieder ein erster Schultag und schon wieder eine neue Klassenlehrerin. Die ist der Wahnsinn! Nach den vergangenen Monaten konnte ich mein Glück kaum fassen. Nicht dass die anderen Lehrer schlecht oder unmotiviert gewesen wären, aber diese junge Frau ist so, wie man es sich wünscht! Ich bin immer wieder begeistert, mit was für einer Freude sie die Kinder dazu bringt zu lernen, ohne das sie es überhaupt merken. 

Das 3. Schuljahr barg eine ganze Menge neue Herausforderungen, denn es sollte ein pädagogisches Tagebuch geführt werden. Aber was genau musste man tun und wie gestaltet man das? Wie wird es wirklich aussagekräftig? Nicht nur für mich, sondern für alle Parteien, also auch als Motivationshilfe fürs Kind. Das war die Geburtsstunde der Urkunde: Diabetes - Profi in Ausbildung. Seitdem stelle ich aller fünf bis sechs Wochen diese Urkunden aus, mit einer kurzen Zusammenfassung der Fortschritte.

Hier ist die wertschätzende Sprache ein Schlüsselwort. Hört sich ein bisschen überdreht und ganz schön pädagogisch an. Konflikte entstehen, weil es unterschiedliche Erwartungen gibt und die sich immer weiter entwickelnde Autonomie der Kinder eben auch bedeutet, dass sie Entscheidungen treffen, die nicht immer richtig sind. Ist es deswegen gleich schlecht? Nicht wenn sie darauf hingewiesen werden, wo der Irrtum lag und zwar so, dass es motiviert dranzubleiben und nicht aufzugeben. In Kooperation mit der Klassenlehrerin wird also bei den Urkunden darauf geachtet, herauszuarbeiten, was gut läuft und was das Kind Tolles geleistet hat, damit es motiviert bleibt. Gleichzeitig bekommen die Eltern einen Einblick, was sich in den Zeitabständen verbessert hat.

MittagessenZu den neuen Anforderungen kamen die langen Schultage mit Mittagessen. Mir war es wichtig, dass mein Begleitkind keine Extrawurst gebraten bekam. Es sollte essen, was die anderen Kinder bekamen. Die gleiche Menge und auch nicht durch selbst abwiegen, unangenehm aus der Masse hervorstechen. Dazu komme ich später. Außerdem war es wichtig, dass es selbst entscheidet, was es essen möchte und was nicht. Wichtig war, zu wissen, was man isst und wie man´s eingeben muss.

Deshalb wird alles in der Küche abgewogen, auf einen Zettel notiert und mit Teller zum Selbstausrechnen aufs Tablett gelegt. Nachdem ich mir den Vorgang in der Mensa angeschaut hatte, war das vom Ablauf die beste Lösung.

Dazu ein paar Nebeninformationen. In der Mensa ist es so, dass viele Kinder in kurzer Zeit ihr Mittagessen wollen. Die Teller werden zügig auf Tabletts gestellt und weitergeschoben. Die kleinste Verzögerung und es staut sich. Es ist auch so, dass die Theke eine große Barriere darstellt, wo man nicht drum herumlaufen oder herüberlangen kann. Man muss sich im Klaren sein, dass wenn das Kind sein Essen selbst abwiegen soll, es entweder in die Küche muss, was aus hygienischen Gründen nicht erlaubt ist oder bekommt einen weiteren Teller, um dann im Speisesaal selbst abzuwiegen. Wiederum hat dies dann zur Folge, es dauert lange, fällt extrem auf und das Gericht sieht auch nicht mehr so hübsch aus. In der Mensa geben sie sich von der Optik her richtig Mühe! Es ist fast wie in einem Lokal und nichts wird lieblos auf die Teller geklatscht.

