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Dies & Das

Deutsche Diabetes Gesellschaft verleiht Medienpreise 2018

Exzellente Beiträge zu Metabolischem Syndrom bei Kindern, Glukosemessung, Diabetes Medikamenten und Diabulimie

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat zum fünften Mal ihre Medienpreise für herausragende journalistische Beiträge zum Thema Diabetes mellitus vergeben. Die fünfköpfige Jury wählte aus fast 30 Beiträgen vier Preisträger aus. Zu den Gewinnern gehören in der Kategorie Hörfunk Ingeborg Hain (Bayerischer Rundfunk), in der Kategorie Fernsehen Markus Böhle (ZDF), in der Kategorie Print Eileen Stiller (FOCUS-Diabetes) sowie Ana-Marija Bilandzija (Zeit Online) in der Sparte Sonderpreis Online. Die DDG Medienpreise werden am heutigen Freitag, 9. November 2018, im Rahmen der 12. Diabetes Herbsttagung in Wiesbaden überreicht.

„Eine chronische Erkrankung wie Diabetes mellitus ist für jeden Patienten eine tagtägliche Herausforderung. Nach der Diagnose muss vieles im Alltag geändert werden und eine gute Therapie setzt ein konsequentes Selbstmanagement voraus“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, DDG Mediensprecher und Vorsitzender der fünfköpfigen Jury der DDG Medienpreise 2018. „Bei der Auswahl der diesjährigen Preisträger haben wir vor allem nach Beiträgen gesucht, die einen Bezug zum Alltags-Management haben. Wir sind dabei auf vier Einreichungen gestoßen, die nicht nur ‚handwerklich‘ überzeugen, das heißt allen journalistischen Kriterien entsprechen, sondern auch ganz konkrete ‚Handlungsempfehlungen‘ oder hilfreiche Informationen zur Verfügung stellen.“

Nicht selten werden aus übergewichtigen Kindern und Jugendlichen später Erwachsene mit Gewichtsproblemen, die in der Folge gravierende gesundheitliche Probleme bekommen können. Die Hörfunk-Journalistin Ingeborg Hain richtet ihren Blick auf die Jüngsten in unserer Gesellschaft und beleuchtet in ihrem am 20. März 2018 auf Bayern 2 gesendeten Beitrag Metabolisches Syndrom – Ein gefährliches Quartett bei Kindern und Jugendlichen, was Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Fettstoffwechselwerte für betroffene Kinder und Teenager sowie ihre Eltern bedeuten. Moderne Ansätze wie multimodale Programme gegen Übergewicht mit den Eckpfeilern Ernährung, Sport und Psychologie werden ebenso vorgestellt, wie therapieunterstützende Hilfsmittel für den behandelnden Kinderarzt wie beispielsweise die Online-Plattform des Bremer Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie. „Emotional packende O-Töne ziehen den Hörer von Anfang an in den Bann“, betont Gallwitz. „Entstanden ist ein exzellenter, verständlicher Radiobeitrag, der einen Überblick über die Ursachen des Typ-2-Diabetes gibt, aktuelle Forschungsergebnisse aufgreift und das Ganze mit den persönlichen Erfahrungen junger Betroffener verbindet“, fasst der DDG Mediensprecher die Juryentscheidung für den Preis in der Kategorie Hörfunk zusammen. 

Um verschiedene Methoden der Glukosemessung geht es in dem fünfminütigen Fernsehbeitrag des TV-Journalisten Markus Böhle, den die Jury als besten Beitrag in der Kategorie Fernsehen auszeichnet. Der Autor geht darin der Frage nach, wie Blutzuckermessen im Alltag funktioniert. Korrektes, regelmäßiges und sicheres Messen ist heutzutage möglich. Wie das geht und welche Alternativen es gibt, zeigt Böhle in dem für die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ (gesendet am 14. November 2017) erstellten Film Glukosemessung am Beispiel von drei Menschen mit Diabetes. Verschiedene Blutzuckermessmethoden, ihre jeweiligen Vor- und Nachteile sowie ihre „Implementierung“ in den Alltag werden anschaulich präsentiert. „Prägnant, verständlich und mehrstimmig ist der kurze Beitrag, der mit einer positiven Botschaft Patienten dazu ermuntert, die neuen Möglichkeiten der Blutzuckermessung für ein gutes Selbstmanagement auszuschöpfen“, begründet der Juryvorsitzende die Wahl.

Um moderne Diabetesmedikamente geht es in dem sehr gut recherchierten, umfassenden und aktuellen Beitrag der FOCUS-Diabetes-Redakteurin Eileen Stiller. Weit über 30 Seiten umfasst das Spezial Moderne Medikamente, erschienen in Heft 3/2017. Für wen kommen welche Medikamente infrage? Wie wirken sie? Welche Nebenwirkungen kann es geben? Was muss der Patient bei der Einnahme beachten? Dass daraus kein trockener Lexikonartikel geworden ist, liegt unter anderem an der Einbindung lebendig geschriebener Porträts und zahlreicher Expertenzitate. „Verständlich werden aktuelle Behandlungsmöglichkeiten und leitliniengerechte Therapien bei Typ-2-Diabetes dargestellt. Das überaus komplexe Thema Pharmakotherapie lotet Stiller sachlich, neutral und wissenschaftlich korrekt in seiner ganzen Bandbreite aus“, fasst Gallwitz zusammen. Die hervorragend gestalteten und anschaulichen Grafiken, ein aufgelockertes Layout und der insgesamt spannend zu lesende Text waren ausschlaggebend dafür, dass die Jury diesen Beitrag als Gewinner in der Kategorie Print ausgezeichnet hat.

