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THEMA: Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 16 Mär 2017 20:09 #104528

  • WebAdmin
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Weil sie die Verantwortung für die richtige Medikation eines zuckerkranken Kindes nicht übernehmen wollte, hat eine Vorschullehrerin ihre Klasse verloren. Wieviel Unterstützung müssen Lehrer leisten?

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Michael Bertsch
webmaster@Diabetes-Kids.de
www.diabetes-kids.de

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 18 Mär 2017 16:26 #104546

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Hallo!
Ich finde das soo unglaublich - vor allen Dingen, wenn man auf der gleichen Internetseite unter "mehr zum Thema" dann liest, dass einem 6-jährigen in Hamburg mit Diabetes der Schulbesuch verweigert wird.
www.welt.de/regionales/hamburg/article13...eserkrankung-ab.html

Beide Extreme finde ich unverantwortlich!
Bei uns hat die Krankenkasse im ersten Schuljahr wenigstens fürs Spritzen und Messen gezahlt - die vorgegebenen Sätze eben - aber ob an die Sozialstation oder an eine "selbstbeschaffte Hilfskraft" - in unserem Fall eine pädagogische Fachkraft der Schule mit entsprechender Diabetesschulung für unser Kind - war der Krankenkasse egal.
Ebenso weiß ich von einem Fall in unserer lokalen Selbsthilfegruppe, wo ein Schulbegleiter (von welcher Stelle weiß ich nicht mehr) für den Schulstart genehmigt wurde.
Was ist mit diesem §54 des SGB XII ? Das ist doch deutsches Recht und muss in allen Bundesländern irgendwie umgesetzt werden?
Und all das im Zeitalter der INKLUSION - von Integration braucht man da schon gar nicht mehr zu reden.
Leider weiß ich selbst immer noch nicht genug über das Thema, um auch fundierte Ratschläge geben zu können.
In manchen anderen Ländern ist Schule OHNE Krankenschwester undenkbar - wieso ist das in Deutschland nicht auch machbar? Es gibt ja immer mehr Kinder und Jugendliche, die chronisch krank sind - und nicht nur solche mit Diabetes.
Silvia

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Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 20 Mär 2017 11:28 #104559

  • Wenke
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leseHexe schrieb:
In manchen anderen Ländern ist Schule OHNE Krankenschwester undenkbar - wieso ist das in Deutschland nicht auch machbar? Es gibt ja immer mehr Kinder und Jugendliche, die chronisch krank sind - und nicht nur solche mit Diabetes.
Silvia


Das ist auch immer mein Gedanke dazu: gäbe es in Deutschland überall eine Schulkrankenschwester, bestünde dieses Problem nicht.

Aber aus irgend einem Grund hielt man das wohl in der Vergangenheit nicht für nötig und heutzutage, werden (wenn überhaupt) nur Lösungen gesucht, die sich einigermaßen kostenneutral umsetzen lassen. :(

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 28 Mär 2017 14:26 #104630

  • DanielsMama
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Hallo,

ich höre noch heute die Erzieherinnen bzw. später die Lehrer sagen: Wir dürfen keine Medikamente geben.
Selbst wenn es nur darum ging das Kind zum Blutzucker messen zu erinnern.
Auch der Traubenzucker aus der Notfallbox im Klassensaal wurde geklaut aber niemand hat das interressiert. Der Schulleiter meinte sogar, dass mein Sohn den TZ selbst gegessen hätte...4 Würfel
Wir haben vor 2 Jahren einen Schulwechsel veranlasst was gar nicht so einfach ist innerhalb einer Stadt.

Meine 12 jährige Erfahrung ist:
Kinder und Eltern mit Handycap sind unerwünscht - leider.
Mobbing von Lehrern war bei uns an der Tagesordnung aber beweise das erstmal, da halten sogar andere Eltern zu den Lehrern ohne dass sie wussten um was es eigentlich ging.
Mich hat das ganz krank gemacht...