Essen berechnen und schätzen, machen wir noch zusammen. Ich schreibe es während gegessen wird auf die Rückseite des Mensazettels, dann darf es selbst heraussuchen, wie viel KE was hat und zum Schluss dreht es den Zettel um und kann kontrollieren. Übrigens sitze ich nicht mit am Tisch, sondern entweder draußen auf der Terrasse oder in einer vollkommen anderen Ecke. Heraussuchen bedeutet im Mensabuch, was ich gebastelt hatte. Darin sind alle Gerichte mit Bild und KE. Die Gerichte hatte ich vom ausgedruckten Speiseplan und die Angaben entweder aus dem Gedächtnis oder von Herrn Google. Wenn etwas Kulinarisches darunter war, stand es auch schon mal auf meinem Einkaufszettel und mein Sohn fungierte als Versuchskaninchen.

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Falls bei Euren Kindern ein Mensabesuch ansteht, schadet es nicht, sich die Sache vor Ort anzuschauen und mit dem Küchenpersonal zu reden. Hilfreich ist es, wenn Speisepläne über einen längeren Zeitraum feststehen. Den kann man ausdrucken und vorab berechnen und farbig anmalen. Dazu gleich mehr.

Es ist gar nicht notwendig, dass man Kohlenhydratangaben von der Küche braucht und das Personal telefonisch „schalu“ macht. Alles was man wissen muss, ist, was es gibt. Wichtig für das Kind ist vor allem, wie schnell die Kohlenhydrate wirken. Hier arbeite ich mit Farben. Neben den Gerichten wurden farbige Punkte geklebt.

Grün für. Geht schnell ins Blut.

Rot: Geht langsam ins Blut.

Das Gleiche kann man auch nur mit dem ausgedruckten Speiseplan machen. Farbig markieren, was relevant ist und daneben schreiben, was … Gramm an KE haben. (45 Gramm Reis=1 KE)

Eine gute Taktik, wenn keiner einen Plan hat:

Jede Zutat abwiegen lassen. Das kann gut vorher gemacht werden, wenn sie wissen Kind x kommt und nicht erst dann, wenn es schon mit großen Augen vor der Theke steht und Hunger wie ein Wolf hat. Wurst egal, ob etwas dabei ist, was nicht berechnet werden muss. Es ist keine Raketenwissenschaft! Sobald man weiß, was wie viel wiegt, hat man in den meisten Fällen schon gewonnen!

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Apfelpfannkuchen mit Vanillasoße, Gemüselasagne mit Tomatensoße, Tortelliniauflauf mit buntem Gemüse und Sahnesoße, Tortellini mit Ricotta Spinatfüllung dazu KräutersoßeGebackene Kartoffelstücke mit gegrilltem Gemüse und Quark


Ausnahmen gibt es immer mal wieder. An eine Situation kann ich mich noch gut erinnern. Ganz am Anfang vom Schuljahr. Es gab Tortelliniauflauf. Aufläufe sind der Horror! Ich hatte mein Begleitkind angeschaut und gesagt: „Normalerweise müssten wir die Tortellini jetzt abzählen, aber ich weigere mich hiermit, dir das Essen zu zerhacken! Es wäre ganz toll, wenn du sie beim Essen zählen könntest, aber verlangen kann ich das jetzt nicht von dir. Wir können es auch grob schätzen“ Später kam das Kind zu mir, grinste mich an. „Hab sie alle gezählt.“  

SchuWeibaumSo verging der Sommer und nach den Herbstferien kam die Pandemie mit Wucht zurück.Kein Nachmittagsunterricht mehr, dementsprechend auch kein Mittagessen. Alle Bemühungen auf Eis gelegt. COVID-19 zog durch die Klassen. Infizierte Lehrer und Schüler. Es war ein Kommen und Gehen. Täglich musste mehr in Quarantäne. Es ging bis zur kompletten Schulschließung, aber zum Glück immer nur für mehrere Tage und dann begann das Spiel von vorn. Bis kurz vor Weihnachten war es eine mentale Tortur. Es war eine ähnliche Situation wie im Vorjahr, nur dass die neue Klassenlehrerin immer mit blauem Auge davon kam und von der Schule nicht so oft fernbleiben musste. Das dicke Ende kam vor den Weihnachtsferien, die vorgezogen wurden und schon wieder steckte man im nächsten Lockdown fest.

