IQWiG nimmt Gefährdung von Kindern und Jugendlichen in Kauf

Mit scharfer Kritik hat der Deutsche Diabetiker Bund jetzt auf den vorgelegten Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheits-wesen (IQWiG) zu den kurz wirksamen Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1 reagiert. Der DDB bemängelte wiederholt, dass auch im Abschlussbericht die vorgetragenen Argumente der Patientenorganisation nicht berücksichtigt wurden. Die den Patienten eingeräumte Möglichkeit, zu den Vorberichten Stellung zu nehmen, gerät zur Farce, weil das Institut nach wie vor keinerlei Bereitschaft zeigt, die vorgetragenen Einwände des DDB zu beachten.

Das IQWiG glaubt, und das auf Basis nicht ausreichender Studien, dass es keinerlei Belege für einen Zusatznutzen von kurz wirksamen Insulinanaloga zu Humaninsulin gebe. Die Tatsache, dass bei Einsatz der kurz wirksamen Insulinanaloga deutlich besser Stoffwechsellagen bei Kindern und Jugendlichen erreicht werden, wird völlig ignoriert. Damit wird das Entstehen lebensbedrohlicher Unterzuckerungen bedenken-los in Kauf genommen.

Das Institut stellt momentane kurzfristige Kosteneinsparungen vor die Patienten-sicherheit. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes und Rechtsanwalt, Dieter Möhler, dazu: „ Was ist der Mensch noch Wert, wenn die Kosteneinsparer auch vor den Zukunftschancen der Schwächsten, den Kindern und Jugendlichen nicht zurück schrecken.“ Er warnte gleichzeitig die Ärzte davor, in vorauseilendem Gehorsam schon jetzt entsprechend dem vorgelegten Abschlussbericht zu verfahren und Therapieumstellungen vorzunehmen. Ohne Beschlussfassung des Gemeinsamen Bundesausschusses können vorzeitige Therapieumstellungen Haftungsprobleme aufwerfen, wenn Patienten durch die Umstellung gefährdet werden.

Quelle: Pressemitteilung des DDB vom 20.11.2009

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