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THEMA: Hypo-Angst

Hypo-Angst 05 Jul 2016 20:45 #101610

  • marielaurin
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Hallo zusammen,

ich schon wieder.

Endlich gehen wir das Thema Angst vor Unterzuckerungen an. Sina hat damit seit langer Zeit zu kämpfen, d.h. sie kämpft nicht, sie toleriert viel zu hohe Werte. Da sie ihr DM-Management zu 95% selbst macht, bekomme ich abends immer nur die Kurve des Libre zu sehen.

Nachts sagt der Libre: Flachland bis Sauerland maximal, supertolle Werte.
Tagsüber sagt der Libre: Laaaaaange Alpenkette :S

Ursache sehe ich hier: Sina ist mit 9 Jahren noch vor dem DM in einem Krankenhaus beim Besuch ihrer Oma umgekippt, d.h. sie war bewusstlos. Sie wachte auf und fragte ob sie gerade gestorben wäre. Wir fuhren direkt in ein Kinderkrankenhaus, weil Sina in der Bewusstlosigkeit krampfte und wir irgendwas Richtung Epilepsie abklären wollten. Da hat sich nichts bestätigt. Sie hatte danach aber eine Höllenangst vor dem Alleinsein, sie hatte Angst, dass ich nicht da bin, weil sie damals meinte, nur ich könne sie aus der Bewusstlosigkeit rausholen. Ich konnte nichts mehr ohne sie machen, ich schlief neben ihr, ihr ging mit ihr zur Toilette, sie war immer da.
(Wir gingen davon aus, dass sie sich selbst ausgeknockt hat, weil ihr in dem Moment alles zu viel war. Zwei Tage vorher war die Uroma verstorben und ihre Oma lag mit Schlaganfall im KH)

Nach vielen Telefonaten und einem Dringlichkeits"antrag" durch die behandelnde Klinik bekamen wir in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie einen ambulanten Platz - 3 Tage nach Entlassung aus dem Kinderkrankenhaus. Das war Anfang der Sommerferien. Da hatte ich noch nicht gedacht, dass sie nach dem Sommerferien wieder in die Schule ging. Sie haben es geschafft, dass sie sich bei Beginn des neuen Schuljahres von mir löste, dass sie wusste, es ist nicht alles Bedrohung. Sie fuhr dann sogar im September mit auf Klassenfahrt 5 Tage ohne Probleme.

Ein Jahr später kam der DM. Und schlauerweise war der dritte Satz der Kinderärztin auf der Intensivstation, dass wenn sie nicht auf ihren BZ achtet, sie sich in den UZ schießt und dann bewusstlos werden würde. Cooler Spruch ... gerade richtig bei uns, wo Sina ja gerade wieder eine "bin ich gestorben?" - Erfahrung gemacht hat, nur dass diese wirklich richtig ernst war.
Anfangs tolerierte sie noch Werte unter 100mg/dl, nach Ende der Remi, wo sie dann mehr Insulin brauchte war Ende im Gelände. Wenn ihre IE die Schallgrenze von 10 überschreiten, spritzt sie halt nicht mehr als diese 10. Auch nicht, wenn sie für 20 isst ... Seitdem hat sie HbA1c von 8-9%, ne bunte Mischung zwischen den beiden Prozentsätzen.

Ich rede mir den Mund fusselig, sie spritzt weniger als sie soll, weil sie Angst hat, dass sie zu tief rutscht.
Sie war noch zwei Mal bewusstlos seitdem, aber nicht wegen UZ, sondern bei Blutentnahmen, dennoch muss dieses Gefühl für sie so fürchterlich sein, dass sie auf Teufel komm raus vermeiden will, dass sie in Richtung einer weiteren solchen Situation rutscht.

Ende vom Lied ist dass sie bei 140mg/dl eine Capri Sonne trinkt, weil ihr das schon zu wenig ist. Ihr geht es super mit diesen hohen Werten, aber ich habe Angst vor den Folgen ... und ich finde es furchtbar, dass sie diese Dauerangst mit sich rumträgt. Sie meint, das ist alles ok so, solange sie hoch sei.

