Beitrag erschienen im Bereich: Forschung - Artikel
Heidelberg (bd). Ob ein Kind später einen Typ-I-Diabetes entwikkelt, läßt sich mit der Bestimmung von Autoantikörpern frühzeitig feststellen. Dabei steigt das Risiko mit der Zahl der nachgewiesenen Antikörper und der Höhe der Titer.
Der Typ-1-Diabetes ist eine organspezifische Autoimmunerkrankung, die durch eine selektive Zerstörung der Insulin produzierenden Beta-Zellen gekennzeichnet ist. Autoantikörper gegen Beta-Zell-Proteine (Insel-Autoantikörper) sind die derzeit besten diagnostischen Marker, um einen beginnenden beziehungsweise bereits bestehenden Autoimmunprozess zu erkennen und im Verlauf zu beobachten. Die wichtigsten Ziele der Inselautoantikörper sind Insulin/Proinsulin, die 65-kD Isoform des Enzyms Glutamat Decarboxylase (GAD65), die Tyrosinphosphatase-homologen Proteine IA-2/IA-2β und Zink-Transporter 8 (ZnT8).
Unser Labor ist hoch spezialisiert für die Messung dieser Autoantikörper und weltweit führend in der Erstellung von detaillierten Antikörper-Profilen (zum Beispiel Anzahl, Titer, Epitop-Spezifität, Affinität, IgG Subklassen sowie IgA, IgM, IgE Isoformen der Inselautoantikörper), die eine genaue Einschätzung des individuellen Diabetesrisikos ermöglichen und außerdem potentielle neue Marker zur Beurteilung von präventiven Immuntherapien darstellen. In internationalen Vergleichen, die im Rahmen des Diabetes-Autoantikörper-Standardisierung-Programms (DASP) alle 18 Monate vom US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der Immunology of Diabetes Society (IDS) durchgeführt werden, erzielten unsere Autoantikörper-Tests seit Jahren Spitzenplätze. Aufgrund dessen wurde unser Labor als DASP-Trainingslabor für die Schulung im Autoantikörper-Nachweis und als eines von vier internationalen Referenz-Laboren im NIH/NIDDK Autoantikörper-Assay-Harmonisierungs-Programm ausgewählt.
Im Rahmen von prospektiven Studien untersuchen wir die Inselautoantikörper bei nicht-diabetischen Personen/Kindern mit erhöhtem familiären Risiko für Typ-1-Diabetes im Verlauf. Dadurch kann die Progression des Autoimmunprozesses beurteilt und mögliche Teilnehmer für Interventionsstudien identifiziert werden. Da Personen mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes auch ein erhöhtes Risiko für andere Autoimmunerkrankungen aufweisen, bieten wir ebenfalls die Möglichkeit der Untersuchung von Autoantikörpern, die mit Zöliakie, Schilddrüsen- und Nebennierenautoimmunität assoziiert sind.
Bei neu manifestierten Diabetespatienten stellt der Nachweis von Inselautoantikörpern ein wichtiges differentialdiagnostisches Kriterium zur Unterscheidung zwischen autoimmunem (Typ-1-) und nicht-autoimmunem Diabetes dar. Die richtige Klassifizierung des Diabetes ist entscheidend für die Auswahl einer adäquaten Therapie, die das Auftreten von Folgeschäden reduzieren kann, ist jedoch nicht immer einfach. Insbesondere bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes, schlanken älteren Diabetespatienten und Frauen mit Insulin bedürftigem Schwangerschaftsdiabetes sollte deshalb die Autoantikörper-Diagnostik erfolgen. Gegenwärtig werden von unserem Labor die Blutproben aller am deutschlandweiten DPV-Programm teilnehmenden Diabetespatienten auf Inselautoantikörper getestet.
Für weitere Informationen zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes melden Sie sich bitte bei Dr. med. Peter Achenbach, Tel. 089/ 3068 2591, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. '; document.write( '' ); document.write( addy_text55936 ); document.write( '<\/a>' ); //--> Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Quelle: Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Schwabing Jan. 2002


