Beitrag erschienen im Bereich: Erfahrungen - Artikel
Dies ist mein zweiter Bericht über Jugendliche mit Diabetes in Bethlehem. Als Mutter von zwei Kindern mit Diabetes in Jerusalem/Israel unterstütze ich eine Diabetiker-Selbsthilfegruppe in Bethlehem.Wöchentlich fahre ich mit dem Fahrrad über den Checkpoint (ähnlich wie eine Grenze) nach Bethlehem, was nur 4 km entfernt ist. Dort bespreche ich mit den Kindern und Jugendlichen, was ich durch meine Erfahrung mit meinen eigenen Kindern gelernt habe. Die ärztliche Versorgung von staatlicher Stelle ist nicht ausreichend. Die Patienten erhalten ein Mischinsulin für morgens und abends, aber nur wenig Beratung und keine Teststreifen.
Die Diabetiker können ins benachbarte Jerusalem in ein Krankenhaus fahren und erhalten dort gute ärztliche Versorgung und auch weitere Beratung zum Diabetes Management. Es ist nur ein langer Weg, der nur wenigen bekannt ist:
Die Eltern müssen das Krankenhaus anrufen, um eine schriftliche Einladung vom Krankenhaus zu erhalten. Die Einladung wird nicht mit der Post verschickt. Denn Post von Israel in die autonomen Gebiete ist sehr unzuverlässig. Sondern die Einladung wird zugefaxt. Da die einkommensschwachen Familien natürlich kein Faxgerät zuhause haben, gehen sie zu einem Geschäft, das ihnen behilflich ist. Mit dieser Einladung gehen sie zur israelischen Militärbehörde, die die Fahrt nach Jerusalem in drei bis sieben Tage erlaubt. Diese Erlaubnis schicken die Diabetiker wieder zum Krankenhaus, das ihnen dann zufaxt, welche Labortests sie machen sollten.
Das Krankenhaus hat einen Bus, das die Diabetiker aus Bethlehem von der Hauptstraße abholt. Der Bus ist nach langen Verhandlungen mit dem israelischen Verteidigungsministerium eingesetzt worden, damit Patienten an dem israelischen Militärposten nicht aufgehalten werden. Der Bus bringt die Diabetiker, die die Einladung und ihren Identitätsausweis dabei haben müssen, nach Jerusalem in das Krankenhaus. Dort erhalten Sie die notwendige Betreuung.
Die Entfernung zu dem Krankenhaus ist ungefähr 10 km. Das Krankenhaus wird geleitet vom Lutherischen Weltbund und hat einen palästinensischen Chefarzt. Doch für die Patienten bedeutet es eine Überwindung, die Formalitäten zu erledigen.
Daher sind die örtlichen Selbsthilfegruppen besonders wichtig und brauchen Unterstützung. Teststreifen werden zum Teil gespendet durch die internationale Organisation "Insulin for Life" in Deutsch "Insulin zum Leben". Erforderlich ist die zusätzliche Ausbildung von Diabetes-Fachpersonal, damit die Diabetiker vor Ort unentgeltlich beraten werden können.
Christiane Bremer, Jerusalem
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