Nachts ist sie u100, die gesamte Nacht, seit vielen vielen Monaten. Sie schläft seelenruhig und kommt ja anscheinend mit den Werten rein körperlich klar. Sie wacht mit ~70 auf und alles ist gut, sie zieht sich an und ist 20 Minuten später beim Frühstück, ohne dass sie nachlädt. Sie fühlt sich solange wohl, wie sie in vertrauter und kontrollierter Umgebung ist, sie will hoch sein, wenn sie unterwegs ist, wenn sie in der Schule ist, wenn sie Mofa fährt etc. Daher hat auch der Klinikaufenthalt im letzten Jahr nichts ändern können, auf Station war alles supi, Durchschnittsmesswert von um die 140mg/dl, also perfekt, eher noch niedrig, wir hatten man mit ihr 160mg/dl ausgemacht. Sie hat super ausgerechnet, sie hat nicht ausgeglichen wie zu Hause, sie hat viel mehr toleriert. Aber bewachte Station ist eben anders als alleine zu Hause oder in der Schule, Stadt oder sonstwo, realitätsfremd eben.

Nun haben wir Donnerstag den Ersttermin beim Psychologen wegen dieser Vermeidungstaktik. Ich habe keine Ahnung, was man da mit ihr macht, ich habe keine Ahnung, wie man das in den Griff bekommen möchte.

Hat jemand von euch auch schonmal solche "Probleme" mit seinem Jugendlichen gehabt und wenn ja, habt ihr es irgendwie normalisieren können?

Danke fürs Lesen! :)

Viele Grüße,
Tanja
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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid
Letzte Änderung: von marielaurin.

Hypo-Angst 05 Jul 2016 21:26 #101611

  • monday
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Hallo Tanja,
danke für deinen Beitrag. Das hat mir noch einmal wieder deutlich gemacht, mit welchen Ängsten und Schwierigkeiten sich unsere Kinder herumschlagen und welche psychische Belastung der Diabetes auch sein kann. Ich finde es gut, dass ihr das jetzt angeht und euch psychologische Hilfe geholt habt. Deine Ängste und Sorgen kann ich natürlich genausogut, wenn nicht sogar noch besser verstehen.
Das Verhalten kenn ich auch von meiner Tochter. Sie war allerdings nie wegen einer Unterzuckerung bewusstlos. Aber sie hasst dieses Gefühl der Unterzuckerung. Deshalb ist sie auch lieber höher. Was dem HbA1c natürlich auch nicht gut tut.
Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg.
Lieben Gruß Vera

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Hypo-Angst 06 Jul 2016 21:35 #101643

  • Juli
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Oh Tanja, schwierig, schwierig. Ich denke aber, dass ist nicht mehr NUR ein psychisches Problem. Der Körper gewöhnt sich ja auch an die Werte. Wenn sie zwischenzeitlich 140 als tief empfindet, dann wird sie das auch wirklich körperlich so wahrnehmen. Da ist sicherlich nicht nur ein Umdenken, sondern auch ein Aushalten der körperlichen Folgen (ich weiß nicht, wie ich´s weniger drastisch ausdrücken soll :silly: ) gefragt. Hat der Psychologe denn Ahnung von Diabetes? Oder ist der jetzt "nur" Psychologe?

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Hypo-Angst 06 Jul 2016 23:55 #101647

  • mibi74
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Unser Sohn ist auch schon kurzzeitig wegen dem Kreislauf bewusstlos gewesen und hat dann sehr lange gebraucht bis er angstfrei raus ging.

Aber das Kernproblem ist die Angst und die Angst vor der Angst. Das ist ein Teufelskreis der unterbrochen werden muss und das geht auch nicht von heut auf morgen, sondern braucht Zeit, viel Geduld und manche Tränen.
Gegen die Angst helfen Übungen, die ihr gezeigt werden.
Allein zu sein, und niemand der da ist, der einem helfen kann, ist eine Grundangst, die viele Menschen mit sich tragen. Vor allem die, die etwas dramatisches erlebt haben, aber noch nicht verarbeiten konnten oder wollten.

Neulich sagte mir so eine neunmalkluge Pädagogin von der Schule, dass unser Sohn akzeptieren muss, dass er seinen Diabetes akzeptiert. Das hat mich geschockt, weil ich dachte, wie können die nur eine Person auf mein Kind loslassen, die nicht verstanden hat, wie das funktioniert.
Zu akzeptieren wie man ist, was man kann oder nicht kann, dazu gehört viel Lebenserfahrung. Viele gute Freunde. Familie und Verständnis. Dazu gehören auch die weniger schönen Dinge im Leben, wie Tod und Trauer. Sie zeigen uns, was wichtig ist und was wir nicht verlieren wollen. Und vor allem viel Zeit!
Etwas zu Akzeptieren, was so viel Raum im alltäglichen Leben einnimmt kann von Kindern und Jugendlichen nicht vorausgesetzt werden und unterliegt starken Schwankungen. Mal ist es ganz gut und dann wieder nicht. Manchmal denk ich, alles im grünen Bereich und dann passiert etwas, was ihn wieder zurückwirft.