Ps:
„EINE LEHRKRAFT FAKTISCH ZU NÖTIGEN, ANDAUERND MEDIZINISCHE HILFSMASSNAHMEN ZU ÜBERNEHMEN, FÜR DIE SIE NICHT AUSGEBILDET IST, IST UNVERANTWORTLICH UND NICHT HINNEHMBAR.“
KARIN PRIEN,
schulpolitische Sprecherin der Hamburger CDU
Diese Aussage hätte sie nicht gewagt wenn es um ihr eigenes Kind gegangen wäre !
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LG
Daniels Mama
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Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 28 Mär 2017 15:19 #104631

  • pumpentasche.de
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Wir mussten unseren Lütten auf eine Privatschule schicken. Hier in Brandenburg ist es eine Katastrophe. Die normale Schule wollte Oli nicht. O Ton des Rektors: "Wir können nichts machen, wir rufen im Notfall nur den Notarzt". Das Sozialamt bat mich sogar meine Jobs aufzugeben damit ich immer erreichbar bin und die Integrationskraft uns dann nichts kostet. Hallo...das war natürlich keine Option. Und außerdem bin ich auch gar nicht bereit für die Schulpflicht meines Kindes etwas zu zahlen. Ich habe mir den Diabetes doch nicht ausgesucht. Wochen und Monate habe ich mich mit Ämtern gestritten, geheult ect., selbst der Schulamtsleiter aus Neuruppin war vor Ort. Der sagte ganz trocken in einem Gespräch mit insgesamt 10 Leuten: " ich habe schon mindestens 100 Diabetes Eltern erlebt, aber keiner macht so ein Theater wie sie". Ok, dachte ich mir. Eine ordentliche Versorgung an einer Grundschule findet er Theater? Da war ganz klar, der Lütte wird nicht auf diese Schule gehen.

Wir zahlen jetzt für eine gute Schule in der auch die Lehrer sofort und ohne Theater bereit waren auf den Zucker zu achten. Mit 5 haben wir Oli die Zahlen beigebracht. Die Stullen werden beschriftet. Einmal gab es einen kleinen Zwischenfall, sonst immer alles top. Sogar zur Klassenfahrt durfte er ohne uns mit, das war ausdrücklich so gewünscht.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn wir diesen Weg nicht gegangen wären.
Auf der staatlichen Grundschule wollte man ihn in eine Förderklasse stecken, auch hier das Argument, er sei ja behindert. Auch erklärte man mir den Vorteil darin, dass das Kind doch dann lernen könnte wenn es Lust hat. Völliges Unverständnis meinerseits. Ich kann einfach nicht verstehen wie Pädagogen und Fachpersonal sich derart sperren können, dabei ist es doch "nur" Diabetes und mit ein wenig Aufmerksamkeit und Wollen ist es doch gut händelbar.

Viele Grüße
Andrea

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Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 28 Mär 2017 15:46 #104632

  • Wenke
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In dem Text heißt es, dass man Lehrer nicht einfach im Regen stehen lassen darf.

Was nicht drin steht, was man sich als Alternative vorstellt... Sollen stattdessen einfach Kinder und Eltern im Regen stehen? Oder werden echte Lösungen angestebt, die allen gerecht werden und bei denen keiner im Regen steht?

Ich hoffe letzteres, aber mir fällt immer wieder auf, dass in Deutschland - einem Land das bei der Geburtenquote nur noch vom Vatikanstaat unterboten wird - Kinder immer noch als ausschließliches Privatproblem ihrer Eltern angesehen werden.

@DanielsMama: das mit den anderen Eltern kann ich mir gut vorstellen. Bei uns gab's zwar kein Mobbing durch Lehrer aber durchaus andere Eltern, die ganz offensichtlich Angst hatten, ihr Kind würde weniger lernen, wenn die Lehrerin 30 sec dafür opfert Lars zu fragen, was er gemessen hat.

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 28 Mär 2017 17:54 #104633

  • marielaurin
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Aus unserer Sicht ist das alles nicht so ganz nachvollziehbar.

