Beitrag erschienen im Bereich: Medikamente - ProAnalogon
Hallo liebe Diabetes-Kids, Teens, Eltern und Freunde,
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 21.2.2008 beschlossen, die Verordnungsfähigkeit (und damit Erstattungsfähigkeit) von kurzwirksamen Insulinanaloga (Novorapid, Humalog, Apidra) einzuschränken.
Dies wird für uns und unsere Kinder mit Typ 1 Diabetes ein sehr großes Problem werden und deshalb bitten wir in dieser wichtigen Angelegenheit nochmal um eure aktive Unterstützung.
Wir haben zu diesem Thema eine öffentliche Petition beim deutschen Bundestag eingereicht, welche seit dem 7. Feb. 2008 unter diesem Link einsehbar ist.
Die Mitzeichnungsfrist für diese Petition ist am 21.3.2008 ausgelaufen und bis dahin haben sich 4755 Menschen daran beteiligt. Vielen Dank für eure Unterstützung.
Es gibt weiterhin die Möglichkeit selbst eine Petition einzureichen. Dies geht online unter diesem Link und wer möchte, der kann das auch auf dem Postwege erledigen. Hierzu einfach, daß Formblatt unter folgendem Link ausdrucken, ausfüllen und abschicken. Hier zum Download des Entwurf als Word (DOC) Datei oder als Adobe Reader (PDF) Datei. Bitte achtet darauf, daß ihr alle Seiten komplett ausgefüllt abschickt.
Am 13.3.2008 fand ein großer Protestmarsch gegen diesen Beschluss in Berlin statt. Es haben trotz schlechtem Wetter und für Schulkinder ungünstiger Terminlage fast 200 Menschen teilgenohmen. Vielen Dank für Euer Engagement. Hier findet ihr einen Bericht dazu.
Nach der Entscheidung am 21. Februar, werden folgende Entwicklungen diskutiert:
- Diese Einschränkungen wird zunächst nur neu mit kurzwirksamen Analoga behandelte Patienten betreffen
- Allerdings ist ein „vorauseilender Gehorsam“ von machen Ärzte zu befürchten, die nur noch Normalinsulin verordnen „weil kein Zusatznutzen der Analoga nachgewiesen ist“
- Zwar könnten im Rahmen von Rabattverträgen die kurzwirksamen Insulinanaloga grundsätzlich erstattungsfähig bleiben. Aber ein deutlicher Widerstand an dieser Stelle ist sicher nötig, weil dieser Vermischung von Gesundheitsökonomie und Wissenschaft von Anfang an Widerstand entgegengebracht werden sollte. Es bleibt die Entscheidung der Ärzte und ihrer Patienten, welche Therapie optimal ist.
Es war nach unseren früheren Bemühungen gemeinsam mit der AGPD im Sep. 2006 (Siehe Link) eine Ausnahmeregelung für Kinder und Jugendliche und Insulinpumpenträger diskutiert worden. Dies wurde jedoch auf Grund juristischer Bedenken verworfen (Gleichbehandlung aller Patienten mit Typ 1 Diabetes).
Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags festgestellt hat, das eine Änderung der Verordnungsfähigkeit von Analoginsulinen für Typ 1 Diabetiker nicht beabsichtigt ist (siehe anbei).
Wir empfehlen daher, wie in beiliegendem Entwurf für eine Petition, die Politiker an ihre damalige Aussage zu erinnern. Hier zum Download des Entwurf als Word (DOC) Datei oder als Adobe Reader (PDF) Datei. Bitte achtet darauf, daß ihr alle Seiten komplett ausgefüllt abschickt.
Auch sollte man seine lokalen Politiker (Wahlkampf in Niedersachsen und Hessen!), die Abgeordneten und Tageszeitungen zu diesem Thema ansprechen (siehe Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 21.1.2008).
Da zu befürchten ist, dass dies auch nicht hilft, planen wir zusammen mit der AGPD und anderen Verbänden sich für Donnerstag den 13.3.2008 in Berlin zu verabreden, wo erwartungsgemäß der Gemeinsame Bundesausschuss seine Entscheidung vom Vortag in einer Pressekonferenz bekannt gibt. (Näheres wird rechtzeitig hier und per Newsletter bekanntgegeben). Die breite Öffentlichkeit sollte sehen können, dass viele der 25000 Kinder und Jugendlichen mit Diabetes und ihre Familien und Diabetes-Teams mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sind.
Weitere Informationen zu diesem Thema hier und in unserem monatlichen Newsletter, welchen ihr hier abonnieren könnt.
Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung zum Wohle unserer Kinder.
Diabetes-Kids.de
Die AGPD (Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie) ist gerne bereit, weitere Fragen zu diesem Thema zu beantworten, um auch weiterhin eine möglichst gute Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes zu ermöglichen.
Ansprechpartner dort sind:
Prof. Dr. Thomas Danne
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Janusz-Korczak-Alle 12
30173 Hannover
Tel. 0511-8115-340
oder
PD Dr. rer. nat. Karin Lange
Diplom-Psychologin, Fachpsychologin Diabetes DDG
Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der mezinischen Hochschule Hannover
Tel.: 0511/532-4437
Email:
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