Ich denke es kann nur eine Bereicherung für deine Tochter sein, mit jemand Außenstehenden über ihre Ängste zu sprechen. Als Mutter fehlt einem oft eine gewisse Distanz.

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Hypo-Angst 07 Jul 2016 06:54 #101648

  • marielaurin
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Juli, das ist auch ein Problempunkt, ja. Sie ist so an diese hohen Werte gewöhnt, dass sie mir hier mit 120 anfängt zu zittern. Ist das nun Zittern weil sie so an hohe Werte gewöhnt ist oder ist das Angstzittern? Ich glaube eher letzteres ...

Sie hat UZ-Symptome, wenn sie um die 100 ist, was ich aber überhaupt nicht verstehen kann/will ist dass die nachts nicht da sind, denn da schläft sie. Sie wird wach, wenn der BZ u60 geht, aber wenn sie so eine gesamte Nacht um die 70 hatte und auch morgens damit aufsteht, duscht sie, schminkt sich, macht sich die Haare und kommt seelenruhig zum Frühstück.
Daher denke ich, dass diese UZ-Symptome eher aus der Angst entstehen.

Früher hat sie sich totgemessen, unendlich viele Teststreifen. Mit dem Libre ist das schon viel besser geworden, ich hab ja gehofft, dass der Libre ihr so viel Sicherheit gibt durch die Tendenzen, dass sie da etwas entspannter wird. Das klappt jetzt nicht so gut, was ihre Werte angeht, aber das blutige Messen ist fast ganz weg, sie hatte nur noch 5 blutige Messungen in den letzten 7 Tagen.

Der Psychologentermin ist in der Uniklinik, in deren Ambulanz wir wegen des Diabetes sind. Der Arzt, der uns sonst betreut hat sämtliche Berichte an das Psychologenteam weitergeleitet, damit sie sich schonmal ein Bild machen können. Ich gehe davon aus, dass dieses Team mit DM vertraut ist, einfach aufgrund der Nähe und der Zusammenarbeit mit dem DM-Team.

mibi: Ich hoffe, dass es ihr irgendwas bringt. Ich bin gespannt was sie da mit ihr machen oder wie sie ihre Angst loswerden wollen. Damals bei der Umkippsache als sie 9 war musste sie eine Liste schreiben mit ihren Ängsten, oben das wovon sie denkt, dass das am wenigsten Angst macht, am Ende ihre Horrorvorstellung. Diese Liste mussten wir dann abarbeiten, d.h. von einem Termin auf den anderen einen Punkt schaffen. Sie hats geschafft, ihr letzter Punkt war die Klassenfahrt. Auch die hat sie problemlos geschafft. Vielleicht gibts ja mal wieder so ne Liste mit BZ-Werten drauf :silly:

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

Hypo-Angst 07 Jul 2016 10:34 #101651

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mibi74 schrieb: Neulich sagte mir so eine neunmalkluge Pädagogin von der Schule, dass unser Sohn akzeptieren muss, dass er seinen Diabetes akzeptiert. Das hat mich geschockt, weil ich dachte, wie können die nur eine Person auf mein Kind loslassen, die nicht verstanden hat, wie das funktioniert.
Zu akzeptieren wie man ist, was man kann oder nicht kann, dazu gehört viel Lebenserfahrung.


Oh, da kenne ich auch so etwas. Da mein Kind sehr, sehr schüchtern ist (zwar relativ selbstständig, aber sehr ruhig), meldet er sich bei Hypo-Symptomen auch nicht direkt bei den Betreuern (bei einer vielleicht). Da hat mir letztens auch eine vorgeschlagen, dass wir doch zum Psychologen sollten, damit er endlich seine Krankheit akzeptiert und nicht versteckt - UND: Vielleicht sollte man ihn dann ja mal umkippen lassen, das könne ja sehr lehrreich für ihn sein, dass er sich das nächste Mal doch eher meldet. :evil:

@MarieLaurin: Dazu kann ich nicht soviel beitragen. Ich wünsche Euch einfach, dass der Psychologe gleich einen guten Draht zu Deiner Tochter findet und dass ihr alle die Geduld und Kraft habt, diese Angst zu überwinden.
Alles Gute.