 

Im Januar 2021 wurde ich in die Notbetreuung geschickt. Eine Erfahrung der ganz besonderen Art. Trotzdem eine weitere Möglichkeit mich zu beweisen. Was anfänglich ein Ausnahmezustand war, wurde für mich Alltag. Bis zu 10 Kinder mit mindestens fünf unterschiedlichen Arbeitsblättern. Er macht Mathe, sie Deutsch, der Nächste Sachkunde. Als es zurück in den Wechselunterricht ging, war ich Profi im erklären, wie halbschriftliches Dividieren und Multiplizieren funktioniert. Es ist nämlich so, dass montags allgemeine Mathe-Amnesie herrscht, die dienstags langsam abklingt. Am Mittwoch ist man wieder motiviert, dass man donnerstags fast selbstständig rechnet und freitags sind alle Mathe-Profis. Tja, und nach dem Wochenende kommt leider der Montag.

Meine Hauptaufgabe als Schulbegleitung koordinierte ich natürlich auch noch. In der Notbetreuung gab es am Anfang keine Struktur. Es gab keine definierten Frühstücks- und Pausenzeiten. Was dann zu Folge hatte, dass man auch mal eine Stunde draußen toben konnte und am nächsten Tag nur zwanzig Minuten, je nachdem wie flott gearbeitet wurde.

Nach den Pfingstferien ging es wieder in den Wechselunterricht. Bedeutete: einen Tag Unterricht mit der Klassenlehrerin im halben Klassenverband. Am Folgetag war wieder Notbetreuung. Inzwischen waren die meisten Erwachsenen an der Schule geimpft und eine spürbare Entspannung machte sich breit, die nur kurz von der Einführung der Schnelltests unterbrochen wurde. Inzwischen sind die Kinder richtige Profis darin und dabei erleiden sie keine Todesqualen, nur hin und wieder muss einer niesen.

Schließlich saßen wir alle wieder im großen Klassenverband und hatten normalen Unterricht. War das schön! Es gab sogar einen langen Tag Unterricht und somit konnten wir beim Mittagessen weiter üben.

Jetzt, kurz vor den Sommerferien fühle ich mich unterfordert. Mein Begleitkind und die Klassenkameraden sind ganz schön selbstständig geworden. Sie fallen nicht mehr über ihre Ranzen, stolpern höchstens mal über ihre offenen Schuhsenkel. Na gut, auf der Suche sind sie immer noch. Ich denke, daran wird sich vermutlich bis zum Schulabschluss nichts ändern. Sie haben eine ganz tolle Klassenlehrerin, die den Haufen im Griff und auch keine Scheu davor hat, sich auf den Diabetes einzulassen. Zeit zu gehen.

Wie der Zufall es wollte, kamen dieses Jahr noch zwei andere Kinder dazu, die einen Diabetes entwickelten. Eins davon darf ich zusätzlich begleiten und alles wieder auf Anfang drehen. Gleichzeitig bietet die doppelte Konstellation eine große Chance für mein erstes Begleitkind, denn ich bin zwar nicht mehr so oft in der Klasse, doch trotzdem noch in der Nähe, falls es Fragen geben sollte.

Ich freue mich auf die neue Herausforderung, auch wenn es bedeutet, wieder auf niedrigen Stühlchen zu sitzen und zu beobachten, wie hinterlistige Turnbeutel kleine Kinderfüße stellen oder Wichte Bleistifte klauen und Arbeitsblätter verstecken.

Noch ist die Pandemie nicht vorbei, aber ich hoffe, dass das Schlimmste überstanden ist. Ansonsten wurden mir in den letzten drei Jahren genug Möglichkeiten gegeben, an meinen Aufgaben zu wachsen, sodass ich mich gewappnet fühle.

 

Tags: Schule, Betreuung

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