Forscher vermuten nun, dass zu viel Hygiene die Ursache sein könnte. Leben wir in einer zu sterilen Umgebung? Schwächt zu viel Sauberkeit das Immunsystem? Oder ist die industrialisierte Ernährung schuld?

Das Forschungsprojekt DIAbimmune soll herausfinden, weshalb immer mehr junge Finnen zu wenig Abwehrkörper entwickeln und somit anfällig für Autoimmunkrankheiten werden.

Mehr Info und Quellverweis: Euronews.net vom 11. Jan. 2012

An dieser Diskussion teilnehmen.
Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.

Gesendet: 22 Jan 2012 15:09 von Gottwalt #64310
Tonja schrieb ja schon einiges, was ich relevant erachte.

Grundsätzlich ist es ja wohl so, daß Autoimmunerkrankungen nicht mehr "natürlich ausselektiert" werden, und daß sicherlich die Lebensbedingungen auch ansonsten eine statistische Zunahme der Autoimmunerkrankungen befördern.

Aber ich denke, es ist erheblich zu kurz gedacht, sich da an einzelnen "Ursachen" festzuklammern. So konnte z. B. bei Semjon keine genetische Veranlagung nachgewiesen werden, wie wohl bei etwa 1/5 aller an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankten Menschen. Aber auch das heißt ja nur, daß er keine bekannte genetisch erkennbare Veranlagung zur Erkrankung hat, und es heißt eben NICHT, daß er KEINE genetisch bedingte Veranlagung hat.

Viele Dinge kommen sicherlich bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen zusammen. Und die Darmbesiedelung bzw. das Training unseres Immunsystems mit unterschiedlichsten Keimen trägt sicherlich dazu bei, wie sich unser Immunsystem entwickelt. Und wie sich unser Immunsystem entwickelt, das trägt ebenso sicherlich dazu bei, ob und wenn ja wann wir an Diabetes Mellitus Typ 1 erkranken, genetische Veranlagung hin oder her. Aber ich vermute, daß es eben nur EIN Mitspieler in diesem Spiel ist, das noch viele weitere unbekannte Mitspieler hat.

Lieben Gruß

Gottwalt
Gesendet: 22 Jan 2012 14:58 von Lili #64306
Hallo,

ich war/bin bei meiner Tochter nicht penibler gewesen, als bei meinem Sohn, eher im Gegenteil, weil mir die Hebamme schon im Vorfeld davon abgeraten hat.

Beim 2. Kind geht man es wohl eh lockerer an.

Und doch ist nur meine Tochter krank und nicht mein Großer.


LG Lili
Gesendet: 21 Jan 2012 22:35 von marielaurin #64276
Tonja schrieb:
[...] leben wir doch alle anders als vor 100 Jahren. [...] die sie vor 100 Jahren nicht überlebt hätte.


Heute wissen wir, dass unsere Kinder DM haben, vor 100 Jahren wären sie einfach gestorben, vermutlich hätte damals niemand gewusst, woran, weil es niemand erkannt hätte, je nachdem, wo/wie wir gewohnt hätten.

Meine Oma hatte 16 Geschwister, 9 überlebten wie sie bis ins hohe Alter, 4 sind in den ersten drei Lebensjahren verstorben, woran? Keine Ahnung. 3 sind bis zum 10. Lebensjahr verstorben, auch hier: Keine Ahnung warum, einer hatte wohl mal die Masern, der Tod kam aber einige Zeit später. Zwei Geschwister meines Vaters sind an "Schnupfen" verstorben. Auch hier wäre es reine Spekulation, eine Todesursache zu finden. Aufgewachsen sind sie alle auf dem Land, Bauernhof, Gärtnerei, Felder, Tiere überall, "Dreck" bis zum Gehtnichtmehr, Badewasser musste für die gesamte Familie reichen, der Jüngste durfte immer zuerst, ich mag nicht wissen, in welcher Brühe Papa schwamm... Ob das dann insgesamt "gesünder" ist?

Früher sind so viele Kinder aus ungeklärter Ursache verstorben, heute hat sicherlich eine gewisse Prozentzahl kranker Kinder durch die fortgeschrittene Medizin die Chance, weiterleben zu dürfen.

Ich bin im Kuh-, Hühner- und Schweinestall und auf diversen Misthaufen aufgewachsen und habe Hashimoto, auch eine Autoimmunerkrankung. Meine Kinder sind auch auf dem Land groß geworden und haben Brötchen mit Sand gegessen, Regenwürmern abgelutscht, aus Pfützen getrunken. Und das nicht nur einmal .

Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht wissen, warum Sina DM hat, wenn ich wüsste, dass ich beispielsweise irgendwas falsch gemacht und den DM damit provoziert habe, hätte ich weitaus größere Probleme mit ihm als ich es heute habe, ich würde mich den Rest meines Lebens schuldig fühlen, dass ich meinem Kind das angetan habe.

Ich habe Sina und ihren Bruder beispielsweise nie auf den Rücken gelegt als Baby, weil in unserer Familie vor 70 Jahren ein 6 Wochen junges Kind an seinem Erbrochenem erstickte. Meine Kinder lagen daher immer auf der Seite/auf dem Bauch. Haben wir in der Krabbelgruppe über die Schlafposition gesprochen, war ich die einzige, die Bauch-/Seitenlage vorzog. Und nun? Stellt euch mal vor, eins meiner Kinder wäre am plötzlichen Kindstod verstorben, hätte ich mir vorgeworfen, Schlafposition war falsch? Hätten sie auf dem Rücken gelegen und erbrochen, wären sie vielleicht auch erstickt.

