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Typ-2 Diabetes

25 Jahre Wiedervereinigung: In Sachen Diabetes ist Deutschland nach wie vor geteilt

Berlin, September 2015 –25 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich ein gesundheitliches Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland. Die höhere Arbeitslosigkeit und das geringere Einkommen in den neuen Bundesländern führen laut Studien zu einem höheren Risiko, dort an Diabetes zu erkranken. Präventionsmaßnahmen sollten deshalb über die Aufklärungsarbeit hinausgehen, so die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Die Organisationen fordern unter anderem eine Nationale Diabetesstrategie.

Eine Analyse der Gesundheitsdaten des Bundes und des Statistischen Amts der Europäischen Union – kurz Eurostat ergab, dass die Gesundheit der Bundesbürger mit dem Wohnort und dem Einkommen in Verbindung steht. Die Studie zeigt auf, dass sich dieser Zusammenhang neben Erkrankungen wie Alkoholsucht, Krebsleiden und Bluthochdruck besonders in den Zahlen für Diabetes manifestiert.

„Deutschland ist in dieser Hinsicht immer noch geteilt“, konstatiert dazu Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Während in westlichen Bundesländern die Prävalenz von Diabetes Typ 1 und Typ 2 zwischen 4,3 und 8,5 Prozent beträgt, leiden 9,5 bis 13,5 Prozent der Bevölkerung in Ostdeutschland an Diabetes mellitus, wie der bundesweite Diabetesatlas der Barmer GEK und der Deutschen Diabetes-Hilfe zeigt. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise, einem der ärmsten Bundesländer mit einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent, wurde bei mehr als 13 Prozent der Bevölkerung Diabetes diagnostiziert. Im Gegensatz dazu leiden besonders in den wohlhabenderen südlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern nur etwas mehr als halb so viele Bundesbürger unter dieser Krankheit.

„Wir wissen, dass besonders das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, auch von der Einkommensstruktur abhängt“, erläutert Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Menschen mit einem niedrigeren Einkommen kauften meist preiswertere Lebensmittel, die salz- und fettreicher seien. Sie kochen zudem weniger mit frischen Zutaten und treiben häufig weniger Sport. Dieser Lebensstil erhöhe wiederum das Risiko für Übergewicht und in Folge auch für Diabetes. DDG und diabetesDEfordern daher eine Nationale Diabetesstrategie für Deutschland.Die Organisationen setzen dabei auf vier Kernforderungen für eine wirksame Primärprävention: für jeden Schüler an jeder Schule mindestens eine Stunde Bewegung/Sport pro Tag, verpflichtende Qualitätskriterien für die Schulernährung, ein Marketingverbot für an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel sowie eine Zucker-Fett-Steuer bei gleichzeitiger Steuersenkung für empfehlenswerte Lebensmittel.

Die bundesweit ungleiche Verteilung der Diabeteserkrankungen zeige, dass die Verantwortlichkeit für Prävention, Therapie und Versorgung von Diabetes in der Politik gebündelt und koordiniert werden müsse.„Wer heute gesundheitliche Chancengleichheit herstellen will, muss nicht nur den Zugang zu Bildung, sondern auch zueinem gesunden Lebensstil verbessern“, ergänzt Professor Danne.

Quellen:
http://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/hlth_co_disch2t
Grafik der Diabetes-Prävalenzen der AOK Nordost
http://www.diabetesde.org/fileadmin/users/Patientenseite/BILDER/Presse/2013/Diabetes-Praevalenzen_erg_klein_01.pdf

Quellverweis: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe vom 30.9.2015

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