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Dies & Das

Diabetes ist "globaler Notfall" für Familien

Umfeld muss in Umgang und Erkennung der Erkrankung stärker eingebunden werden

Wien (pte021/06.11.2018/12:30) - Rund jeder elfte Mensch weltweit hat Diabetes und die Erkrankung ist weiter auf dem Vormarsch. "Es ist eine Art globaler Notfall", meint Nebojsa Lalic von der International Diabetes Federation (IDF) http://idf.org im Rahmen eines Wiener Pressegesprächs zum bevorstehenden Weltdiabetestag am 14. November. Dabei ließen sich durch eine Früherkennung von Warnzeichen viele Diabeteserkrankungen gänzlich verhindern oder zumindest besser kontrollieren, um schweren Komplikationen vorzubeugen. Dabei könnte jedenfalls die Familie eine größere Rolle spielen.

Faktor Familie wichtig

Aufgrund der großen Verbreitung der Erkrankung steht der diesjährige Weltdiabetestag unter dem Motto "Diabetes betrifft jede Familie". "Irgend jemand in der Familie oder dem nächsten Bekanntenkreis ist ganz sicher betroffen", erklärt Alexandra Kautzky-Willer, Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) http://oedg.at . Entsprechend wichtig ist es aus Sicht von IDF und ÖDG, dass auch Familie und Umfeld von Betroffenen besser über die Erkrankung informiert und in deren Management eingebunden wird. Letzteres könnte durch besseren Lebensstil an sich schon dazu beitragen, weiteren Fällen vorzubeugen.

Ein großes Problem ist, dass Diabetes oft zu spät erkannt wird, so die Medizinerin Kautzky-Willer. Jeder dritte Typ-2-Patient habe daher schon bei der Diagnose Komplikationen. Die Diagnose erfolge oft erst aufgrund dieser Probleme, betont Yvonne Winhofer-Stöckl, Erster Sekretär der ÖDG. "Das klassische Beispiel ist der Herzinfarkt", sagt die Medizinerin. In Österreich liege bei rund 600.000 Betroffenen die Dunkelziffer derzeit bei etwa 40 Prozent. Eben dem gelte es entgegenzuwirken und auch hier könnte letztlich die Familie ein entscheidender Faktor sein.

Warnsignale richtig deuten

Anzeichen der Hyperglykämie wie Gewichtsverlust, häufiger Harndrang, gesteigerter Durst und Müdigkeit fallen Winhofer-Söckl zufolge Familienangehörigen eher auf als den Betroffenen selbst. "Doch nur, wenn diese auch daran denken, dass sich dahinter eine Diabetes verstecken könnte, kann dies zu einer rechtzeitigen Diagnose und Therapieeinleitung führen", betont die Medizinerin. Auch das zeigt, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit besser über Diabetes zu informieren. Eine Früherkennung und eine darauf folgende Umstellung des Lebensstils kann zudem nicht nur dem unmittelbar Betroffenen helfen - wenn der Rest der Familie mitmacht, ist das Diabetes-Prävention.

Das richtige und rechtzeitige Deuten von Symptomen ist aber nicht nur bei Typ-2-Diabetes ein Problem. Auch bei der kindlichen Typ-1-Diabetes werden oft Fehler gemacht. So werde insbesondere bei Mädchen oft fälschlich eine Essstörung angenommen, warnt Birgit Rami-Merhar, Leiterin der Diabetesambulanz an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien http://meduniwien.ac.at . Insgesamt werde bei 37 Prozent der Kinder die Diabetes zu spät erkannt. "Je früher die Kinder diagnostiziert werden, desto eher können Komplikationen vermieden werden", mahnt Rami-Merhar.

Schritte zur Prävention

Die IDF und ÖDG mahnen an, Maßnahmen zu ergreifen, die einer Früherkennung dienlich sind. "Typ 2 könnten wir in vielen Fällen vermeiden", betont Kautzky-Willer. Sie fordert daher unter anderem die Bestimmung des Hämoglobin A1c-Werts als Teil der Gesundenuntersuchung. Denn ein erhöhter Wert ist ein viel klareres Warnsignal als nur der reine Nüchternblutzuckerwert.

Fotos zur Pressekonferenz stehen unter https://fotodienst.pressetext.com/album/3691 kostenlos als Download zur Verfügung.

Quellverweis: pressetext.com vom 6.11.2018

Tags: Betreuung, Prävention, IDF

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