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Bericht und Video zum Diabetes-Kids Ahoi Segeltörn 2018 oder das schönste Zimmer mit Aussicht

Ahoi2018

04.05. - 07.05.2018

Nun war es endlich soweit. Voller Vorfreude im Gepäck ging es los. Was anfänglich noch in weiter Ferne lag, war plötzlich zum Greifen nah. Auf ging unsere Fahrt am 04.05. bis nach Harlingen in den Niederlanden, dort wartete bereits zum fünften Mal der Drei-Mast-Schoner „Noorderlicht“, der in den kommenden Tagen unser Zimmer mit Aussicht werden sollte und bereits zum fünften Mal mit den Diabetes-Kids, die Segel hissen wollte, um das holländische Wattenmeer zu erkunden. Mit an Bord, wieder 40 Personen, darunter 18 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, mit jeweils einem Elternteil.

https://youtu.be/tPkqu2b5TuQ

Zudem wurde diese Gruppe, durch ein facettenreiches und engagiertes Orgateam rund um den Hauptorganisator Michael Bertsch, bestehend aus Susann Bertsch, Isabell Lass, Louisa van den Boom, Franziska Jansen, Bastian Hauck mit seiner Freundin Mona und Bordhund Jamaica begleitet. Ich danke Euch bereits an dieser Stelle ganz herzlich, weil ich es später einfach noch mal machen möchte! Gesponsert wurde die Reise durch die Firmen Roche Diabetes Care, Medtronic, DiaExpert, Ypsomed, Abbott und #dedoc*, auch hier einen Dank an früher Stelle.

Am frühen Abend empfing uns die Noorderlicht und ein neues Abenteuer begann. Langsam reisten alle an: erwartungsvoll, neugierig, freudig gespannt und ein wenig aufgeregt, vielleicht. Es lag der Zauber des Anfangs in der Luft. Gepäck wurde an Bord getragen, Autos geparkt, Kajüten gesucht, gegrüßt, gelacht und aus der Kombüse drang langsam der Geruch von Chili con Carne in unsere Nasen, spätestens jetzt knurrte der Magen. Eine erste gemeinsame Mahlzeit, eine erste offizielle Begrüßungsrunde, ein Kennenlernen, während des Sonnenuntergangs, Kinder fanden zueinander, ganz, ganz schnell. Ein Gefühl von Gemeinschaft begann.

Am 05.05. ging die Sonne früh auf, der erste Morgen erwachte, unser Zimmer mit Aussicht stach in See. Manch müde Gesichter blickten mich an. Gegen Müdigkeit hilft Kaffee, zumindest mir ; ) und ein leckeres Frühstück für alle, irgendwann war auch der Letzte wach. Dann war es soweit, nach einer fachmännischen Einweisung durch die Crew, „Moment, wie ging dies jetzt noch mal, mit dem Knoten?“, hieß es Segel hissen, Leinen los und alle machten mit. Gemeinschaft, halt. Die Motorengeräusche nahmen ab und die Segel strahlten gegen das Sonnenlicht. Die Norderlicht nahm Kurs Richtung Vlieland auf, bei ruhigem Wellengang und entspannter Atmosphäre, an die ich mich immer wieder gerne erinnere und die uns die gesamte Reise begleiteten wollte. Hier an Bord war genügend Raum für Gespräche und entspannte Momente, den Alltag ein wenig vergessen. Hier drehte sich alles um Diabetes und doch auch nicht! Die Kids spielen Karten, chillten in der Hängematte, erzählten Witze, längst eine kleine Gemeinschaft unter sich. Dies zu beobachten berührt mich immer wieder. Allein aus diesem Grunde, lohnt sich diese Reise, die neben ganz viel ehrenamtlichen Einsatz, auch durch Sponsoren erst möglich wird. Möge dies noch lange so bleiben.

Auf Vlieland angekommen, hieß es Taschen packen, keine Getränke und Kohlenhydrate vergessen, die Fahrräder standen bereit. Zeit gemeinsam die Insel zu erkunden, jeder in seinem Tempo und eincremen nicht vergessen, der Tag wird heiß. Zwischendurch eine Rast, zwischendurch ein Eis, Diabetes-Kids lud ein, wir danken Euch! Glücklich und hungrig kehrten alle zurück. Am Abend wurde an Deck, unter freiem Sternenhimmel, gegrillt. Ein kleines Highlight für sich.

Und überhaupt, weil Seeluft hungrig macht, wurde viel gekocht und gemeinsam gegessen. So wurden wir kulinarisch bestens versorgt, dies mag ich nicht vergessen zu erwähnen. Jeder Morgen startete mit einen reichhaltigen Buffett, das Frühstücksteam war schon lange wach. Auch mittags und abends versorgten wir uns selbst, in wechselnden Kochteams, bestehend aus Eltern und Kindern, dies fördert nicht nur das Gruppengefühl, sondern macht auch noch richtig Spaß.