Wie mans macht, es kann immer was passieren, jederzeit.

Gruß,
Tanja
Gesendet: 21 Jan 2012 20:26 von delphyine #64266
Oh wie schön, wir-insbesondere meine Kinder- haben definitiv kein Risiko an DM zu erkranken Aber wir haben auch Neurodermitis erwischt. DAS lag daran, dass wir einen Hund gehalten haben. Denn bei Neurodermitis gilt: Bauernhöfe wirken vorbeugend, Haustiere nachteilig.
Gesendet: 21 Jan 2012 17:23 von Marianne #64251
Meryem ist vom 2. Lebenstag an mit einem Haufen Kleinkinder draußen "rumgeflogen" steril ging es da nicht wirklich zu. Bei meinem 1. Kind vor 27 Jahren war ich Bakterienphobikerin da habe ich noch bis zum 1. Lebensjahr mit Chemie Flaschen und Sauger desinfiziert, bei den beiden anderen habe ich die max. 1 x die Woche ausgekocht, bis zum Krabbelalter, ab da nicht mehr.
Gesendet: 21 Jan 2012 17:13 von Mariele #64248
Hallo zusammen,

@ Egon, Wir haben während Marie´s ersten zwei Lebensjahren auf dem Gestüt meines Bruders gelebt. Zwischen Pferden, Ponys, Hühnern, Hunden, Katzen.... Und trotzdem hat es Marie erwischt.

Gesendet: 21 Jan 2012 16:20 von cociw #64239
...Kinder, die in Dörfern/landwirtschaftlichen Bereichen leben, deutlich seltener und weniger schwer an infektiösen Erkrankungen leiden, als Kinder in Städten.


Schade - leider gehören wir nicht dazu, obwohl wir in der Pampa leben und Justus schon als Kleiner das fleischgewordenen Schlamm- und Matschmonster war.
Asthma (bei beiden Jungs) & Diabetes sind uns leider nicht erspart geblieben, aber für repräsentative Umfragen hat unsere Familie noch nie getaugt

Grundsätzlich kann ich mir das aber schon vorstellen, das wir "zwangshygienisiert" sind - auch ohne Sagrotan ...

LG, Cordula
Gesendet: 21 Jan 2012 16:11 von EgonManhold #64237
Hallo,

ich kann mir gut vorstellen, dass die heutigen Hygiene-Standards in unseren Bereichen, eine gewisse Rolle bei der Entstehung von Krankheiten -auch des T1-Diabetes- spielen.

Es gibt Untersuchungen dazu, dass Kinder, die in Dörfern/landwirtschaftlichen Bereichen leben, deutlich seltener und weniger schwer an infektiösen Erkrankungen leiden, als Kinder in Städten.
Die Kinder in den ländlichen Bereichen kommen viel häufiger mit potenziell Infekte auslösenden Stoffen in Berührung, als die anderen. Dadurch entwickeln sie ganz andere Abwehrmechanismen.

Das muss nicht an besonderen Hygienemaßnahmen in den städtischen Haushalten liegen.

Gruß, Egon
Gesendet: 21 Jan 2012 13:23 von MiriamK. #64227
Huhu,

ich glaube, der Auslöser ist eher in der Kindheit der heutigen Mütter und Väter zu suchen...

Ich erinnere mich, das zum Zeitpunkt "Tschernobyl", der Sand aus den Sandkästen musste...
...es durften keine Pilze gegessen werden (in denen man in bestimmten Regionen
HEUTE noch Strahlenbelastung findet!" ) u. alles Gemüse und Obst aus unserm Garten musste entsorgt werden...

Wer weiss, was ich dennoch "eingefangen" habe u. was das Erbgut in irgendeiner Weise
geschädigt hat...?! Ich war damals 16 Jahre u. mitten in der Pubertät...

Das erscheint mir auf jeden Fall plausibler als die Hygiene-Geschichte... zumal es bei
MIR im Haushalt eher unwahrscheinlich ist... unsere Kinder durfen sich immer schmutzig machen,
ich bin kein Putzteufel u. wir leben auf dem Land... Da geht´s öfter mal "rustikal" zu...
(Im Dreck versinken wir aber natürlich nicht, der Überraschungsbesuch bekommt keinen Schock...)

LG Miriam
Gesendet: 21 Jan 2012 10:45 von tjaymam #64222
Hallo,

das mit der Hygiene kann es nicht wirklich sein Natürlich kann es sein, dass es ein klein Wenig mit reinspielt aber letztendlich ist es sicher nicht der Auslöser. Wenn man nach den Auslösern geht, dann erfüllt Markus alle anderen Vermutungen, er war ein Frühchen (34. SSSW), lag im Inkubator, ist per Kaiserschnitt geboren. Zudem war er oftmals krank als kleines Kind und der DM wurde nach einem Immunsystemschwachen Jahr bei ihm festgestellt. Unsere Praxis meint eher, dass Markus evtl durch seelischen Stress (das Mobbing in seiner alten Schule) und durch die Infekte krank geworden ist. Diabetes und seine Herkunft, hm, ich glaube das wird noch lange, lange Zeit ein Rätsel bleiben.

sg Tanja

Login

BZ Umrechner

mg/dl mmol/l
Die hier angezeigten Werte sind nur Näherungswerte und die Berechnung erfolgt ohne Gewähr.

Werbung