Ich könnte mir die Finger wundschreiben was wir hier alles schon erlebt haben - und da spielte der Diabetes eigentlich keine Rolle. Man fragt sich irgendwann, ob wir uns zurückentwickeln. Das ist doch kein Fortschritt, wenn es Kitas mit Kindern unter 2 gibt, man aber wenn man sein Kind drei Jahre gerne zuhause betreuen möchte, einfach keinen Platz mehr bekommt. Man hat aber ja sicherlich die Möglichkeit, den Kitaplatz zu reservieren, indem man ihn zahlt, das Kind aber erst ein bis eineinhalb Jahre später kommt.
Sowas hatten wir grad eben in der Nachbarschaft. Unglaublich. Das Kind wird im Mai 3. Aus 12 (!) Kitas kamen Absagen, sie hätten die Plätze mit den ehemaligen u2ern belegt und wären Wirtschaftsunternehmen, das hieße, dass man natürlich lieber ein u2 Kind nähme weil das mehr Geld bringt. Aso ...

Allerdings werden auch die Eltern immer unverschämter. Als meine Tochter vor 15 Jahren in den Kindergarten kam, hatte ich noch so einen heile-Welt-Eindruck. Der hat sich gelegt, als ich die voll berufstätigen Mütter hysterisch erlebt habe, warum das Kind sich denn nicht die Schuhe zubinden könne. Auf meine Ansage, das sei wohl Aufgabe der Eltern, meinte sie sie hätte für so einen Mist keine Zeit. Ich setze mich dann gerne in die Nesseln und sage, wenn man keine Zeit hat, soll man kein Kind in die Welt setzen. Das Ganze geht ja munter weiter.
Warum brauchen wir soooo viele U2-Plätze? Weil die Mütter wieder ran an den Speck müssen, weil entweder so wenig verdient wird, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen oder weil solche Eltern einen so hohen Lebensstandard halten wollen, dass sie meinen sie müssten. Bei beiden Beispielen zieht das Kind den Kürzeren.

Warum haben wir denn so viele angeblich verhaltensauffällige Kinder?
Weil Eltern sich aus Zeitmangel nicht vernünftig kümmern oder weil die gar nicht verhaltensauffällig sondern stinknormale Kinder sind, die nur nicht in die Schublade der Gesellschaft passen, wie man gefälligst zu sein hat damit es das System nicht stört?

Warum haben wir G8? Damit es alles schneller geht, damit die Kinder weniger Kindheit und keine Pubertät mehr haben dürfen, damit sie bloß schnell in irgendeinen Job kommen, in dem sie dann auch noch merken, dass der scheiß Mindestlohn nicht ausreicht fürs Brötchen auf dem Teller.

Ich werde übermorgen meinen Job kündigen. Ich bin in einer Führungsposition und habe keinen Nerv mehr auf diesen Druck. Ich will nicht mehr Teil dieses Systems sein, in dem es nur um Geld, Macht und Rechthaberei geht.
Einen neuen Job habe ich auch. Keine Führungsposition, das ist mir aber egal, dafür ein ruhiges, kleines Familienunternehmen, in dem noch gelacht wird. Und das mir knapp ein Drittel mehr zahlt, weil die Geschäftsführer sich mit nem Golf zufrieden geben. Mein jetziger Geschäftsführer fährt nen Porsche Spyder, nur mal so zum Vergleich. Muss das sein?

Immer höher weiter schneller. Ich bins so leid.

Dann kommen da Kinder, die haben eine Besonderheit. Aber für die hat man keine Zeit, keine Lust, keinen Nerv, was auch immer. Warum nicht? Natürlich ist ein Lehrer kein Krankenpfleger.
Aber wenn wir Eltern nicht aufhören, immer mehr von diesen Pädagogen zu verlangen, Beispiel:

- Kind bekommt bei uns im Kindergarten Hilfe auf der Toilette. Erzieherin wird angezeigt wegen sexueller Belästigung. Seitdem wird keinem Kind mehr bei der Toilette geholfen. Ende vom Lied: Gerade die Kleinen die das noch nicht raus haben mit dem Abwischen kommen verdreckt nach Hause. Danke an die Eltern, die uns das ermöglicht haben.