Essen bedeutet für die Kids, vorher messen! So wurden gemeinsam Kohlenhydrate berechnet, Blutzucker gemessen, Glucose gescannt, Werte verglichen, Insulin abgegeben oder auch nicht. Ups, da hab ich was vergessen, schnell mal dran erinnern ; ). Die Kinder und Jugendlichen erlebten, sie machen dies nicht einsam, sondern offen und gemeinsam. Ein Gefühl, das sie im Alltag nicht immer begleitet. Hier lief alles ganz nebenbei und selbstverständlich. Nun gut, genug über Essen geredet, der Abend nahm seinen Lauf, hoch im Kurs das „Werwolf“ Spiel und ganz nebenbei Diabetes vergessen, sich annehmen, wie man halt ist!

Die Kids trafen sich mit Bastian Hauck, der nicht nur Weltumsegler ist, sondern selbst Typ 1er und aus seinem Leben viel zu berichten hatte. Es wurde nicht nur zugehört, sondern tolle gemeinsame Dialoge entwickelten sich. Fragen kamen auf. Auch das Thema „Unterzuckerungen und wie gehe ich damit um“. Dies wurde im Verlauf der Reise noch mal von ihm und Isabell aufgegriffen. An dieser Stelle danke ich Bastian bereits ganz herzlich. Er hat die Gruppe samt seiner Begleitung sehr bereichert und insbesondere auch meinem Sohn viel mitgegeben. Danke dafür!

Währenddessen gab es für uns Eltern einen interessanten Vortrag von Isabell Lass, Fachpsychologin Diabetes DDG und selbst an Diabetes Typ 1 erkrankt, zum Thema "Diabestes am Nestrand“. Immer wieder lausche ich gerne ihren Worten, es ist nicht nur diese charmante, witzige Art, die mich so sehr erreicht, sondern diese Gedanken, die sie bei mir und den anderen Zuhörern, ganz nebenbei in Gang setzt, und Ansprechpartnerin „zum Anpassen“ bleibt. Hier möchte ich auch ihr ganz herzlich danken, die Gespräche tuen uns einfach gut!

Und da der Beamer nun mal stand, wo er stand, erfreuten sich die Mädchen und Jungs an einem spannenden Film, während wir Großen noch an Deck saßen. Gemeinschaft in allen Ecken, hier muss sich Niemand verstecken. Gute Nacht und morgen segeln wir weiter......

Auch der Sonntagvormittag hielt viel für uns bereit: ein Expertentalk mit Michaela Blaudow von der Firma DiaExpert, die uns Interessantes zum Thema Bestellung und Weiterentwicklung zu erzählen hatte und Ansprechpartnerin blieb, Kartenkunde mit Bastian, der uns zeigte, welche Wege wir durchs Wasser nahmen, während die Noorderlicht uns sicher von Vlieland nach Terschelling brachte.

Auf Terschelling angekommen, blieb noch etwas Zeit für einen Spaziergang auf eigene Faust, die Eisdiele ist längst bekannt. Dann versammelten wir uns alle mit viel Elan am Strand, um die legendäre Strandolympiade zu starten. Hier wurde in vier Disziplinen, bei der Erinnerung muss ich heute noch lachen, gegeneinander „gekämpft“, auch ein Gemeinschaftsgefühl muss mal ne Pause machen. Ha. Ob im Dreibein-Rennen, im Hüpfball-Schnell-Lauf oder mit verbundenen Augen unterwegs, wir haben alle unser Bestes gegeben. Jeder halt wie er kann. Dabeisein und Spaß haben, hieß die Devise. Natürlich gab es auch Gewinner, gibt es ja immer nach na Olympiade, so feierten wir diese an Bord während der Siegerehrung und alle klatschten kräftig mit. Na und dann, wurde mal wieder gegessen. Sport macht hungrig, is doch klar.....

Nach dem Essen hielt Louisa van den Boom, begleitende Diabetologin vom Clementine Kinderhospital, einen Vortrag zum Thema „Pumpen und deren Entwicklung“ sowie „Der HbA1c Wert, der „Goldstandard“ in der Diabetologie?“. Es blieb viel Raum für offene Fragen und interessante Gespräche entwickelten sich. An dieser Stelle möchte ich auch ihr ganz herzlich danken, sie war die gesamte Zeit, eine kompetente Ansprechpartnerin und mit ihrer offenen und fröhlichen Art, eine wahre Bereicherung für Klein&Groß! Danke dafür!

Sarah Weyers, Vertreterin der Firma Medtronic, ergänze die Expertenrunde und hatte viel über die Firma und die Weiterentwicklung im Bereich der Pumpentherapie zu berichten. Es bleibt also spannend, sag ich Euch, bleiben wir dran.

Danach blieb noch viel gemeinsame Zeit, um den letzten Abend noch mal so richtig genießen zu können und dies machten wir, bis tief in die Nacht.