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Hypo-Angst 07 Jul 2016 11:56 #101652

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mibi74 schrieb: Neulich sagte mir so eine neunmalkluge Pädagogin von der Schule, dass unser Sohn akzeptieren muss, dass er seinen Diabetes akzeptiert. Das hat mich geschockt, weil ich dachte, wie können die nur eine Person auf mein Kind loslassen, die nicht verstanden hat, wie das funktioniert.
Zu akzeptieren wie man ist, was man kann oder nicht kann, dazu gehört viel Lebenserfahrung.


Oweia, da hat wohl mal wieder eine den Beruf verfehlt!

Wenn sie sich mal vor Augen führen würde, welchen Zulauf heutzutage Schönheitchirurgen haben und das von Menschen, die keineswegs hässlich sind, würde ihr vielleicht klar, wie schwer es bereits vielen erwachsenen Menschen fällt, auch nur zu akzeptieren, dass sie einfach nur normal sind! Dann bekäme sie vielleicht auch eine Ahnung, wie schwer es einem Kind fallen kann, damit klarzukommen, dass es eben nicht so normal ist.

@Tanja: ich drücke euch fest die Daumen, dass das mit dem Psychologen etwas bringt und vor allem, dass er Ahnung von Diabetes hat. Ich hatte mir ja bei unserer Reha vor 3 Jahren gewünscht, dass Lars mal mit der Psychologin (na ja, eigentlich hatte ich eher gehofft, dass sie mit den Kindern in der Gruppe über solche Themen redet, aber das war nicht der Fall) darüber redet, warum er z.B. so ungern vor Freunden BZ misst, obwohl sie es doch alle schon oft gesehen haben (und noch einiges andere).
Leider musste ich beim Vorgespräch mit der Psychotante dann feststellen, dass sie sonst eher Kinder mit Asthma, Neurodermitis behandelt und von Diabetes so viel Ahnung hat wie eine Kuh vom Eierlegen. Sie schlug mir ja allen Ernstes vor, doch mal 3 Wochen Diabetes-Pause zu machen.

Lars fühlt sich übrigens bei hohen Werten auch immer super und hat mir schon das ein oder andere mal gesagt, dass er lieber bei 250 als bei 70 ist. Im Bezug auf die Zukunft und was daraus noch alles werden könnte, macht mir das manchmal echt Angst.

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Hypo-Angst 07 Jul 2016 12:00 #101653

  • marielaurin
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Ich werde euch hier mal auf dem Laufenden halten.

Der Termin war ja ein Kennenlerntermin, bei dem man sich erstmal unser "Problem" angehört hat und gaaaaaanz viel aufgeschrieben hat. Nun soll Sina bis Montag überlegen und mal drüber schlafen, ob sie mit der Dame weitermachen möchte, alle Folgetermine wären auch nur mit ihr alleine, so dass ich als sehr nahestehende Person aus der Sache raus bin. Das macht vermutlich auch Sinn.

Die Dame sprach von ungefähr 4-6 Terminen und sowas wie Verträge, die man mit den Jugendlichen macht, damit sie was auch immer versuchen zu tun, bei Sina wäre das z.B. BZ Werte von 140 einfach mal 2 Stunden "auszuhalten" oder von dem Daueressen weg zu einem geregelten Essverhalten, damit sich der BZ zwischendrin mal normalisieren kann. Den Vertrag hätte sie dann ja mit ihr und nicht mit mir als Mama. (Mit mir funktioniert das eh nicht, wir haben schon oft mit Belohnsystem o.ä. versucht, ihre Toleranz zu erhöhen, das klappt 3 Tage dann fällt sie wieder ins alte Muster).

Jedenfalls war auf dem Weg zum Parkplatz dann:"So Mama, ich hab jetzt bis Montag ganz tolle Werte und dann rufen wir da an und sagen, wir brauchens nicht mehr!" War ja klar ;) Sie hätte keine Zeit, sie wolle die Ferien nicht für sowas verplempern etc. Ich hab ihr gesagt entweder stationäre Aufnahme oder 2 Termine in den nächsten 2 Wochen, keine Diskussion. Da kam ein "Hmpf!", hatte mir die Widerspenstigkeit schon größer vorgestellt :laugh:

Wir schauen, wie, wann und wo es weitergeht.

Die Dame war übrigens fit, was den DM angeht, sie meinte, sie hätten meist Kinder/Jugendliche mit DM, die sich völlig verweigern oder den DM als Druckmittel den Eltern gegenüber einsetzen :blink: Offenbar sind wir einer der leichteren "Fälle" ...

