Neue Insulinpräparate bringen jungen Diabetikern keinen Vorteil, heißt es. Wir können nicht auf sie verzichten, kontern Kinderärzte

Will man belegen, welche Fortschritte die Medizin den Menschen in den letzten 150 Jahren gebracht hat, dann eignet sich der „jugendliche“ Diabetes mellitus vom Typ 1 dafür ganz besonders. Denn früher starb ein Kind, wenn es unter „Zucker“ litt. Dann kam, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Insulintherapie. Inzwischen ist das Leben für Diabetiker entspannter und lockerer geworden. Sie können im Prinzip essen, was alle essen, sie können es weitgehend tun, wenn sie dazu Lust haben, sie können unbesorgt Sport treiben. Um als Diabetiker so zu leben, muss man ziemlich gut rechnen können und bereit sein, mehrmals am Tag den Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen

Um eine Gruppe von ihnen gibt es heftigen Streit zwischen einigen ärztlichen Fachorganisationen und dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nun spitzt der Konflikt sich zu: Denn inzwischen geht es um die sensible Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes vom Typ 1. Das IQWiG hat in einem Bericht festgestellt, dass die schnell wirksamen Insulinanaloga bei ihnen gegenüber dem herkömmlichen Humaninsulin keine Vorteile bringen. Zumindest nicht nach der aktuellen Studienlage.

Demnächst muss der gemeinsame Bundesausschuss entscheiden, ob diese teureren Präparate aus der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen herausfallen.

Mehr Info und Quellverweis: Artikel im Tagesspiegel vom 9. Juni. 2010

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