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CGM Systeme

Ergebnisse einer Anwenderbefragung zum FreeStyle Libre der Zeitschrift Insuliner

Glukosewerte einfach scannen - mit Nebeneffekten

Im INSULINER 114, der am 15. März erscheint, sind die Ergebnisse einer zehnwöchigen Anwenderbefragung zum Glukose-Messsystem FreeStyle Libre (FSL) veröffentlicht. Dieses Messsystem, das seit Herbst 2014 von der Firma Abbott verkauft wird, besteht aus einem Scanner und einem Sensor mit 3cm Durchmesser und 0,5cm Höhe. Um das System zu benutzen, wird ein im Sensor angebrachter Messfaden in das Unterhautgewebe geschossen und der Sensor dadurch gleichzeitig auf die Haut geklebt. Mit einem Scanner wird der Sensor aktiviert und während der folgenden 14 Tage ausgelesen. Danach schaltet der Sensor ab und wird ähnlich einem Pflaster entfernt.

Nach dem Scannen, das beliebig oft über den Sensor durchgeführt werden kann, wird der Glukosewert auf dem Display des Scanners angezeigt, der Glukoseverlauf kann über längere Zeiträume ausgewertet werden.

169 Benutzer des Glukose-Messsystems FreeStyle Libre haben in der Zeit vom 1. Dezember 2015 bis zum 10. Februar 2016 elf Fragen beantwortet und diese mit persönlichen Anmerkungen ergänzt. Die Begeisterung für das Messsystem FSL, mit dem der Gewebezuckerwert bestimmt wird, ist groß. Es bietet insulinpflichtigen DiabetikerInnen mehr Lebensqualität durch eine umfangreichere Kontrolle als sie bisher üblich war. Mit dem FSL kann eine Therapieanpassung früher und wirksamer erfolgen und die Stoffwechseleinstellung optimiert werden. Daraus resultiert für die Benutzer eine größere Sicherheit besonders im Umgang mit den stoffwechsel-beeinflussenden Faktoren wie Sport, unbekannte Nahrungsmittel, ungewohnte Situationen und der Therapie anderer Erkrankungen.

Die Umfrage-Teilnehmer wurden je nach Anzahl der benutzten Sensoren eingeteilt. Durch die in den vorhergehenden Ausgaben des INSULINERs veröffentlichten Beiträge hatte die Frage nach Hautreaktionen einen besonderen Stellenwert. Während nach dem Tragen von bis zu 5 Sensoren 65% der Benutzer keine Hautreaktion angeben, waren es in der Gruppe mit 16 bis 20 Sensoren nur noch 26% und bei denjenigen, die 30 und mehr Sensoren getragen haben, gaben nur noch 17% keine Hautreaktion an. Eine weitere Differenzierung der Reaktionen erfolgte in Rötung, Juckreiz, Hautreizung und Bläschenbildung. Wegen extremer Hautveränderungen können 5 Personen, 3%, das FSL nicht mehr benutzen.

Bei der Frage nach aufgetretenen Störfällen zeigt sich, dass das Messsystem FSL in 77% der benutzten Sensoren in Verbindung mit dem Scanner funktioniert. Auch wenn der Hersteller defekte Scanner und Sensoren ersetzt, ergibt sich hier und im Bereich der Hautreaktionen noch viel Verbesserungsbedarf.

Die Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse zeigt, dass 51% bei der DAK Gesundheit und der Techniker Krankenkasse versichert sind. Beide Krankenkassen haben im Januar 2015 damit geworben, dass die Kosten für das Messsystem FSL als Kassenleistung übernommen werden. Diese Regelung wurde im Dezember geändert; die Mitteilung erhielten nur die betroffenen Versicherten. Das führt zu unterschiedlichen Konsequenzen für die Anwender, wie aus den Kommentaren hervorgeht.

Bei der Datenauswertung wurden 26% der FSL-Anwender durch den Diabetologen beraten, 14% durch die Diabetesberaterin und für 55% reicht dafür die eigene Erfahrung. Hier spielen Faktoren wie das fehlende Schulungsprogramm, die mangelnde Erfahrung im Umgang mit einer sehr viel größeren Datenmenge und die nicht vorhandene kassenärztliche Abrechnungsziffer für diese Beratung eine Rolle.

Der INSULINER erscheint seit 34 Jahren als unabhängige Zeitschrift, vierteljährlich und mit einer Auflage von 19.500 Exemplaren. Probeexemplar unter www.insuliner.de oder beim INSULINER-Verlag, 56472 Dreisbach

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