Den Preis in der Kategorie Sonderpreis Online erhält die Video-Journalistin Ana-Marija Bilandzija (Zeit Online) für ihren auf Zeit Online veröffentlichten Beitrag Nach der Diät ins Koma. In dem seit 4. April 2018 online verfügbaren Film geht es um eine wenig bekannte Essstörung bei Typ-1-Diabetespatienten: Diabulimie. Essstörungen sind ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem, das vor allem Mädchen und junge Frauen betrifft. Wie hochdramatisch und lebensbedrohlich diese Störung für junge Frauen mit Diabetes Typ 1 werden kann, zeigt der viereinhalb Minuten lange Beitrag der Video-Journalistin Ana-Marija Bilandzija. Die Filmerin porträtiert eine junge Frau, die sich absichtlich zu wenig Insulin spritzte, um abzunehmen, und die dann schließlich in ein lebensbedrohliches Koma fiel. Die Protagonistin berichtet über die psychischen Probleme, die mit der Erkrankung einhergingen, und wie und mit welchen Mitteln sie heute versucht, die Essstörung in den Griff zu bekommen. Für Professor Gallwitz überzeugt der Film durch die große Offenheit und den Mut der Protagonistin. „Dadurch ist ein berührendes Porträt entstanden. Der Film lenkt eindringlich und ohne Sensationseifer den Blick auf eine noch wenig bekannte, aber sehr brisante Problematik“, begründet Gallwitz.

Als medizinische Fachgesellschaft hat die DDG ein großes Interesse daran, dass zum Wohle der Patienten neue aktuelle Forschungsergebnisse und Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes mellitus in die breite Öffentlichkeit getragen werden. „Die Zusammenarbeit mit den Medien ist uns sehr wichtig und wird – wo immer es geht – intensiv durch Mitglieder der DDG ermöglicht. Mit unseren Medienpreisen wollen wir uns durch die Auszeichnung Einzelner exemplarisch bei all denen bedanken, die sich journalistisch intensiv mit dem Thema Diabetes auseinandersetzten“, sagt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der DDG.

Die Links zu den Beiträgen finden sich auf der Webseite der DDG: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/medienpreis-der-ddg/medienpreis-2018.html

Die DDG Medienpreise werden auch 2019 ausgeschrieben. Nähere Informationen werden im Dezember 2018 auf der Webseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft bekannt gegeben.

Kurzbiographien der Preisträger der DDG Medienpreise 2018:

Kategorie Hörfunk:

Ingeborg Hain studierte Politologie, Soziologie und Kommunikationswissenschaft und arbeitete dann als freie Journalistin u.a. für Süddeutsche Zeitung, Abendzeitung München, Münchner Merkur und Freundin tätig. Sie ist auf Medizin- und Ernährungsthemen spezialisiert. Inzwischen ist sie ausschließlich für den Bayerischen Rundfunk als Autorin und Moderatorin tätig.

Kategorie Fernsehen:

Markus Böhle, geboren 1982, ist freier Journalist und TV-Autor. Er studierte Sprach- und Kulturwissenschaften an der Universität Tübingen sowie Journalismus (M. A.) an der Hamburg Media School. Für das ZDF und andere Sender realisiert er hochwertige Magazinbeiträge, Reportagen und Dokumentationen. Sein Fokus liegt auf den Themenbereichen Medizin, Gesellschaft und Verbraucher 

Kategorie Print:

Eileen Stiller, geboren 1982, ist Redaktionsleiterin bei FOCUS-Diabetes. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin bei FOCUS-Gesundheit und FOCUS-Diabetes und veröffentlichte als freie Journalistin u.a. in GEO, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Tageszeitung (taz). Sie studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Romanistik und internationale Völkerkunde in Freiburg und Barcelona.

Sonderpreis Online:

Ana-Marija Bilandzija, geboren 1991, studierte Journalistik an der Universität Eichstätt-Ingolstadt und absolvierte dann den Studiengang Diplom Regie – Fernsehjournalismus an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit März 2017 ist sie Videoredakteurin bei Zeit Online.

Mitglieder der Jury:

  • Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz, Stellvertretender Direktor Medizinische Klinik IV, Eberhard Karls Universität Tübingen, Past Präsident und Mediensprecher der DDG
  • Vera Cordes, freie Medizinjournalistin und Moderatorin des Gesundheitsmagazins Visite, NDR Fernsehen
  • Dr. Martina Lenzen-Schulte, Redakteurin beim Deutschen Ärzteblatt
  • Jochen Niehaus, Chefredakteur FOCUS-Diabetes und FOCUS-Gesundheit
  • Volkart Wildermuth, freier Hörfunkjournalist u.a. für den Deutschlandfunk 

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Quellverweis: Pressemeldung DDG vom 9.11.2018

Tags: DDG, Organisationen

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