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Angela bloggt: 14 Tage Freestyle Libre ohne Diabetes Erkrankung!

libre1Der Libre und Ich, mein persönlicher Feldversuch, den ich vor genau 14 Tagen mir und dem Rest der Welt, also Euch, groß angekündigt hatte, endete heute gegen 9 Uhr. Wer das Folgende nun lesen mag, den lad ich ein in meine Sensorwelt, wer dies nicht möchte, dem wünsche ich einen zauberhaften Tag. 

Wie alles begann: Packung auf, Sachen raus, Zusammenbau nach Vorschrift, Zack Sensor rein.....man soll ja ehrlich sein, so Zack Zack ging dies nicht soll ich, kann ich, was wenn Etwas sichtbar wird, was bis jetzt unerkannt blieb und die Frage: tut es weeeehhhh? Augen zu und rein! Auaaaa, ja ich hab es gemerkt. Mein Sohn der Held, ich die Memme, na prima, bestimmt ne doofe Stelle. Aber drin is drin! Sensor starten, warten! Erster Scan, es folgten viele.......was sich zeigte, viele kennen dieses Phänomen, der Sensor musste mich wohl noch als Begleiter akzeptieren. Die ersten Stunden befand ich mich in Dauer UZ, Werte um die 48, schick. Konnte endlich essen, ohne schlechtes Gewissen so ne UZ muss weg.....nein, stattdessen hieß es: Blutzucker messen ich geb es jetzt zu und bitte darum, auf öffentliches Augen verdrehen zu verzichten, aber es war mein erstes Mal! Also schnappte ich mir die Terumo Lanzette, die nutze nur ich fürs nächtliche Gegenmessen. Stufe 3, Libre als Messgerät. Kann ja nicht so schlimm sein?! Doocchhhh, kann es! Rums rein, nicht genug Blut. Dieses Messgerät ist ein Blutsauger, diese Lanzette ein Folterbesteck. Also Versuch 2, geschafft! Differenz minimal Libre 43, Blut 86. Aber es ging weiter und der Libre nahm meine Freundschaft nach 8 Stunden an. Auf weitere Gegenmessungen verzichtete ich. 

Der Sensor und ich selber waren ein gutes Team. Er hielt zuverlässig 14 Tage und wurde mein täglicher Begleiter, ohne zusätzliche Fixierung, und ich gebe zu, die Dusche öfter zu besuchen, wie mein pubertärer Sohn. Auch beim Entfernen merkte man seine Klebekraft noch deutlich. Ich selber blieb an keinem Türrahmen hängen. Ich stellte mich wohl
recht geschickt an. Selbst meine Lieblingshandtasche verstand sich mit ihm. In der Nacht war er nicht der Grund dafür, dass ich keinen Schlaf fand. Er kuschelte sich einfach an mich ran. Nichts drückte. Mein Lesegerät vergaß ich nur 1x zuhause und vor dem Essen scannte ich gewissenhaft, meistens. Keiner nervte mich mit Fragen nach meinen Werten oder der Frage, ob ich schon gescannt hatte oder auch genug getrunken habe. Meine Werte blieben im Zielbereich, die ganze Zeit, vermutlich. Faszinierend zu sehen, was der menschliche Körper, eine gesunde Bauchspeicheldrüse, so schafft. Es gab natürlich An- und Abstiege. Das war spannend zu beobachten und brachte so manche Erkenntnis. Was kam verzögert an? Was brachte den höchsten Anstieg, der immerhin bei 160 lag? Bei mir sind es definitiv nicht die Pizza oder der leckere Haribo, die meinen Blutzucker erhöhen, es war das weißes" Brot (Fladenbrot, Baguette.....) krass, wer hätte dies gedacht?! Ich nicht! So sehr ich mir auch eine gerade Linie für meinen Sohn wünsche, es gibt sie auch nicht bei einem Nicht-Diabetiker. Na ja, okay.....dennoch wäre so ne kleine Wellenbewegung für meinem Sohn fein, aber jetzt genug geträumt.....die Realität ist anders. 