Zeit verfliegt und schon kam der Montag, letzter Tag der Reise. Die Noorderlicht legte um 6 Uhr ab und startete ihre letzte Etappe von Terschelling nach Harlingen zurück. Ein letztes gemeinsames Frühstück und dann stand „Trockenfallen“ auf dem Programm, aber die Natur ließ uns nicht nah genug an die Sandbank ran.

Nun kam was kommen musste, ein Gruppenfoto musste her. Alle versammelten sich an Deck, die Sonne lachte, der blaue Himmel strahlte und wir strahlten mit, auch ohne „Ameisenscheiße“ und „Schokoladen“ Rufe, brachten wir die Mundwinkel in die richtige Position. Wir strahlten quasi von innen, wäre doch gelacht. Ein Gruppengefühl, ganz besonderer Art. Wir alle, Teil des Ganzen, welch besonderer Moment.

Nach dem Gruppenfoto stiegen die Mutigen“ unter uns, ja, es gab sie, dennoch hinunter ins kalte Nass und schwammen und liefen zur Sandbank hin. Traumhafte Bilder entstanden und ein Erlebnis, das bleibt.

Es folgte ein letztes Mittagessen, Koffer wurden gepackt, ein wenig aufgeräumt. Noch mal in der Sonne sitzen, aber ein Hauch von Abschied lag langsam in der Luft. Jede Reise geht zu Ende, so auch diese. Bei herrlichstem Sonnenschein kamen wir gegen 15:30 Uhr in Harlingen an. Anfang und Ende dieser Fahrt. Der Kreis schließt sich.

Nun verlassen wir unser Zimmer mit Aussicht, wenn es am Schönsten ist, soll man gehn, auch wenn man gerne bleiben möchte! Was nehmen wir mit? Ganz viele zauberhafte Momente, die uns keiner nehmen kann, die wir konservieren und die uns immer in Erinnerung bleiben werden. Ganz tollte Begegnungen und vor allem zufriedene und glückliche Kinder und darauf kam es uns allen doch an. Diese Mission ist geglückt, gerne kämen sie im nächsten Jahr alle wieder zurück.

Nun kommt der Teil, der mir besonders am Herzen liegt, meine „kleine Dankesrede“.

Ich danke allen Sponsoren, in der Hoffnung, dass sie dieses Projekt weiterhin finanziell unterstützen werden. Ich danke der Crew der Nooderlicht, die immer Ansprechpartner waren und uns und die Kids herzlich empfangen haben und uns das Segel setzen lehrten.

Ich danke allen Mitteisenden, ohne Euch wäre diese Reise nicht zu dem geworden, was es war. Danke für dieses Gruppengefühl! Ich danke besonders dem gesamten Orgateam, Ihr habt die Reise durch Euren Einsatz zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Ich selber durfte dieses Jahr, das Orgateam unterstützen, hierfür will ich mich ganz herzlich bedanken, nicht bei mir, sondern bei Euch, liebe Susann und lieber Michael Bertsch. Ihr seid seit Jahren das Herzstück von Diabetes-Kids und Euch gilt mein größter Dank! Auf viele weitere Jahre. Ihr seid die Besten, fast ; )......gäbe es da nicht meinen Sohn, der mir täglich zeigt, Diabetes macht nicht immer Spaß, aber er ist viel mehr als das. Er genießt und lebt sein Leben, mit allen Höhen und Tiefen, die ein Jugendlicher hat, mit und ohne Diabetes, eben.

Der nächste Diabetes-Kids Segeltörn ist vom 19.05. - 22.06.2019 geplant.

Beginnt mal die Tage runter zu zählen, vielleicht buchst du auch mal ein Zimmer mit Aussicht und ein Platz ist noch frei........

Angela Chimienti

Kommentar von Diabetes-Kids:

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns:

  • Bei unserer tollen Crew: Isabel Lass, Louisa van den Boom, Franziska Jansen, Bastian Hauck mit Freundin Mona und Angela Chimienti die mit ihrem großen ehrenamtlichen Einsatz dieses Event erst möglich gemacht haben. Ein wirklich toller Bericht Angela!!
  • Bei der Deutschen Diabetes Online Community #dedoc* von Bastian Hauck, die uns durch die Essensbilder Aktion großzügig unterstützen konnte.
  • Bei der Crew des Schooners Noorderlicht, die uns sicher durchs Wattenmeer geschippert hat.
  • Beim Team der TSC  Harlingen für die Organisation der Reise und die Verpflegung.
  • Und nicht zuletzt auch bei unseren Sponsoren Roche Diabetes Care, Medtronic, DiaExpert, Ypsomed und Abbott.

Der nächste Diabetes-Kids Segeltörn ist für 19.-22.6.2019 fest geplant. Die Anmeldung wird ab Oktober 2018 möglich sein.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal

Eure Familie Bertsch /
Susann, Carolin und Michael
www.Diabetes-Kids.de

Tags: Veranstaltungen, Diabetes-Kids Event, Ahoi, dedoc

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