26. April 2011
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Forschung
"Tschernobyl wütet in den Genen"
Ein Vierteljahrhundert ist die Katastrophe von Tschernobyl bereits her. Doch die Folgen der radioaktiven Strahlung nehmen zu, sagt die Ärztin Dörte Siedentopf im Interview mit tagesschau.de. Sie leistet seit 20 Jahren in Weißrussland Hilfe und engagiert sich gegen Atomkraft.
Hier ein kurzer Auszug:
Siedentopf: Diabetes ist eine Krankheit, die nach Tschernobyl bei Kindern deutlich zugenommen hat. Schon Neugeborene haben manchmal Diabetes.
tagesschau.de: Wie kommt es, dass Diabetes bei Kindern häufiger auftritt?
Siedentopf: Das ist vor allem mit dem Cäsium und der damit verbundenen Niedrigstrahlung zu erklären. Es befindet sich in der Nahrungskette und gelangt so in den Darm von Schwangeren. Die Bauchspeicheldrüse der Kinder in der Gebärmutter wird so in der Entwicklung gestört. Die aber produziert das Insulin und gehört zu den sensibelsten Organen des Menschen.
Kinder haben bis zum dritten Lebensjahr kein Immunsystem, das Schäden repariert, und sie haben anders als Erwachsene eine hohe Zellteilungsrate. Die Zellteilung ist immer der kritische Moment, in dem die Strahlung störend wirkt. Deshalb werden Kinder schon durch minimale Dosen in ihrer Entwicklung gestört.
Das komplette Interview und Quellverweis: Tagesschau.de vom 26.4.2011
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