- Kind bekommt ne 5 zurück. Da werden unglaubliche Geschütze aufgefahren, da wird gedroht, da wird diskutiert. Immer wieder. Auch in der Grundschule. Danke an die Eltern, die es uns ermöglichen, dass die Schulnoten regelmäßig hochgesetzt werden. Sind wir eigentlich intelligenter geworden? Warum macht heute ein Großteil der Schüler Abitur an einem Gymnasium? Warum sind Hauptschulen weggefallen? Warum will niemand mehr in Handwerkerberufe? Weil wir Eltern immer höher, schneller, weiter wollen. Bei der Schülerhilfe sitzen Kinder, die haben ne 2 aufm Zeugnis im Fach X. Reicht nicht, muss ne 1 sein. Gibt also Nachhilfe. Wir kommen uns mit Französisch 5 schon echt außerirdisch vor ... Andererseits bringt das unserem Handwerkerfreund extrem gutes Geld. Es gibt nämlich kaum noch welche seiner Sorte. Er hat Aufträge ohne Ende, früher hat man hart gekämpft um Aufträge, heute fehlt der Nachwuchs und man kommt mit der Arbeit nicht hinterher.

- Lehrer möchte als Abschluss des Schuljahrs mit den Kindern eine Grillparty machen. Die Kinder haben das gewünscht. Dann haben wir beim Elternabend heiße Diskussionen das wäre ja nichts tolles, da müsste man doch ins Phantasialand, Kanufahren oder sonstwas tun. Ja mei, warum auch hier nicht man "einfach"? Damit man überall sagen kann: Mein Kind macht aber dieses und jenes, bei uns an der Schule ist das aber sooooo toll blablabla.

Ist das alles nun ein Problem von Respektlosigkeit, von Wünschen, die immer mehr werden, vom gehobenen Lebensstandard oder ist das ein Problem des Systems an sich, zu viele Schüler, zu wenig Lehrer, zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit seitens der Lehrer? Vielleicht ne Mischung aus beidem.

Ich weiß nur, dass diese Entwicklung ganz furchtbar ist und sicherlich auch nicht besser werden wird.

Wir sind schon lange dabei, woanders hin zu ziehen, einfach mal runterfahren, mal wieder keine Heizung zu haben, sondern nen Ofen, keinen Druck, keine Erwartungen, sondern einfach mal wir sein dürfen. So wie ich aufgewachsen bin, das wäre toll. Und mir ging es verdammt gut dabei.
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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 28 Mär 2017 18:13 #104635

  • mibi74
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo zusammen.

War das wirklich gerecht?! Oder steckt da mehr dahinter, was wir nicht sehen (wollen)?
Als Mutter eines Kindes mit Diabetes stehe ich ganz auf meiner Seite. Mutter eines Kindes, die sich genauso damit durchwurschteln musste und damit viele schlaflose Nächte und Bauch-, sowie Kopfschmerzen hatte. Genauso habe ich es satt, wirklich bis über die Ohren immer wieder beweisen zu sollen müssen, dass mein Kind genau so leistungsfähig ist, wie andere Kinder.

Doch lassen wir hier nicht gerade den Frust an einer Person aus, die uns persönlich kein Leid zugefügt hat? Sie steht stellvertretend für ein Problem. Sündenbock nennt man das. Wer weiß was noch im Hintergrund abgelaufen ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig ist, wenn ich mit der Lehrerin das gleiche mache, wie sie mit dem Kind. Ich verurteilte sie, weil ich annehme, dass sie großes Unrecht getan hat. Aber war das wirklich so oder gab es andere Streitigkeiten und sie hat sich damit gewehrt und geschützt.

Wir kennen den Alltag an den Schulen. Wir wissen was da läuft und ich kann aus der Klasse meines Sohnes berichten, dass dort sieben, 7 Kinder mit chronischen Erkrankungen gehen. In eine Klasse!

