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Ich habe hier einen sehr interessanten Bericht gefunden. Meiner Meinung nach ist dieses Problem sehr verbreitet, auch bei mir lag dieses Phänomen vor, doch heute klappt alles wieder, dank einer Insulinpumpe. Doch man kann auch anders dagegen vorgehen:DAWN-PHÄNOMEN: BLUTZUCKERCHAOS IM MORGENGRAUEN
Abends verhält sich der Blutzucker noch ideal. Das böse Erwachen folgt ein paar Stunden später mit unerklärlich hohen Werten am frühen Morgen. Und nach diesem Fehlstart zieht sich die schlechte Stoffwechsellage oft über den ganzen Tag hin. Solche Blutzuckerschwankungen lassen sich nur schwer unter Kontrolle bringen, denn es kommen verschiedenste Auslöser in Frage. Um eine morgendliche Überzuckerung zu vermeiden, essen viele Betroffene nur eine kleine Spätmahlzeit oder erhöhen die abendliche Insulindosis. Auf den ersten Blick ein logischer Schritt: Natürlich steigt der Blutzucker an, wenn das abends gespritzte Insulin nicht über die gesamte Nacht ausreicht. Ebenso kann er durch eine kohlenhydratreiche Mahlzeit vor dem Zubettgehen erhöht werden. Dennoch sollte man die Broteinheiten der Spätmahlzeit reduzieren, ohne vorher andere Ursachen für einen erhöhten Nüchternwert ausgeschlossen zu haben.
Gefährlich: Unterzuckerungen in der Nacht
Unter Umständen bringt man sich durch diese Maßnahmen sogar in Gefahr. Denn nämlich, wenn der Grund für die erhöhten Nüchternwerte eine unbemerkte Unterzuckerung in der Nacht ist. Was zunächst paradox klingt, hängt mit der natürlichen Reaktion des Körpers auf eine Unterzuckerung zusammen. Durch die Ausschüttung des Hormons Glukagon einem Gegenspieler des Insulins steigt der Blutzucker an. Die Folge; eine morgendliche Überzuckerung. In einem solchen Fall ist die Erhöhung der abendlichen Insulindosis also nicht nur unwirksam, sondern sogar gefährlich.
Nachts den Blutzucker messen
Um zu klären, was die hohen Nüchternwerte auslöst, kommt man nicht umhin, über eine gewisse Zeit den Blutzucker auch nachts zu kontrollieren. Neben den Messungen morgens und spätabends sollte man zusätzlich gegen zwei oder drei Uhr und gegen fünf Uhr morgens den Blutzucker messen. Nur so kann man einen nächtliche Unterzuckerung aufdecken. Sind die Werte abends noch normal, aber in der Nacht zu tief, liegt das meist an einer zu hohen Dosis des Basalinsulins. Besonders nacht sportlicher Aktivität oder Alkoholgenuss am Abend treten nächtliche Unterzuckerungen auf. Um ihnen vorzubeugen, sollte man das abendliche Insulin reduzieren oder eine zusätzliche Broteinheit vor dem Zubettgehen zu sich nehmen.
Steigt der Blutzucker kontinuierlich an, deutet das bei insulinspritzenden Diabetikern auf einen Basalinsulinmangel in der Nacht hin. Die Dosis des Insulins sollte angepasst werden. Auch bei dem mit Tabletten behandelten Typ-2-Diabetiker ist dieser Anstieg meist ein erstes Zeichen eines Insulinmangels während der Nacht und kann dementsprechend auch behandelt werden.
Neben der falschen Dosis des Basalinsulins gibt es aber noch anderer Gründe für einen kontinuierlichen Blutzuckeranstieg in der Nacht. So kann auch die falsche Spritzstelle zu Blutzuckerschwankungen führen, was vielen Patienten nicht bewusst ist. Je nachdem, wo das Insulin injiziert wird, nimmt es der Körper unterschiedlich schnell auf: Aus dem gut durchbluteten Fettgewebe am Bauch wird das Insulin sehr viel schneller resorbiert als aus dem weniger stark durchbluteten Gewebe an den Oberschenkeln. Spritzt man das Basalinsulin also in den Bauch, wie das Insulin schneller aufgenommen und verbraucht, so dass die Dosis unter Umständen nicht für die gesamte Nacht ausreicht. Da der Blutzucker dann in den Morgenstunden ansteigt, sollte man Basalinsulin abends besser in den Oberschenkel oder den Po spritzen.
Dawn-Phänomen häufiger als man denkt
Zusätzlich kann auch das so genannte Dawn-Phänomen für die erhöhten Nüchternwerte verantwortlich sein. Dabei steigt der Blutzucker typischerweise erst gegen Morgen an ( englisch: dawn = Morgendämmerung), manchmal liegen sogar bis fünf Uhr noch gute Blutzuckerwerte vor. Verschieden Hormone wie etwa Adrenalin und Kortison, die als Gegenspieler des Insulins wirken, verursachen diesen rapiden Blutzuckeranstieg. Sie setzen verstärkt Zucker aus der Leber frei und machen en Körper unempfindlich gegen Insulin. Da sie besonders in der Nacht und am frühen Morgen ausgeschüttet werden, treibt sie den Blutzucker zum Morgen hin in die Höhe.
Basalinsulin später spritzen
Beim Dawn-Phänomen lässt sich der Blutzucker oft nur schwer einstellen. Versucht man, den Anstieg durch eine größerer Dosis Basalinsulin zur Nacht zu verhindern, kommt es mitunter schon um zwei oder drei Uhr zur Unterzuckerung. Zunächst sollte man das Basalinsulin später spritzen. So liegt die maximale Wirkung des Insulins in der Zeit des Blutzuckeranstieges gegen fünf Uhr und nicht mehr zwischen zwei und drei Uhr, wo der Insulinbedarf noch gering ist. Bringt auch dies keinen Erfolg, kann eine Insulinpumpe helfen, die über die sogenannte Basalrate kontinuierlich Insulin in den Körper abgibt. Das Gerät erhöht die Basalrate in dne frühern Morgenstunden, um den morgendlichen Blutzuckeranstieg abzufangen.
Bevor man an hohen Nüchternwerten blind herumdoktert oder verzweifelt, sollte man ihren Hintergrund genau erforschen, denn für jede Ursache gibt es eine spezielle Behandlungsstrategie. Und mit einem guten Blutzucker am Morgen gelingt auch ein guter Start in den Tag.
Quelle: Apotheken Extra
Autor: Dr. Katrin Buchwalsky