Der Sensor, ich und mein Umfeld.....wie fühlt es sich an mit einem "Chip" durchs Leben zu laufen? Wer schaut, wer schaut weg, wer fragt und was antworte ich? Ich scannte an vielen Orten, in der Bahn, während der Arbeit, beim Schuhkauf, vorm Sport, in der Stadt, beim Feiern, auf dem Markt. Offen und frei. Keine merkwürdigen Blicke, wenig Fragen. Hat das was mit Akupunktur zu tun? Diabetes? Oder einfach nur ein Ortungsgerät.....für mich, als nicht Erkrankter, eine einfache Situation. Nicht immer so für unsere Kinder, will man doch so sein wie die Anderen der Klasse, die Anderen des Fußballvereins, im Schwimmbad nicht damit auffallen. Was bei den Kleinen vielleicht noch cool ist, wird in Zeiten von Pubertät plötzlich anders. Da ist oftmals ein Scan zu viel, ein Blick belastend, eine Frage zu viel, auch wenn sie eigentlich ganz selbstbewusste und verantwortungsvolle Kinder und Jugendliche sind. Ich hab hier wirklich größtes Verständnis entwickeln können, auch wenn ich natürlich im realen Leben oftmals an meine Grenze gerate, wenn ich wieder feststelle, das trotz Insulinabgabe im Schulgeschehen nicht gescannt wurde, die Trinkflasche noch voll ist und einfach meine Sorge groß ist. Ich versuche täglich zu vertrauen, auch in uns als Team. Mal gelingt es, mal weniger. Wer kennt dies von uns nicht?!

Es war und bleibt mein persönlicher Feldversuch, der einer anderen Wirklichkeit gegenüber steht. Der Wirklichkeit meines Sohnes, der vor 2,5 Jahren plötzlich mit 10 an Diabetes erkrankte. Den Niemand fragte, ob der dieses Experiment mitmachen mag. Dessen Welt sich schlagartig änderte und vieles nicht mehr so war wie zuvor. Der sich täglich Gedanken um seine Werte, das Essen und Insulinabgaben machen muss. Dessen Finger Einstiche aufweisen und der sich über den medizinischen Fortschritt nun gefälligst zu freuen hat! Toll, Du hast jetzt eine Pumpe und ein CGM Gerät, Shit hätte aber lieber ein neues IPhone und Fußballsockenschuhe von Nike, denkt hier mein Kind. Dennoch hat sich dieses Experiment für mich gelohnt und ich bin um einige Erfahrungen reicher, auch wenn ich zwischenzeitlich traurig gestimmt war, weil mir vor Augen geführt wurde, was ich mir sehnlichst für meinen Sohn wünschte: eine Bauchspeicheldrüse, die das kann, was meine macht!! Auch heute beim Schreiben dieses Satzes, merke ich, wie "nah am Wasser" ich gebaut sein kann, auch wenn ich längst begriffen und verarbeitet hab. Mein Kind betrachte ich mit Begeisterung und Bewunderung, denn er meistert sein Leben und ich bin dankbar, ihn begleiten zu dürfen. Alles kleine und große Helden! 

Bringen wir etwas Leichtigkeit in die Sache:
Was mich sehr amüsiert hat, ist ein Gespräch unter Kindern. Ich arbeite als Sprachtherapeutin in einem Kindergarten. Hier betreuen wir auch einen 4jährigen Jungen, nennen wir ihn Jan, der kurz vor meinem Sohn erkrankte und der nun den Libre trägt, natürlich fiel auch ihm mein Sensor auf. 

Gespräch heute vor dem Essen zwischen Jan und Lilia
Jan: Ich muss immer am Arm messen wegen meiner Diabetes. 
Lilia: Die Angela ist jetzt auch krank, die muss sich aber immer in der Brust messen.
Jan: Nein auch am Arm. 
Lilia: Nein, die hat ein Gerät in der Brust, das steckt die sich da immer rein. 
Theo meinte dann nur, in die Brust kann man nichts stecken. Da war Lilia aber andere Meinung: Angela kann das, war da nur ihre Antwort

Recht hat sie, trag meist Kleider ohne Taschen und irgendwo muss ja das Lesegerät rein! 

Wer es jetzt wieder geschafft hat, es bis zu Ende zu lesen, der ist 1Riesenheld

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Tags: Elternblog, Freestyle Libre, Blog, Abbott, Firmen

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