Natürlich freue ich mich, dass durch die Berichterstattung, mal ein anderes Zeichen gesetzt wird. Nur profitiert eine Seite davon? Beide sind angeschmiert. Lehrer, wie Schüler. Es muss Geld her, und ne Lösung. Für jedes chronisch kranke Kind sollte die Schule mehr Geld bekommen, damit die eine Schulkrankenschwester bezahlen können. Auf Ganztagsschulen umzustellen machen viele Schulen auch nur, weil es da mehr Geld gibt.
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Letzte Änderung: von mibi74.

Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 29 Mär 2017 10:21 #104637

  • sonne72
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  • Geburtsjahr: 2012
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo,

ist ist einfach nur eine Frage des Wollens. Aber viele Schulen wollen oder können nur Mittelmaß. Da ist alles was Arbeit macht, lernschwache, hochbegabte, kranke etc. Kinde nur eine Belastung die Arbeit macht.

Ich will hier kein Lehrerbashing betreiben, das wird ihnen nicht gerecht. Es gibt Lehrer, die sind immer die ersten die vom Lehrerparkplatz fahren und es gibt diejenigen die ihre Arbeit machen und sich motivieren lassen mal rechts und links zu schauen und Verantwortung zu übernehmen uns jene die Vorangehen und sich kümmern. So ist es in jedem Verein und in jeder Nachbarschaft.

Hier in NRW werden v iele Lehrer von der rot/grünen Landesregierung systematisch frustriert und überfordert. Frau Löhrmann will ein integrativers Schulsystem wie in Skandinavien, es darf aber nichts kosten. Integration, G8, Inclusion, Integration von Migrantenkindern... Wenn man so was will darf man nicht nur unterhaltsame Ausflüge in diese Länder für Politiker organisieren, sondern die Politiker müssen Konzepte zur Umsetztung erarbeiten, Fachkräfte ausbilden und schulen und Personal aufstocken, die Gesellschaft mitnehmen und dann erst umsetzten. Die Programme nur zu beschließen bürdet den Lehrern die gesamte Abeit auf und überfordert sie. Bildung in Skandinavien geht nicht mit 37 Kindern in der Klasse, nicht bezahlten oder geleisteten Fortbildungen und ohne 2. und/oder 3. Lehrer/Sozialarbeiter.

Wir haben mit unserem Sohn schon die Erfahrung gemacht, dass es Lehrer und Schlen gibt die nicht wollen und können und andere für die es tägliches Brot ist. Im Kindergarten unserer Tochter waren wir positiv überrascht wie problemlos das ganze ging, in der ersten Grundschule unseres Sohnes brauchen wir mit unserer Tochter erst gar nicht ausfzulaufen, die können nur Durchschnitt.

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Streit um Hilfe für krankes Kind – Lehrerin versetzt 29 Mär 2017 11:22 #104641

  • DanielsMama
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  • Platinum Schreiber
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  • Beiträge: 322

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  • Geschlecht: Junge
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)

mibi74 schrieb: Hallo zusammen.

War das wirklich gerecht?! Oder steckt da mehr dahinter, was wir nicht sehen (wollen)?
Als Mutter eines Kindes mit Diabetes stehe ich ganz auf meiner Seite. Mutter eines Kindes, die sich genauso damit durchwurschteln musste und damit viele schlaflose Nächte und Bauch-, sowie Kopfschmerzen hatte. Genauso habe ich es satt, wirklich bis über die Ohren immer wieder beweisen zu sollen müssen, dass mein Kind genau so leistungsfähig ist, wie andere Kinder.

Doch lassen wir hier nicht gerade den Frust an einer Person aus, die uns persönlich kein Leid zugefügt hat? Sie steht stellvertretend für ein Problem. Sündenbock nennt man das. Wer weiß was noch im Hintergrund abgelaufen ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig ist, wenn ich mit der Lehrerin das gleiche mache, wie sie mit dem Kind. Ich verurteilte sie, weil ich annehme, dass sie großes Unrecht getan hat. Aber war das wirklich so oder gab es andere Streitigkeiten und sie hat sich damit gewehrt und geschützt.


