Marl. "Am Anfang war es die Hölle", erinnert sich Heike Winkels. "Ich musste meiner kleinen Tochter immer mit Gewalt das Insulin spritzen." Lisa-Marie wehrte sich nach Kräften. Kein Wunder. Wie soll eine Zweijährige verstehen, dass dieses Medikament für sie lebenswichtig ist?
Das ist neun Jahre her. Für Lisa-Marie, eine fröhliche und aufgeweckte elfjährige Realschülerin, ist Diabetes Alltag geworden. Sie misst ihre Blutzuckerwerte und dosiert ihr Insulin selbstständig. Auch beim Treffen der Selbsthilfegruppe "Diabetisches Kind mit Eltern" packt sie ihr Testgerät aus. Sie sticht sich in den Finger, gibt einen Tropfen Blut auf den Teststreifen, liest den Wert ab, stellt an ihrer Insulinpumpe die richtige Menge ein - und beißt genüsslich in ihren Schokoriegel. Die Joghurtschokolade ist übrigens kein Diätprodukt, sondern aus dem Regal, aus dem alle Kinder gern ihre Süßigkeiten naschen. Man muss nur auf die Menge achten und alle Nährwerte sorgfältig berechnen. Seit drei Jahren trägt Lisa-Marie den Katheter, an den sie ihre Insulinpumpe anschließt. "Das erspart viele Spritzen", sagt Mutter Heike.