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid
Letzte Änderung: von marielaurin.

Hypo-Angst 07 Jul 2016 14:38 #101655

  • mibi74
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Ich will die nicht alle Hoffnung nehmen, aber die Stunden sind nur dafür gedacht, dass,die zwei sich kennen lernen und die Psychologin herausfinden kann, ob es zu einem Vetrauensverhältnus kommt.
Und die Reaktion deiner Tochter lässt vermuten, dass sie nicht bereit ist, sich in die Karten kucken zu lassen.
Der Mensch reagiert bei Gefahr entweder mit Flucht oder mit Angriff. Es gibt noch eine dritte Möglichkeit und das ist, wenn man aufgibt und sich ohne Gegenwehr “ fressen“ lässt.
Bei meinem Sohn Versuch ich es immer wieder mit Angriff, um ihn aus seinem Fluchtverhalten herauszuholen. Allerdings ist es wichtig, dass mit der Angst dann trotzdem noch eine angenehme Erfahrung gemacht wird. Vor allem der Lerneffekt, seine Angst überwunden zu haben, ist positiv.
Wie z.B. das Eis nach dem Blutabnehmen, wenn ihn mal wieder mehrere Leute festhalten mussten. Oder er zu mir ins Bett kriecht wenn nachts die Panik kommt. (Als er 5 war hatten wir das ein Jahr lang fast täglich. Jetzt kommt es nur hin und wieder vor, wenn in der Schule etwas vorgefallen ist.)
Ich bin mal gespannt was dir die Psychologin rät. Ihr werdet nach den Stunden sicherlich noch ein Gespräch führen, wie es für euch weitergeht.

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Letzte Änderung: von mibi74.

Hypo-Angst 23 Jul 2016 13:10 #101808

  • SandrineBlue
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Therapie muss eben wollen, und zwar voll und ganz. Sonst ist das leider vergebene Mühe und Zeit.

Ich habe zwei Therapien gemacht, die erste sogar bei einem speziellen Diabetes- Psychologen. Hat überhaupt nix gebracht.
Die zweite Therapeutin hatte von Diabetes absolut keine Ahnung, aber dadurch unvoreingenommen für meine Probleme und irgendwie weniger voreingenommen. Das hat mir unglaublich geholfen. Mittlerweile halte ich das sogar für die bessere Lösung.

Zittern ab 120 kann aber eben auch Kopfsache sein. Vielen geht es ja gut, bis sie messen. Dann fühlt man sich auf einmal richtig unterzuckert, sobald man den niedrigen Wert gesehen hat. Das scheint hier ja auch der Fall zu sein, denn nachts stören die Werte sie ja auch noch nicht.

Hba1c von 8-9 ist zwar kein Traum, aber auch kein totales Drama. Ich denke, solange deine Tochter darunter selber nicht leidet und noch keine Notwendigkeit sieht, irgendwas zu ändern bzw zu unternehmen, wird man nicht viel machen können. Sie wird irgendwann selbst an den Punkt kommen, wo sie vllt etwas gegen dieses Problem unternehmen will. Akuell scheint es aber ja für sie gar kein Problem zu sein, sondern eher ein "Mama- Problem" ;) Soll nicht böse sein, aber schließlich ist sie 16? 17? Kann leider grad das Geburtsdatum nicht mehr sehen.

Therapieziele definiert man eben ab einem gewissen Alter selber. Für viele Erwachsene Diabetiker ist ein Wert von unter 7 nur mit einer enormen Anstrengung und vielen Einschränkungen zu erreichen. Ein stabiler 7,5er ist dann oft die bessere Alternative. Zum Glück sind die meisten Diabetologen mittlerweile ja von diesem sklavischen Gucken auf den Langzeitwert weg. Auch wenn ich leider genau damit noch groß geworden bin und bis heute immer mal wieder unter dieser Erziehung mehr oder weniger "leide".

ich würde mal versuchen herauszufinden, ob sie das wirklich als Problem sieht bzw. ob und wo sie gerne etwas am Diabetes verbessern würde. Vllt kann man ja grundsätzlich an einer stabileren Einstellung arbeiten. Vllt aber ist sie aktuell so auch völlig zufrieden und fühlt sich nicht eingeschränkt. Dann würde ich das so tolerieren.

Eine Therapie, die sie selbst nicht will, wird an dem "Problem" aber dann wohl auch nichts ändern.

lg!

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