Ich habe immer versucht es von beiden Seiten zu sehen und habe IMMER meine Unterstützung angeboten war immer telefonisch erreichbar.

Mein Sohn hat nicht immer zu Hause erzählt was in der Schule war. Die Noten wurden immer schlechter und er hat sich immer mehr zurückgezogen und sich nicht mehr gewehrt. Er hat in der Grundschule gelernt, dass Lehrer keine neutralen Menschen sind die helfen Probleme zu schlichten sondern dass sie Mobbing selbst ausüben. Die Lehrerinnen behaupteten immer er würde ständig den Unterricht stören und sei faul und habe keine Lust zu lernen. Wir sollten doch Nachhilfe in Anspruch nehmen, das sei schließlich keine Schande!!! Außerdem würde er ständig erzählen dass er jeden Tag Wii spielt, da läge es ja auf der Hand dass wir als Eltern keinen Wert aufs lernen legen würden... (Wir hatten gar keine Wii ! !)Es hieß sogar, dass er in einer Förderschule besser aufgehoben sei, da hätte man Zeit für Leute wie wir.

Als Klassenkameraden bei uns zum spielen waren habe ich manchmal gelauscht und dadurch erst erfahren was sich so in der Schule abspielte. Darauf hin habe ich mit ihm gesprochen und habe ihm gesagt, dass er mir mehr von der Schule erzählen soll da ich ja sonst nicht wissen kann was er den ganzen Tag erlebt.

Ab der 5. Klasse hatten wir Hoffnung, dass sich nun vieles ändert. Tja was soll ich sagen, erstmal war alles besser. Ein Schulleiter der zuhörte wenn etwas vorgefallen war...aber ab er 6. Klasse war dieser nicht mehr da und sein Nachfolger...ich verliere besser kein Wort der Platz hier würde den Rahmen sprengen und ich habe mir vorgenommen mich nicht mehr aufzuregen. Die Noten wurden immer schlechter. Im Halbjahreszeugnis hatte er 6 x ausreichend und sogar 1x mangelhaft. Er war nicht mehr zu motivieren zu lernen um die Noten zu verbessern.
Sein Kommentar dazu war nur: Ich kann mich anstrengen wie ich will ich bekomme sowieso immer was auf den Deckel. Er war so neben der Rolle, dass er seine Aufgaben im Ranzen nicht mehr fand und hatte täglich einen Stempel im Hausaufgabenheft. Unzählige Gespräche mit verschiedenen Lehrern liefen ins Leere.
Seine Notfallbox im Klassenzimmer wurde mehrmals geplündert auch das Handy und Geld in der Messgerätetasche wurde geklaut und niemanden hat es interressiert.
Ich habe mich dann um einen Schulwechsel bemüht was innerhalb einer Stadt sehr schwierig ist.

Er kam am ersten Tag aus der neuen Schule und hat gelächelt - das habe ich schon einige Jahre nicht mehr erlebt.
Nach 3 Tagen hat er mir erzählt, dass es auch Lehrer gibt die ihn ernst nehmen und zuhören und überhaupt alles anders ist.
Im ersten Halbjahreszeugnis ein Notendurchschnitt von 2,0 - ohne dass er extra gebüffelt hatte. Die Noten sind bis heut sehr gut geblieben und er fühlt sich sehr wohl.
In den ersten Monaten habe ich immer mal wieder nachgefragt wie er sich benimmt. Die Lehrer haben ihn stets gelobt und haben gar nicht verstanden, dass er so negativ gemacht wurde.
Wir Eltern haben lange gebraucht um uns an diesen angenehmen Zustand zu gewöhnen.
Aber wie gesagt mich haben diese ersten 6 Schuljahre ganz krank gemacht.

Ja man darf Lehrer nicht immer kritisieren und sein Kind nicht nur benachteiligt sehen.
Aber hätten wir nicht gekämpft wäre unser Sohn aus seiner seelischen Krise nicht wieder raus gekommen.

Lehrer und Erzieherinnen würden nicht so handeln wenn es im ihre eigenen Kinder ginge. Das ist meine Meinung.

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LG
Daniels Mama
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