Beitrag erschienen im Bereich: Forschung - Heilung
An der Konservierung von Nabelschnurblut scheiden sich die Geister: Für die einen ist es ein potenzieller Jungbrunnen, für die anderen nur Geldschneiderei. Immerhin deuten jetzt Studien bei Typ-1-Diabetikern auf einen Nutzen.
Wer die Nabelschnur seiner Kinder für medizinische Zwecke aufheben möchte, kann sich in Deutschland sowohl an öffentliche wie auch an kommerzielle Nabelschnurbanken wenden. Die Argumentationslinie ist dabei unterschiedlich: Anhänger öffentlicher Nabelschnurblutbanken weisen darauf hin, dass dieses Blut ein hervorragendes Medium für allogene Knochenmark-Transplantationen bei krebskranken Kindern und Erwachsenen ist, dagegen argumentieren privatwirtschaftliche Einrichtungen zusätzlich mit dem möglichen Nutzen für den Spender selbst.
Kryokonserviertes Nabelschnurblut könne Ausgangsmaterial für spätere Zelltherapien liefern, so das Argument. Das wird jedoch von vielen Experten jedoch bezweifelt: So werden für neue Therapie etwa gegen Alzheimer, Parkinson, Herzinfarkt und Knorpelschäden nach dem heutigen Stand des Wissens nicht blutbildende Zellen benötigt, sondern Stammzellen des Bindegewebes, und die können bisher nicht aus tiefgefrorenem, sondern allenfalls aus frischem Nabelschnurblut gewonnen werden (wir berichteten).
Zu den wichtigsten Indikationen, bei denen die Therapie mit Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur derzeit in klinischen Studien geprüft wird, gehört Typ-1-Diabetes...
Beim Typ-1-Diabetes werden die Nabelschnur-Stammzellen bei Kindern, bei denen autologes Nabelschnurblut vorhanden ist, einfach transfundiert", so Harris. Sechs bis neun Monate nach dieser Intervention könne nachgewiesen werden, dass sich die Insulinsekretion der Betazellen verbessere, die Blutzuckerspiegel sich normalisierten und der Bedarf an externem Insulin sinke.
Mehr Info und Quellverweis: Ärztezeitung vom 11. Jan. 2010
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